Verum est, pecunia olet

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, woher der metallische Geruch kommt? Eigentlich riechen Metalle nach nichts. Denn ihre feste Struktur lässt keine kleinen Eisenteilchen in die Luft gelangen, die wir dann riechen könnten. Und doch kennt jeder diesen metallischen Geruch. Die Erklärung dafür liegt wahrlich auf der Hand.

Die Lösung des Rätsels ist unsere Haut, genauer die darauf befindliche Schutzschicht. Dieser dünne Film aus Schweiß und Fett ist mit seinem uns von vielen Kosmetikprodukten bekannten pH-Wert von 5,5 leicht sauer. Das hat eigentlich den Sinn, dass diverse Parasiten schon vor dem Eindringen an ihrem Vorhaben gehindert werden können, doch auch Metalle reagieren auch mit diesem Säure-Fett-Gemisch.


Von der Säure angelöst reagieren zweiwertige Eisenionen mit im Schweiß enthaltenen Lipidperoxid, sozusagen Abbauprodukten des Fettes. Die dabei entstehenden Ketone sind leicht flüchtig und gelangen flugs in die Nase.

Dass wir diesen Geruch wahrnehmen können, liegt wahrscheinlich daran, dass auch auslaufendes Blut (bzw. das darin enthaltene Eisen) diesen Duftstoff verströmt. So konnten unsere Vorfahren das Abendessen schon von weitem riechen - oder waren gewarnt, wenn Artgenossen zu selbigem geworden waren.

Die Evolution hatte allerdings nicht vorgesehen, dass der Mensch eines Tages mit Münzgeld hantiert. Trotz fehlender chemischer Kenntnisse hatte Vespasian recht, als er sagte, dass Geld nicht stinke. Das tut es nur indirekt in Verbindung mit unserer Haut.