Video Slam: Ein kleiner Junge rührt die Jury

Dana Hoffmann

Beim gestrigen VideoSlam in der Mensabar hat ein Animationsfilm gewonnen. Mit "Der große Flug” sicherten sich Sebastian Schirmer und Reinhold Lamers die Finalteilnahme am 6. Juli.



Ein kleiner Junge träumt vom Fliegen. Seine aus Papier gefalteten Flugzeuge wollen nicht recht abheben. Ein alter Mann kommt dem Jungen zur Hilfe. Happy End. Der Plot von „Der große Flug“ ist einfach, läuft aber dadurch auch nicht Gefahr, sich wie manch anderer Beitrag an diesem Abend in Gedankenspielen zu verlieren.


Liebevoll und mit Blick fürs Detail haben die Gewinner des gestrigen Video Slams, Sebastian Schirmer und Reinhold Lamers, einen Jungen in einer menschenleeren, tristen und kinderfeindlichen Umgebung zum Leben erweckt.



Obwohl der Film optisch ausgefeilt daherkommt, saßen die beiden Filmstudenten aus Offenburg nicht nächtelang vor dem Skizzenbrett: Alle Figuren, Häuser und die allseits präsente Biene sind am Computer modelliert, bewegt und mit einem Filter versehen worden. Rührend, humorvoll, durchdacht – 34 Punkte verteilte die Publikums-Jury.

Knapp dahinter landete „Aminta Diallo“. Der Dokumentarfilm über eine Deutsche im Senegal war mit 32 Minuten nicht nur der längste des Abends. Er ist auch das überraschende Erstlingswerk einer angehenden Ludwigsburg-Studentin.

Jana Bürgelin hat sich mit der Geschichte erfolgreich für den Studiengang „Regie Dokumentarfilm“ beworben – Glückwunsch! Der strengen Jury waren die stimmungsvollen Bilder und die beeindruckend authentische Protagonistin leider nur 32 Punkte wert.

Ngoc-Lam Tran kam die Idee zu „Memorare“ beim Zähneputzen: Ein Junge ist nach einem Unfall querschnittgelähmt und wird von verwirrenden Träumen gequält. Der etwas mit Effekten überladene Kurzfilm des Freiburger VWL-Studenten spielte 30 Punkte ein und damit den dritten Platz. Lam ist geknickt: Am Wochenende hatte er zusammen mit Gregor Kalchthaler den zweiten Platz im Deutschen Jugendvideopreis erreicht.



4. "Was bleibt?" Miriam Trost haucht einem traurigen Harlekin mit Stop Motion-Technik Leben ein. Künstlerisch wertvoll, 28 Punkte.

5. "Bored" Auch für den Regisseur hatte sein Film an diesem Abend Premiere: Noch bis halb neun hatte Tuan geschnitten und getextet. „Unfertig“ findet die Jury: 25 Punkte.

6. "Der Abend danach" Gedichtverfilmungen haben es nicht leicht, schon gar nicht als erster Film des Abends. Die Jury gibt zu: Wir haben’s nicht verstanden, macht 22 Punkte.

Der Gewinner-Film tritt am 6. Juli beim Video Grand Slam an. Es winkt eine Privatvorstellung im Friedrichsbau.

Mehr dazu:

Was: Video Grand Slam in der Mensabar
Wann: 6. Juli 2009, 20.30 Uhr
Wo: MensaBar, Rempartstr. 18
Eintritt: frei