Lörrach

Verlosung: Beim Between the Beats Festival spielen Judith Holofernes, Gurr und Maeckes

Tamara Keller

Zum sechsten Mal bringt das Between the Beats Festival Indie-Pop-Bands mit den unterschiedlichsten Einflüssen in den Lörracher Burghof. Wer wann wo spielt, erfahrt ihr hier. fudder verlost außerdem für jeden Abend zwei Tickets.



Freitag 23. März 2018, im Burghof

23.15 Uhr: Judith Holofernes

Ihr Name spielt auf eine frühmittelhochdeutsche Bibeldichtung an, die an Games of Thrones erinnert: Sie erzählt von Judith, die ihr Volk vor dem bösen Feldherrn Holofernes beschützt, in dem sie ihn verführt und heimlich über Nacht umbringt. So brutal, wie die Geschichte hinter ihrem Künstlernamen ist die Musik von Judith Holofernes nicht. Aber etwas Kulturgeschichte hat sie auch spielerisch auf ihrem zweiten Solo-Album "Ich bin das Chaos" (2017) versteckt: So heißt ein Song "Die Leiden der jungen Lisa" oder in "Oder an die Freude" wird mal eben "Beethovens Neunte" generalüberholt und der dazugehörige Text von Friedrich Schiller umgedichtet. Zu diesem Experiment sagt die Sängerin: "Oder an die Freude ist für mich ein absolutes Kernstück dieses Albums. Tatsächlich war es auch lange heißer Favorit für den Albumtitel. Am Ende hat das Chaos aber ganz knapp die Freude besiegt."



20 Uhr: Garden City Movement

Sucht man im Internet nach Informationen zu Garden City Movement, sind in der Berichterstattung Artikel auf Japanisch, Englisch, Deutsch oder Spanisch zu finden. Das spiegelt ziemlich treffend den Bekanntheitsgrad des in Tel Aviv ansässigen Elektro-Trios wider: Mit Auftritten beim Glastonbury, bei Primavera und als Support-Band von Alt-J machten sie rund um den Globus auf sich aufmerksam. Die hypnotische Musik verflicht sich mit den Vocals, den Gitarren und Synth-Basslines und laden zum Tanzen und zum Träumen ein.



20.55 Uhr: Neufundland
Wer sich den Song "Rückenwind, Pt. 2" von Neufundland anhört, denkt sich vielleicht: Das hab ich doch schon mal gehört. Das liegt vor allem daran, dass der erzählende Sprechgesang an Kettcars "Sommer '89" erinnert. Nur blöd, dass der Neufundland-Song schon drei Jahre alt ist, der von Kettcar aber neu. Vielleicht liegt die Ähnlichkeit darin, dass beide Bands Indie-Rock machen. Unterschiede sind hingegen, dass die Newcomer lauter, krachiger und moderner klingen und nicht aus Hamburg sondern, aus Köln-Ehrenfeld kommen.


22.05 Uhr: Gurr
Led Zeppelin, The Beatles, The White Stripes, Nirvana, The Smiths, The Cure – mit all diesen Musiklegenden hat die deutsche Band Gurr (sprich: Gör) seit vergangenem Jahr etwas gemeinsam: Sie durften in den Maida Vale-Studios in London für die BBC spielen. Kein Wunder also, dass nach dieser Ehre der Terminkalender der beiden besten Freundinnen Laura Lee und Andreya Casablanca eigentlich voll ist. Diesen März treten sie als Support der österreichischen Band Wanda auf und im April begleiten sie als Vorband die britische Band shame. Zwischendrin schauen sie aber auch beim Between the Beats Festival vorbei. Was es zu der Musik von Gurr zu sagen gibt, hat der Guardian in einem Satz wunderbar zusammen gefasst: "Fizzing joy of Indie as it used to be".


Vorverkauf: Einzeltickets für den Freitag sowie Festivaltickets gibt es online unter bz-ticket.de/karten oder Tel. 0761 / 496-8888 und bei allen BZ-Geschäftsstellen.

