Verlosung und Interview: Philipp Dittberner beim ZMF in Freiburg

Joshua Kocher

Vor gut einem Jahr spielte vor durchschnittlich 300 Zuschauern. Nun kommt Philipp Dittberner mit Band zum ZMF. Mit fudder-Autor Joshua Kocher sprach er über Band, Tour-Abende und Prinz Pi. Fudder verlost Freikarten an Club-Mitglieder.

Fudder: Philipp, in Deinem ersten Hit "Wolke 4" bekam man nur Dich und Deine Gitarre zu hören. Nun bist Du mit Band auf Tour. Musst Du Dich daran noch gewöhnen?


Philipp Dittberner: Am Anfang war das schon schwierig. Ich kannte das nicht. Inzwischen finde ich es aber extrem gut, mit anderen Leuten auf der Bühne zu stehen. Alleine auf Tour zu sein kann ganz schön einsam sein. Im Frühjahr letztes Jahr habe ich mich mit meiner Gitarre in die Bahn gesetzt und mal hier und mal dort gespielt. Da war man dann schon ziemlich alleine. Auch, wenn du bei den Konzerten immer viele Leute um dich hast, bist du auf eine gewisse Weise isoliert. Es ist mit meiner Band auf jeden Fall schöner.

Fudder: Woher kennst Du die Leute, die gemeinsam mit Dir auf der Bühne stehen?

Philipp Dittberner: Man lernt zwangsläufig neue Leute kennen, wenn man mit seinem Produzenten in Kreuzberg abhängt. Mal geht es zum Mittagessen und dann kennt der den, der den kennt und der hat Bock und der hat keinen Bock. Da kommt schnell eine Truppe zusammen, die sich mittlerweile soweit zusammen gefunden hat, dass ich glücklich bin.

Fudder: Wie schaut eine Philipp Dittberner und Band Tour aus? Ruhige Lagerfeuer-Atmosphäre mit Akustik-Gitarre oder totaler Exzess?

Philipp Dittberner: Das kann ich schwer einschätzen, ich weiß ja nicht, wie es bei anderen Bands aussieht. Manchmal gibt es schon Ausbrüche. Letztens musste ich ziemlich lachen, als wir in Tuttlingen gespielt haben. Da stand zufällig ein Fass Bier zum Selbstzapfen Backstage. Am Ende des Tages kam dann ein Veranstalter, wollte sich ein Bier zapfen und meinte dann so "Hä? Das ist ja leer, das hat die letzten Jahre drei Tage gehalten".

Aber wir haben auch sonst gut zusammengefunden und sind froh, wenn man sich manchmal über etwas anderes, als die Musik unterhalten kann. Ich finde, man muss diese ganze Sache – die Musik und auch der Erfolg, der damit gekommen ist – in einer gewissen Form auch leben und genießen können und sollte das nicht so verkrampft sehen, wie einen Job auf der Bank. Man sollte jedoch auch darauf achten, dass man nicht zum Ozzy Ozbourne wird.

Fudder: Was verbindest Du persönlich mit Freiburg und dem ZMF?

Philipp Dittberner: Nach Freiburg kann ich nicht mal eben schnell mit dem Rad kommen, aber ich war tatsächlich schon mal da, wenn auch nur ganz kurz. Ich habe vor gut 300 Leuten in einem kleinen Kabaretttheater gespielt und es war sehr schön, auch wenn ich den Namen des Ladens vergessen habe. Es gab aber mit Abstand das beste Catering auf der Tour, das werde ich nie vergessen.

Vom ZMF habe ich viele gute Geschichten von meinen Bandkollegen gehört, die dort schon mal gespielt haben und es ziemlich cool fanden. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Fudder: Bist Du eher der Typ für die kleinen, gemütlichen Bühnen oder die großen Festivalstages?

Philipp Dittberner: Das kommt immer auf den Tag und die Leute an. Ich habe viele ruhige Songs, bei denen man auf den Text achten sollte. Da liegt es mir schon nahe, wenn die Leute das gut aufnehmen können. Wenn du auf einer riesigen Bühne stehst und die Leute mitsingen und ausrasten, ist das natürlich ein anderes Gefühl, als auf einer kleinen Bühne vor 300 Leuten zu stehen, die auch eine gewisse Atmosphäre erzeugen. Es hat auf jeden Fall beides etwas, was das andere dann wiederum nicht hat.

Fudder: Deine Songs klingen immer sehr poetisch und lyrisch ausgereift. Woher hast Du all die Geschichten, die Du erzählst?

Philipp Dittberner: Man merkt immer sofort, wenn Musik und Text ehrlich zueinander sind und ich würde nie auf die Idee kommen, mir etwas auszudenken. Wenn man sich auf so eine Weise öffnet, mit emotionalen Texten, dann halte ich mir meine Privatsphäre trotzdem vor. Ich erkläre die Texte ja nicht, aber natürlich ist das alles aus meinem eigenen Leben entnommen.

Fudder: Wissen die Personen, für die Deine Lieder geschrieben sind, dass sie ihnen gewidmet sind?

Philipp Dittberner: Nein, um Gottes Willen, das wäre ganz furchtbar für mich. Die Klatsche möchte keiner bekommen, wenn er bei mir anruft und meint "Ey, der Text ist ja für mich geschrieben" – und ich dann sage "Nee, der ist eigentlich für jemand anderen". Meine engsten Freunde, die mein Leben und meine Geschichten kennen, die können sich das schon denken.

Fudder: Eine Woche nach deinem Auftritt kommt Prinz Pi auf das ZMF. Wie war denn die Zusammenarbeit bei "1,40m", bei dem Du den Refrain gesungen hast?

Philipp Dittberner: Das hat mich total geehrt, da ich Friedrichs Musik früher selbst gehört habe und aus der gleichen Region wie er komme. Da hat man eine ganz spezielle Verbindung. Wenn derjenige dann auf einen zu kommt und meint, er findet dein Album geil und würde gerne mit dir zusammenarbeiten, dann ehrt mich das. Mittlerweile ist daraus ein lockerer, freundschaftlicher Kontakt entstanden. Man geht zusammen essen und quatscht ein bisschen über Mucke. Ich bin froh, dass das geklappt hat.

Fudder: Wie sieht Dein Programm nach Freiburg aus?

Philipp Dittberner: Da kommen bestimmt noch 12 oder 15 Auftritte. Größtenteils sind das Festivals und ein, zwei Club-Shows. Irgendwann muss ich mich dann ein bisschen finden und vor allem ein neues Album schreiben. Da brauche ich Zeit für mich, das geht nicht im Bus zwischen Freiburg und Berlin.

Philipp Dittberner – Das ist dein Leben


Verlosung

fudder verlost unter den Mitgliedern des Clubs der Freunde zwei Mal je zwei Tickets für das Konzert von Philipp Dittberner beim Zelt-Musik-Festival in Freiburg. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff "Das ist 1 Leben" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, 20. Juli 2016, 9 Uhr. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.
  • Was: Philipp Dittberner & Band beim ZMF
  • Wann: Donnerstag, 21. Juli 2016, 21.30 Uhr
  • Wo: Spiegelzelt