Versuchte Vergewaltigung im Freiburger Club White Rabbit

fudder-Redaktion

Weil sie Hilfeschreie von der Toilette hörten, konnten Zeugen eine Vergewaltigung in einem Club in der Innenstadt knapp verhindern. Sie hielten den Täter fest, bis die Polizei kam, und ihn festnahm.

In der Nacht auf Samstag, kurz vor 5 Uhr, versuchte nach derzeitigem Sachstand ein 20-jähriger Asylbewerber aus Afrika eine 27-jährige Frau in der Damentoilette einem Freiburger Club zu vergewaltigen, berichtet die Polizei. Nach fudder-Informationen handelt es sich bei dem Club um das White Rabbit am Siegesdenkmal.


Nach derzeitigen Erkenntnissen betrat der Mann kurz nach der Frau die Toilettenkabine, verschloss die Tür und versuchte, die Frau gewaltsam und unter Androhung von Gewalt zu entkleiden. Eine weitere Frau, die die Toilette aufsuchte, konnte Hilfeschreie der Frau hören und holte Hilfe.

Der Täter konnte festgehalten werden

Als ein 34-jähriger Mann zu Hilfe kam, versuchte der Täter, zu flüchten – konnte aber von mehreren Personen festgehalten werden, bis die Polizei kam, und ihn festnahm. Er wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Freiburg dem Untersuchungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Die Geschädigte wurde leicht verletzt und kam zur Untersuchung in eine Freiburger Klinik.

Die Kriminalpolizei Freiburg hat die Ermittlungen übernommen. Die Frau, die die Hilfeschreie hörte und Hilfe holte, konnten die Polizisten nicht mehr antreffen. Sie wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Freiburg, 0761/8825777, in Verbindung zu setzen. Die Rufnummer ist rund um die Uhr besetzt.

Das White Rabbit hat eine Vorgeschichte mit Geflüchteten

Mit den Worten "Wir haben beschlossen, dass wir vorerst keine Menschen mehr in das White Rabbit reinlassen werden, die nur eine Aufenthaltsgestattung besitzen" hatte der selbe Club im Januar bundesweit für Aufsehen gesorgt. Man habe sich nicht in der Lage gesehen, "gewisse Probleme mit Geflüchteten in den Griff kriegen" zu können.

Bei einem "Runden Tisch" einige Tage später forderten Stadtverwaltung und Polizei die Gastronomen auf, bei Problemen immer sofort die Polizei zu holen – auch eine Wiederbelebung der "Aktion Hausverbot" stand zur Debatte. Mitte Februar hatte das White Rabbit Clubausweise eingeführt, die seit Anfang Mai für alle Gäste bei allen Veranstaltungen Pflicht sind.

Bereits einen Monat alt ist eine Diskussion auf der Clubwebsite, wo sich eine "Liane" trotz des neu eingeführten Clubausweises verabschiedet: "Irgendwie empfinde ich die Stimmung als gestört", schreibt sie. "Für mich macht der Clubausweis keinen Sinn." Ein anderer Nutzer benennt das Problem: "Der Hase kann nicht auf noch mehr Frauen verzichten! Damit der Ausweis was bringt, müssten X Vögel rausgeschmissen werden." Ein anderer stimmt zu: "Zuviele Kerle, die sich nicht benehmen können, und die Frauen werden vergrault." Andere Posts handeln von abhandengekommenen Handys und Geldbeuteln.

Das White Rabbit hat sich noch nicht geäußert

Beim White Rabbit war bislang niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Sämtliche Anfragen blieben am Montag unbeantwortet.

Wie Polizeisprecher Klose betont, war die versuchte Vergewaltigung am Samstag der erste Vorfall dieser Art seit Januar in Freiburg. Und es gab in der Stadt im Jahr 2015 laut Statistik der aufgeklärten Fälle nur fünf Sexualstraftaten, an denen Flüchtlinge beteiligt waren.
Update vom 6. Juli

Im Zusammenhang mit der versuchten Vergewaltigung in dem Freiburger Club White Rabbit hetzen Rassisten bei Facebook gegen Flüchtlinge. Die Betroffene hat deshalb einen Brief geschrieben. Fudder veröffentlicht ihn unverändert.