Video: Die Geschichte des Sonnenobservatoriums auf dem Schauinsland

Theresa Martus

Im Rahmen des Projekts "Geschichte im Film" haben Schüler des Friedrich-Gymnasiums Dokumentarfilme gedreht und sind dafür mit dem Förderpreis Medienpädagogik ausgezeichnet worden. Philipp Backes hat sich für seine Doku der Geschichte des Freiburger Sonnenobservatoriums auf dem Schauinsland auseinandergesetzt.



"Ich kann kein Fernsehen mehr schauen, ohne darüber nachzudenken, wie es gemacht wird". Maximilian Waibel, der das sagt, arbeitet weder bei einem Fernsehsender noch ist er Filmkritiker. Der 18-jährige ist Abiturient am Friedrich-Gymnasium und hat gemeinsam mit neun Mitschülern am Seminarkurs "Geschichte im Film" teilgenommen. Die Dokumentarfilme, die die Schüler gedreht haben, sind in der Kategorie "Jugendliche der Sekundarstufe II" mit dem Förderpreis Medienpädagogik ausgezeichnet worden, den die Stiftung Medien-Kompetenz Forum Südwest für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergibt. Mit dem Preis werden Projekte prämiert, die Jugendlichen den aktiven und kreativen Umgang mit Medien ermöglichen.




"Die Schüler vom Konsumenten zum Macher werden lassen" – das war eines der wichtigsten Ziele des Kurses, sagt Gregor Delvaux de Fenffe, der Geschichtslehrer, der den Kurs leitete und der als erstes die Idee hatte, Geschichte und Film zu verbinden. "Es ging darum", so Delvaux de Fenffe, "zu zeigen, dass Geschichte etwas Lebendiges ist, erlebt aus Erinnerungen heraus, und vor allem: konstruiert." Ein Ziel, das auf jeden Fall erreicht wurde: "Ich bin jetzt viel, viel kritischer, ich analysiere alles im Fernsehen", sagt der 19-jährige Leonard Karger.

Der Weg vom Konsumenten zum Macher war allerdings von Anfang an nicht unkompliziert. "Zuerst hat man tausend Themen – die Frage ist dann, welches macht auch Spaß?", erzählt Leonard. Die Antworten darauf waren vielfältig: Arbeiten zum Thema Münster und Sonnenobservatorium sind ebenso dabei wie Filme über die Deportation der Freiburger Juden oder die 68er. War ein Thema dann gefunden, ging die Arbeit erst richtig los: Quellen suchen, mit Zeitzeugen reden, Experten fragen. "Im Stadtarchiv gab es wirklich tolle Quellen, da findet man dann auch immer etwas, das neue Felder eröffnet", berichtet Philipp Backes, 17. Auch Zeitzeugeninterviews waren eine ergiebige Informationsquelle, etwa bei Maximilian: "Ich hatte 12 Stunden Interviewmaterial, die ich in 15 Minuten Video unterbringen musste."



Dazu kam, dass für die meisten Schüler die technische Seite des Filmemachens Neuland war. Als "absolute Pioniere", so Lehrer Delvaux de Fenffe, auf diesem Gebiet am Friedrich-Gymnasium mussten sie sich einarbeiten in den Umgang mit den vom Kreismedienzentrum bereitgestellten Kameras und den Schnittprogrammen, damit aus Bildern und Videoaufnahmen ein Film werden konnte. Da ließen sich auch "Monsterarbeitstage", wie Philipp sagt, nicht vermeiden. Allem Stress und aller Improvisation zum Trotz sind sich die Schüler einig, dass der Seminarkurs das "mit Abstand anstrengendste, anspruchsvollste und interessanteste" Projekt ihrer Schulzeit war. Für die 800 Euro Preisgeld werden sie Filmausrüstung für die Schule kaufen.

Video: Die Geschichte des Sonnenobservatoriums auf dem Schauinsland



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