Verborgene Theken: Little Steve the Hot Dog Chief

Inka Rupp

Curry Dogs, Barbecue Dogs und Spicy Sauerkraut Dogs: Die Freiburger Streetfood-Szene wächst - in der Eisenbahnstraße verkauft Little Steve Hot Dogs - "mit viel mehr Liebe als IKEA!". Statt mit dem Truck kommt Steve aber - typisch Freiburg - mit dem Fahrrad:



Ambiente

Ein Presslufthammer dröhnt, Trolleys klappern über das Kopfsteinpflaster und eine Gruppe Mädchen eilt lachend Richtung Bahnhof. Inmitten der Hektik könnte man den kleinen Verkaufsstand neben dem Edeka beinahe übersehen - wäre da nicht die leuchtend rot-gelbe Fahne mit dem Logo des Little Hot Dog Chief. Am Stand sorgt ein Schirm für Schatten und neben dem Tresen ist ein kleiner Tisch mit zwei Barhockern aufgebaut. Dahinter steht Steve, the Hot Dog Chief.



Der Inhaber

Der Standbesitzer Stefan Carle hat drei Jahre in Spanien verbracht und dort auf Festivals, Messen und Partys in Foodtrucks verkauft. "Dort habe ich wohl auch das Pünktlichsein verlernt", bemerkt er während er schnell die ersten Würstchen auf den Grill wirft und eine erste Kundin mit den Worten "Sorry, bin noch nicht fertig" vertröstet. Der 34-Jährige hatte schon immer eine Leidenschaft für Fast Food aller Art, studierte jedoch zuerst BWL, bevor er sich dem Straßenverkauf zuwandte. Nach seinem Spanienaufenthalt beschloss er, das Konzept Streetfood auch in Freiburg zu verwirklichen und Hot Dogs zu verkaufen - „wie bei Ikea, aber mit viel mehr Liebe!“

Das Besondere

Mit seinem an ein Fahrrad gekoppelten Verkaufsstand hat Stefan einen kleinen Stellplatz in der Innenstadt ergattert. Die großen Foodtrucks sind wegen der hohen Platzmieten im Zentrum dort nicht zu finden. Der Stand hat aber auch einen Nachteil gegenüber den Trucks: Bei Regen und starkem Wind bleibt die Eisenbahnstraße hotdoglos. An schönen Tagen steht Stefan jedoch immer bereit, berät Kunden mit Entscheidungsschwierigkeiten und lässt die Mayonnaiseflasche in der Luft kreisen.

Anfängliches Belächeln und gar Anfeindungen von Verteidigern der Bratwurst-Hochburg Freiburg à la „Wieso machste nicht ne Rote?“ sind längst überwunden. Der Hot Dog Chief hat seinen Platz behauptet und denkt gerade über Vergrößerung nach. Ein zweiter Stand ist bereits im Aufbau – größer soll er sein und Stefan will an ihm das Selbstbedienungsprinzip erproben: Die Kunden kriegen das Würstchen und können Soße und Zutaten selbst zusammenstellen. Unterstützt wird Stefan bei seinem Streetfoodprojekt von einem Mitarbeiter, seinen Eltern und von seiner Hündin Akira - „Freiburgs real hot dog“.



Speisen

Neben dem obligatorischen Classic Dog gibt es am Stand Curry Dogs, Barbecue Dogs und Spicy Sauerkraut Dogs. Wenn man Lust auf etwas anderes hat, kann man sich auch selbst einen Hot Dog zusammenstellen. Am Stand gibt es Sauerkraut, Röstzwiebeln, Gurken, Mais und Jalapeños und dazu kann man zwischen sieben verschiedenen Soßen wählen: Neben Ketchup und Senf hat Stefan Currysoße, Barbecuesoße, Chilisoße, Remoulade und scharfes Jalapeño-Pepper-Relish im Angebot.

Bald gehören auch zeitlich begrenzte Specials, wie zum Beispiel der Cheese Dog - ein Hot Dog mit Sprühkäse - zum Angebot. Ein vegetarischer Dog ist ebenfalls in Planung. Auch Getränke gibt es am Stand: Zum Hot Dog bietet Stefan gekühlten Apfelsaft, Cola und Wasser an.
Die Hot Dogs kosten 2,70 € und in der Happy Hour von 14.30 bis 17.30 Uhr 2,20€.



Publikum

Anstatt der von Stefan erwarteten Kinder und Jugendlichen kommen zu seinem Erstaunen hauptsächlich Hot-Dog-Genießer Ü30 an den Stand. "Vom Geschäftsmann bis zur Mutter mit Kindern ist alles vertreten", erzählt Stefan.

Öffnungszeiten

Der Stand steht von Montag bis Samstag von 11.30 bis 18.30 Uhr neben dem Edeka in der Eisenbahnstraße - außer natürlich bei schlechtem Wetter. Alle Infos zu den Öffnungszeiten gibt's auf Steves Facebookseite:    

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