Vermisste Maria: "Aktenzeichen XY" sucht nach 13-jähriger Freiburgerin

fudder-Redaktion & Simone Lutz

Seit dem 4. Mai 2013 ist die 13 Jahre alte Maria aus Freiburg verschwunden. Mehr als 320 Hinweise sind bisher bei der Polizei eingegangen – doch von dem Mädchen fehlt jede Spur. Am heutigen Mittwoch wird der Fall in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" thematisiert:



In der ZDF-Sendung solle an diesem Mittwoch nach dem Mädchen und seinem 40 Jahre älteren Begleiter Bernhard Haase gefahndet, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Freiburg. Die Ermittler erhoffen sich dadurch neue Hinweise, denn eine heiße Spur gebe es trotz intensiver Suche und 320 Hinweisen aus der Bevölkerung bislang nicht.


"Aktenzeichen XY ungelöst" mit Moderator Rudi Cerne wird am Mittwoch um 20:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Im Beitrag zum Fall soll sich Marias Mutter mit einem Video-Aufruf an Bernhard Haase wenden. Gegen ihn gibt es einen europaweiten Haftbefehl wegen Kindesentziehung in einem besonders schweren Fall und sexuellen Missbrauch von Kindern.

Nach Angaben der Polizei hatte Maria den 53-Jährigen aus Blomberg/Nordrhein-Westfalen unterwegs, den sie in einem Internet-Chatroom kennengelernt hat. Er soll schon vor einem Jahr über das Internet Kontakt zu Maria gesucht haben. Die Polizei geht davon aus, dass Maria freiwillig mit dem 53-Jährigen mitgegangen ist.

Freiwillige helfen bei der Suche

"Der Fall steht bei uns ganz oben auf der Agenda", sagte Polizeisprecher Schmid. Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und Interpol sind eingeschaltet.

Hinweise aus der Schweiz haben sich bisher als Sackgasse erwiesen. Nach Medienberichten hatte eine "Leserreporterin" einer Gratiszeitung das Mädchen und den Mann Mitte Mai während einer Ausstellung bei einer Pferdeshow gesehen haben. Auch eine andere "Leserreporterin" will die beiden Gesuchten in der Berner Filiale einer großen Kaffeekette entdeckt haben – allerdings noch bevor Maria offiziell vermisst gemeldet wurde. Die Berner Polizei hat die Hinweise an die Freiburger Ermittlungsgruppe weitergegeben, bislang ohne Erfolg. Auch aus anderen europäischen Ländern trafen Hinweise ein, keiner hat sich als richtig erwiesen.

Die Eltern der 13-Jährigen haben von Anfang an auch das Internet und soziale Netzwerke für die Suche nach ihrer Tochter genutzt. Knapp 20.000 Menschen sind inzwischen Mitglied der Facebook-Gruppe "Bitte findet Maria", mehr als 5.000 Menschen haben die entsprechendeFacebook-Seite "Bitte findet Maria" geliket. Auch ein Blog gibt es: mariasuche.wordpress.com. Darin appellieren Marias verzweifelte Mutter, Verwandte und Freunde an die 13-Jährige, sich zu melden: "Hab Vertrauen und komm heim!"

Viele Menschen, die von der Suche nach dem Mädchen erfahren haben, beteiligen sich ganz konkret daran. Sie geben die Informationen im Internet weiter und helfen zum Teil beim Verteilen von Flyern und Plakaten. Diese haben Privatpersonen und Unternehmen wie Druckereien anfertigen lassen, um damit die Eltern zu unterstützen. Die Flyer werden von einem kleinen Organisationsteam an Freiwillige deutschland- und europaweit verschickt und von diesen in Getränkemärkten, auf Litfasssäulen, bei Autohändlern oder Apotheken aufgehängt.

Hilfsbereit sind viele. Firmen wie zum Beispiel der Bowling Park in Freiburg haben den Aufruf "Bitte findet Maria" auf ihre Websites gestellt, und auch der SC Freiburg postete den Vermisstenaufruf am 15. Mai auf seiner Facebook-Seite. Trotz all dieser Bemühungen und trotz der andauernden professionellen Suche der Polizei ist das Kind auch nach vier Wochen noch nicht gefunden worden.

Mehr dazu:

  • Hinweise an die Polizei Freiburg: 0761.882-4884
    [Bild: Privat]