Samstag, 24. März 2018, im Burghof Lörrach

20 Uhr: Ten Fé
Eigentlich hatten Ben Moorhouse und Leo Duncan nie vor, gemeinsam eine Band zu gründen. Sie unterstützten sich einfach gegenseitig in Musikdingen und spielten ihre Lieblingssongs von den Beatles und den Stones in der Londoner U-Bahn. Irgendwann fingen sie aber doch an, diese Rockeinflüsse mit eigenen elektronischen Elementen zu verbinden und Songs zu schreiben. Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr erschien ihr erstes Album "Hit the Light". Wer Glück hat, trifft die Beiden trotzdem manchmal noch in der Londoner U-Bahn: "Das machen wir immer noch, wenn wir Geld brauchen. Oft trifft man uns an der Picadelly Line", sagte Moorhouse vor zwei Jahren in einem Interview mit Intro.



21.20 Uhr: Maeckes & die Katastrophen
Kann man so verrückt sein und mit seiner Ex-Freundin ein ganzes Musikalbum schreiben? Ja, man(n) kann, das hat zumindest Maeckes bewiesen. Außerdem kann ein Musiker auch mehr machen als nur singen, das dachte sich zumindest das lyrische Untergrundtalent und managte das gesamte Drumherum zu seinem neuen Album "Tilt" (2016). Allgemein ist der Rapper ein Freund des Experiments: So trat er anfangs als Duo gemeinsam mit Plan B auf, es folgten Solo-Auftritte und sein Part in der ersten, realen Boyband – Die Orsons. Als er "Tilt" vorab ausgewählten Leuten zeigte, um sich Feedback zu holen schrieb er auf Twitter auch per Direktnachricht Judith Holofernes an, um sie zu fragen, ob sie Lust hätte, reinzuhören. Sie hatte Lust und aus der neuen Freundschaft entstand auch ein Remix zu Judiths Single "Analogpunk". Ob die beiden den Song wohl auch gemeinsam in Lörrach performen werden? Das Publikum darf gespannt bleiben.



Samstag, 24. März, 2018 im SAK (Altes Wasserwerk)

23.15 Uhr: Brothers of Santa Claus
Fünf Typen blicken mehr oder weniger gelangweilt in die Kamera. Während vier hinten an der Wand stehen, sitzt einer von ihnen lässig etwas weiter vorne auf einem Stuhl. Auf seiner Brusthöhe prangt ein weißes Banner mit der Aufschrift "This is the Band". Mehr verraten die Brothers of Santa Claus auf ihrer Webseite nicht über sich, dabei gibt es doch so viele interessante Dinge, die es sich lohnt, über die Musiker zu wissen: Sie sind seit Jahren die vielversprechendste Band Freiburgs, sie kicken, wenn sie nicht mehr weiterwissen und der Bandname entstammt einem Sofa, dass sich wie ein Rentierschlitten anfühlte. Ihre Musik, die sich irgendwo zwischen Rock und Pop verortet, ist genau wie ihr Internetauftritt: Ungeschminkt aber irgendwie auch einzigartig.



Danach: Fuck Art, let's dance!
Der Bandname ist schon ein Statement für sich: Gegen die tiefgründige Kunst und pro Tanzbein. Im Programm des Between-the-Beats-Festival wird folgendes versprochen: "Wenn man Fuck Art, Let"s Dance! live sieht, wird man zu einem Teil von ihnen. Ihre Bewegungen werden eure Bewegungen, ihr Enthusiasmus euer Enthusiasmus, ihre Ekstase eure Ekstase. Befreiender kann ein Konzert nicht sein." Dagegen hält der Spiegel mit: "Jeder Song ist tanzbar, aber halt nicht unbedingt leicht verdaulich für den Mainstream." Was der Post-Bedroom-Kellerwave der Hamburger Band mit einem macht, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.
Vorverkauf: Einzeltickets für den Freitag sowie Festivaltickets gibt es online unter bz-ticket.de/karten oder Tel. 0761 / 496-8888 und bei allen BZ-Geschäftsstellen.


Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde ein Mal zwei Tickets für den Festivalfreitag, 23. März 2018 sowie ein Mal zwei Tickets für den Festivalsamstag, 24. März 2018 (die Samstagstickets gelten für die Konzerte im Burghof und für die Konzerte im Alten Wasserwerk). Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Begriff "Beat Beat Beat" an gewinnen@fudder.de

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Mittwoch, 21. März um 9 Uhr. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.