Verborgene Theken: Kamel-, Känguru- und Krokodil-Burger vom Fichterlager

Konstantin Görlich

Diese Theke ist wirklich verborgen: Ganz hinten in einer Kleingartenanlage werden Freiburgs abgefahrenste Burger verkauft. Krokodil, Kamel, Känguru. Echt wahr. Was es damit auf sich hat, wer dahintersteckt und wie du an die exotischen Burger kommst:



Das Fichterlager ist so alt, dass es niemand mehr kennt. Den Eindruck haben jedenfalls Manuela und Torsten Reinhard, die die Gaststätte vor knapp einem Jahr übernommen haben. Der Traditionsname geht auf einen Herrn Fichter zurück, der in dem Vorkriegsbau ein Lager hatte, und zwar für Dünger und Pflanzenschutzmittel. Das liegt nahe, denn heute ist das Fichterlager nicht nur Gaststätte sondern zugleich das Vereinsheim der Gartenfreunde Freiburg-Süd. Es liegt versteckt in deren Laubenkolonie, von der Eschholzstraße aus zu erreichen über einen schmalen Weg, der sich Staudingerstraße nennt. Direkt gegenüber von der Hauptfeuerwache geht’s rein.

"Wir wollen andere Burger haben, als die anderen."

Manuela betrieb bis vor einem Jahr den Imbiss am Obi im Industriegebiet Nord, wollte etwas Spannenderes, Festes und sagte sich: "Wenn wir das Fichterlager übernehmen, dann soll es richtige Hausmannskost geben. Selbstgemacht, die Schnitzel eigenhändig geklopft. Tiefkühlkost kann jeder." Die 41-Jährige hat zusammen mit ihrem Mann Torsten (28) aus dem heruntergewirtschafteten Biergarten einen Gastronomiebetrieb gemacht, zu dem die Leute wieder kommen. Darauf ist sie sichtlich stolz.

"Vor einem halben Jahr haben wir dann das mit den Burgern ausprobiert und es war prompt ein Erfolg." Auch weil Torsten, der umtriebige Verkäufer, sie über das Internet vertreibt. Das Fichterlager ist auf allen gängigen Plattformen vertreten, meist unter dem Namen "Burgerfactory Freiburg", und kommt bei Platzhirsch http://pizza.de/freiburg" titel="">pizza.de auf eine respektable Nutzerbewertung von über 4,5 von 5 möglichen Sternen. "Das ist richtig eingeschlagen, weil wir in Freiburg die einzigen sind, die solch ein Programm an Burgern liefern."

Die Burger

In der Tat: Das Burger-Portfolio setzt Maßstäbe. Es beginnt beim handlichen 62,5-Gramm-Rindfleisch-Hamburger für 2,90 Euro und endet bei 27,90 Euro für den XXL Croco Burger. Darauf: karamellisierte Zwiebeln, Salat, Sauce - und 360 Gramm echtes Krokodil vom echten Nil. Kein Witz. Wo andere beim Black Angus-Rindfleisch schon mit ihrem „Special“ aufhören, geht’s im Fichterlager erst los. Känguru, Kamel, Bison, Strauß - hier kann man sich einmal um den Erdball futtern, oder durch den halben Mundenhof.

Außerdem im Bun: Pulled Pork, mehrere besondere Sorten Rind, irisches Lamm und Mac&Cheese. Ja, tatsächlich: Ein Burger aus Makkaroni und Käse. Vegetarischer wird es hier allerdings nicht. "Die Vollkorn- und Veggie-Burger gingen gar nicht weg." Am beliebtesten ist trotzdem der BBQ-Bacon-Cheeseburger (5,90 Euro / 150 Gramm oder 9,90 Euro / 250 Gramm) mit Fleisch vom Simmentaler Rind. Bei den Spezialburgern liegt Kamel knapp vor Känguru und Krokodil. "Die Leute trauen sich da ran. Manche kommen deswegen inzwischen schon sogar von außerhalb."

Die exotischen Tiere werden eigentlich als Steak importiert, aber extra für das Fichterlager verarbeitet der Großhändler sie zu Burger-Patties. Das geht interkontinental natürlich nur tiefgekühlt, was dem Geschmackserlebnis aber kaum Abbruch tut. Etwas trocken sind sie vielleicht, aber die meisten kommen ja auch aus der Wüste. Das heimische Rindfleisch wird frisch verarbeitet, die Brötchen liefert eine kleine Bäckerei aus Freiburg und auch sonst legt man hier Wert auf die Zutaten. Bio-Fleisch? "Ein Burger ist ein Burger, und der muss erschwinglich sein," befindet Manuela, etwas rustikal.

Das Ambiente

Rustikal ist auch das Fichterlager. Holzdeckenlamellen, Holzwandlamellen, mehr Stammtisch-Schilder als Tische, alte Tische. "Wenn’s nach uns ginge, würde hier alles amerikanisch aussehen. Aber jetzt versuchen wir erstmal, an neue Möbel zu kommen." Das Publikum wird immer gemischter, Kleingärtner kommen bis auf ein paar Stammgäste der ersten Stunde allerdings kaum - die grillen wohl eher selbst.

Dabei verpassen sie einen gemütlichen Biergarten mit einer riesigen Eiche, teilweise überdachten Plätzen und einem etwas zugewachsenen Spielplatz. Ab und zu pfeift eine Lok auf den nahen Bahngleisen, aber sonst ist es hier ziemlich lauschig.

Nicht so im Menü des Fichterlagers, das die Reinhards gerne in "Burgerfactory Freiburg" umbenennen würden - wie im Internet. Gerade wird ein gigantischer Pizza-Burger entwickelt - oder ist es eine Burger-Pizza? Auch im Tierreich geht die Suche weiter. Die Kandidaten: "Hai und Python", sagt Torsten und grinst. Meint er das ernst? Na klar.

Mehr dazu:

  • Was: Burgerfactory Freiburg / Gaststätte Fichterlager
  • Wann: Di.-Fr. 14-22 Uhr (Küche ab 17 Uhr), Sa. & So. 10-22 Uhr (Küche ab 12 Uhr)
  • Wo: Staudingerstraße 105, 79115 Freiburg
 
Fotos: Konstantin Görlich

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.