Verborgene Theken: Sushi & Hot Pot in Betzenhausen

Martin Herceg

Seit Anfang 2013 ist Freiburg um ein All-You-Can-Eat-Sushi-Restaurant reicher. In Betzenhausen, unweit von Seepark und StuSie, liegt das "Sushi & Hot Pot". Außer Sushi kann man sich hier sein eigenes Süppchen kochen und mit exotischen Zutaten experimentieren - zum Beispiel mit Froschschenkeln:



Ambiente

Die Sundgauallee gilt in Freiburg nicht als Gourmetmeile. Umgeben von Blumenläden, Supermärkten und Bäckereien sticht das Sushi & Hot Pot mit weißem Werbebanner und überdimensionalen Drachen- und Buddahfiguren aus der Wohngegend im Freiburger Westen heraus. Es befindet sich auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes.

Hier, wo noch bis vor wenigen Monaten eine Filiale des China-Vietnam-Restaurant "Bat Dat" war, gibt es jetzt Sushi und Asia-Fondue. Betrieben wird das Restaurant von der gebürtigen Vietnamesin Linh Quan Vo, die seit 1995 in der Freiburger Gastronomie mitmischt und zusätzlich zum Sushi & Hot Pot auch verschiedene "Bat Dat"-Filialen führt.



Beim Betreten des Ladens wird man von einer Art Schrein begrüßt, der, wie Inhaberin Vo sagt, "als Glücksbringer die Geister besänftigen soll". Der Gastraum wirkt einladend: Die Einrichtung ist in Hochglanz-Weiß gehalten, die Tische sind akkurat eingedeckt; hier und da peppt ein bisschen Asia-Kitsch das Ambiente auf. Im Hintergrund läuft ein holländisches Webradio, das „Trendy Music für trendy People“ anpreist und in angenehmer Lautstärke Lounge-Mucke verbreitet.

An diesem Mittag ist das Restaurant spärlich besucht; meine Begleitung und ich sind die einzigen Gäste - vielleicht haben die Freiburger bei der aktuellen Hitze keine Lust auf Lunch. Als wir auf unseren Plätzen ankommen, werden wir sehr nett begrüßt und können unsere Getränke und Hot-Pot-Suppen ordern. Außerdem erklärt die Chefin höchstpersönlich und ausführlich, wie alles funktioniert.

Bei der Zubereitung der Speisen kann man - wie in vielen anderen Sushibars üblich - allerdings nicht zuschauen: Das Laufband biegt durch eine Öffnung in der Wand neben der Kasse in die Küche ab.

Auf der Speisekarte

Wer im Sushi Hot & Pot essen will, muss definitiv einen gesunden Appetit und Zeit mitbringen, denn: À la carte gibt es hier nicht. Stattdessen wartet auf die Gäste ein All-You-Can-Eat-Angebot: mittags für 9,90 Euro und abends für 19,90 Euro sind alle Speisen, die auf kleinen Tellern über den langen Tresen laufen, inklusive. Kinder bis 3 Jahre zahlen gar nichts, Kinder bis 10 nur die Hälfte. Ein Haken dabei: Für jeden nicht leergegessenen Teller muss man zwei Euro draufzahlen. "Damit wollen wir verhindern, dass am Ende die Hälfte im Mülleimer landet und die Gäste ihr Essen allzu planlos konsumieren", sagt Linh Quan Vo.

Wie der Zusatz "Hot Pot" im Namen des Restaurants verrät, gibt es nicht nur die klassischen Sushi-Tellerchen mit Maki, Sashimi, California-Rolls und Nigiri, sondern auch das eigentliche Highlight des Restaurants: den Hot Pot, also heiße Töpfe mit Suppenbrühe. Diese werden nach dem Servieren am Tisch auf Induktionskochplatten abgestellt, die in die Tische eingelassen sind. Vorab kann man aus drei verschiediedenen Brühen seine Basis wählen. Zur Auwahl stehen: Bangkok, eine sauer-scharfe Tom-Yum-Brühe, Tokio, eine Miso-Brühe mit Seetang und Saigon, eine klassische Hühnerbrühe. Diese Art zu essen, ist, laut Linh Quan Vo, in Deutschland einzigartig.



In die Töpfe können wahlweise Champignons, Fleisch, Karotten, verschiedene Sorten roher Fisch, Tofu, Kohl, Froschschenkel und Nudeln selbst gekochen werden. Nach erfolgtem Kochen werden die Zutaten dann mit einem kleinen Sieb wieder aus der Brühe gefischt. Anschließend stehen zum Abschmecken drei verschiedene Soßen zur Auswahl: scharfsaure Thai-Soße, Erdnusssoße und Sojasoße. "Wichtig ist, dass man Mut mitbringt und Neues ausprobiert", sagt Vo. "In Zukunft wollen wir auch noch exotischere Zutaten ausprobieren, zum Beispiel Tintenfischköpfe."

Der Hot Pot macht Spaß, ist an diesem Mittag auf Grund der Hitze jedoch auch etwas schweißtreibend, denn die heiße Suppe blubbert direkt vor einem - dezente Sauna-Atmosphäre kommt auf. "Nächsten Sommer wird es bei uns auf jeden Fall eine Klimaanlage geben", verspricht Vo.



Abgesehen vom All-You-Can-Eat-Essensangebot bietet die Karte eine große Auswahl von Getränken. Unter anderem vietnamesisches, japanisches, thailändisches und chinesisches Bier, Lychee- und Pflaumenwein, aber auch Kaiserstühler Weine und die üblichen Erfrischungsgetränke aus dem Hause Coca-Cola.  

Kaffeepreis

Der Kaffee kostet bei Sushi & Hot Pot 2,20 Euro, einen Espresso bekommt man für 2 Euro. Der Fokus der Karte liegt jedoch weniger auf Kaffee. Chefin Linh Quan Vo empfiehlt als Heißgetränk Jasminblüten-Tee für 2,60 Euro.  

Wegbeschreibung

Der Sushi & Hot Pot ist nur wenige Meter von der Stadtbahn-Haltestelle Betzenhauser Torplatz entfernt und von der Innenstadt aus mit der Straßenbahnlinie 1 in zehn Minuten erreichbar.



Adresse


Sushi & Hot Pot
Sundgauallee 110
79110 Freiburg-Betzenhausen (GoogleMaps)
0761. 800090  

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
12 bis 14:30 Uhr und  18 bis 23 Uhr

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