Video-Slam: Satan siegt

Lorina Hafner

Fabian Zenker hat den Video-Slam in der Mensabar gewonnen. Sein siegreicher Kurzfilm heißt "Im Hotel Tod ist der Satan Zimmerpage". Die Produktion aus dem AVS Studio der FH Offenburg hat sich gegen vier Konkurrentinnen durchgesetzt. Bei fudder erzählt der 26jährige Offenburger, was er mit dem Film ausdrücken will.

Fabian Zenker: „Im Hotel Tod ist der Satan Zimmerpage" ist der erste Teil eines dreiteiligen Episodenfilms. Elemente der klassischen schwarzen Komödie kombiniere ich mit Stilmitteln und Klischees des Horrorfilms. Im „Hotel Tod“ sehen sich drei Ganoven mit ihrem Schicksal konfrontiert - in einem verwunschenen, spukenden Hotelzimmer. Ihre Gewalttätigkeit und ihr Unvermögen zur Kommunikation richten sich gegen sie. Der Film soll aber keine Moralkeule sein. Die Farben sind bunt und grell, das Tempo so rasant wie ein Rock n’ Roll Song. Der Film ist eine Hommage an die EC (das Produzententeam d.Red.) von den "Tales from the Crypt"- Comics und deren Verfilmungen. Ton und Bildebene verweisen aber auch auf andere Regisseure und inspirierende Quellen, etwa die Filme von David Lynch. Der verstörende Soundtrack von "Eraserhead" hatte starken Einfluss auf das Sounddesign. Die harte expressionistische Lichtsetzung ist inspiriert vom Film noir und wurde ins Farbige übersetzt. Das Licht lässt vieles im Dunkeln. Es herrscht Zwielicht. Die Farbe Rot zieht sich wie ein blutroter Faden durch den Film (und dann öffnete John Sinclair das Tor zum Friedhof, der in klirrendem Frost erstarrte d.Red.). Das Ganovenhemd, die Wände, das Blut, alles rot. Die Farbe signalisiert Aggression und verdichtet sich mit dem ständig im Hintergrund brummenden, dröhnenden Ton zu einer Atmosphäre des Unwohlseins. Durch die Montage und die Kameraführung wirkt der Raum wie gemacht für eine Klaustrophobie. Im Widerspruch dazu gibt er kaum Möglichkeit zur Orientierung. Der Schnitt lässt den Zuschauer gerade noch erkennen, dass die Protagonisten sich in einem gemeinsamen Raum befinden. Doch niemand kann den Raum zeichen, nachdem er den Film gesehen hat. Das verursacht Befremdlichkeit, da es gegen die natürlichen Sehgewohnheiten verstößt. Die Bilder sind zu einem Großteil mit Teleobjektiv gedreht, das den Raum noch mal staucht und die dazwischen liegende Fläche nur erahnen lässt,

als einen unscharfen Brei aus Rot, Schwarz, Tod und Aggression."

Zenker und sein Team: Fabian Zenker - Produktion, Licht, Kamera, und Postproduktion
Nina Hermann - Produktion, Planung, Leitung, Drehbuch, Script, Maske
Saskia Peuser - Produkton, Drehbuch, Script, Maske
Stefan Schorer - Produktion, Licht, Kamera-assistenz
Robert Wunsch - Produktion, Drehbuch, Licht, Kameraassistenz