Verliebt, verloren... verblitzt.de?

Ruben Sakowsky

Was ist schlimmer, als die Tram zu verpassen? Die Tram nicht zu verpassen, sich in eine(n) Unbekannte(n) zu verlieben und ihn oder sie dann aus den Augen verlieren. Das sagen zumindest die Macher von verblitzt.de. Um aus solchen verpassten Gelegenheiten doch noch Happyends zu machen, haben sie ihren Suchdienst für die verlorene Liebe auf den ersten Blick gestartet.



New Yorker sind schon ein romantisches Völkchen. Als der damals 21-jährige Patrick Moberg Anfang November vergangenen Jahres mit der U-Bahn unterwegs war, sah er dort das Mädchen seiner Träume. Bevor er jedoch den Mut gefasst hatte, sie anzusprechen, verlor der Web-Designer und Vimeo-Mitarbeiter sie in der Menge der Fahrgäste.


Kurzerhand registrierte er die Domain www.nygirlofmydreams.com und veröffentlichte dort eine Zeichnung des Mädchens. Innerhalb von 48 Stunden stieß eine Freundin der Gesuchten auf die Website und machte Patrick mit dem U-Bahn-Mädchen bekannt. Das Treffen war ein voller Erfolg: Aus der Subwaybekanntschaft wurde bereits nach der ersten Verabredung ein Paar. Die Meldung der filmreifen Romanze ging um die Welt und schaffte es bis in die Online-Ausgabe der italienische Tageszeitung il giornale und ins norwegische Dagbladet.



Für alle anderen, die sich verliebt und verloren haben, gibt es nun seit Anfang Juli diesen Jahres die Seite verblitzt.de. Dort kann man der verpassten Liebe auf den ersten Blick eine kurze Nachricht hinterlassen und ein Foto hochladen. Die Nutzer haben außerdem die Möglichkeit, von ihren geglückten Suchaktionen zu berichten. Auf der Seite, die sich auf romantische Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln spezialisiert, gibt es leider bisher erst 40 Einträge.

Auch aus Freiburg hat sich bereits eine Mutige gefunden, die hofft,  ihren „skater boy im santa cruz shirt“ wiederzufinden, den sie in der Linie 27 getroffen hat.

 
Übrigens: Mit Patrick Moberg und seiner Angebeteten hat es nicht geklappt. Die beiden trennten sich nach zwei Monaten Beziehung. „Es ist schade, dass es mit uns nicht geklappt hat“, schreibt Moberg in seinem Blog. „Aber die Welt könnte mehr Geschichten wie unsere gebrauchen.“

Bleibt zu hoffen, dass die Verblitzten bald einige erzählen können.

Mehr dazu:

  • Patrick Moberg: Blog