Video: Die Kunst des Beatboxens

Bernd Landwehr, David Weigend & Marc Schätzle

Paul Brenning (links, 23) und Peter Uihlein (31) nennen sich als Duo HansWurst. Mit Hilfe einer Gitarre und diversen Effektgeräten versuchen sie, die Kunst des Beatboxens technisch weiterzuführen. Sie haben uns gezeigt, wie das funktioniert.



Paul Brenning, 23 und Student der Mikrosystemtechnik, war einst Freiburger Domsingknabe, doch mit 15 Jahren wollte er nicht nur lobpreisen, sondern mit Stimme und Lippen noch mehr machen: ein Schlagzeug imitieren, klingen wie ein Roboter, wiehern wie ein Gaul, tönen wie ein Plattenspieler, auf dem man Vinyl scratcht. Und da dies im Münster Unserer Lieben Frau eher auf Unverständnis stößt, verließ Brenning den Chor und beatboxte mit seinen Schulkameraden vom Kolleg St. Sebastian in Stegen.


Klar gab es vor ihm schon Musiker, die Ähnliches gemacht haben. Die mundgemachte Straßenmusik hat in der afro-amerikanischen Kultur Tradition. Schon die Doo Wop-Gruppen in den USA sangen in den 1950er Jahren nicht nur Text, sondern auch Basslinien und sinnfreie Silben. Rapper wie Killa Kela und Rahzel etablierten das Beatboxing Ende der 1990er Jahre in der Hip-Hop-Welt. „Beardyman war meine größte Inspiration“, sagt Brenning.

Nachdem er als Teil des Vokal-Trios (jetzt Duos) Acoustic Instinct das Rezept „A-Capella plus Beatboxing“ auf die Bühne gebracht hat, arbeitet er seit einem halben Jahr mit seinem Kollegen Peter Uihlein (31, Gitarre) daran, die Mundmusik technisch zu erweitern: Unter dem Namen HansWurst setzen die beiden diverse Effektgeräte ein, um die Beatboxerei musikalisch auszubauen.

Die Bedienung dieser Effektgeräte hat Brenning erlernt wie ein klassisches Musikinstrument: Auf Kaoss Pads loopt er sein Zungenklockern, er pitcht seine Stimme auf Mickeymaus-Höhe oder in King Kong-Tiefe, dazu spielt Uihlein Funkriffs. Die Bassdrum als Puls, die Snare mit einem ordentlichen Shaker drüber, fertig ist der HansWurst-Track. „Die Kunst dabei ist die Reduktion. Denn es besteht die Gefahr, dass da schnell reiner Krach entsteht“, sagt „BeatBrenning“. Was ist essentiell und was kann raus? Über diese Frage diskutieren er und Uihlein im Probenraum häufig.

In unserem Video-Feature, das Marc Schätzle und Bernd Landwehr für fudder gemacht haben, kann man sehen und hören, wie HansWurst ihre modernen Songs Spur für Spur aufbauen.

Video: Die Kunst des Beatboxens