Verborgene Theken: Imbiss am Güterbahnhof

Philipp Aubreville

Jeden Morgen holen sich die Trucker im Stadtteil Brühl beim "Imbiss am Güterbahnhof" ihre Tagesration Frittenfett ab. Eine verborgene Theke mit besonderem Charme.





Ambiente

Nicht weit vom Industriegebiet Nord entfernt liegt der "Imbiss am Güterbahnhof" im Stadtteil Brühl. Das hier ist nicht das Postkarten-Freiburg; Hier gibt es weder mittelalterliche Gebäude noch den Schwarzwald zu sehen. Doch wo passt eine Frittenschmiede besser hin, als in dieses Grau-in-grau? Auf die Bedienung wirkt sich die triste Umgebung zumindest nicht aus, denn unfreundlich ist man hier nicht.

Kurz: Der Imbiss am Güterbahnhof ist einer dieser Orte, an dem Tatort-Kommissare ihre Eheprobleme besprechen.




Publikum

Das Publikum überrascht kaum: Zwar findet sich zwischen Bauarbeitern in Berufskleidung und Menschen, die ähnlich aussehen, aber vermutlich keine Berufskleidung tragen, auch der ein oder andere Anzug, doch insgesamt schlemmen hier genau die Männer, die man mit einer Pommesbude assoziiert. Männer, richtig. Hier liegen Frittenfett- und Testosteronanteil auf demselben, hohen Niveau; weibliche Schlemmerinnen sind hier ungefähr so zahlreich vorhanden wie Gemüseburger und Tofu-Würstchen.

Wie ich den Begrüßungsfloskeln meiner Mitesser entnehmen kann, ist der „Imbiss am Güterbahnhof“ für einige Herren ein beliebter Treffpunkt.



Auf der Speisekarte

Ein unter Hyperaktivität leidender PETA-Aktivist hätte hier seine helle Freude: Frikadellen, Fleischkäse, Schweineschnitzel und diverse Wurstsorten lassen dem etwas anderen „Tierfreund“ das Wasser im Mund zusammenlaufen. Als Beilage gibt es neben den zu erwartenden Pommes Frites Spätzle oder Brötchen. Was zur Perfektion jedoch noch fehlt sind Hot Dogs und Hamburger. Für die Alibi-Fraktion gibt es neben Nudel-, Kartoffel- und Wurstsalat auch grünen Salat. Dabei hat doch neulich die BILD festgestellt, dass Pommes gesünder als Salat seien.
Für zwei Euro gibts außerdem ein Frühstücks-Menü mit belegten Brötchen und Kaffee.



Kaffeepreis

Den Pott Kaffee gibt’s hier schon für einen Euro. Die bereits vor einigen Jahren von Jan Delay, der damals noch Eißfeld hieß, mit der „Ausgeburt der Hölle“ gleichgesetzte „Generation Milchkaffee“ zahlt nochmal zwanzig Cent drauf. Zusätzlich gibt’s noch Tee für einen Euro und die gesamte Produktpalette eines US-Softdrinkkonzerns für jeweils 1,15.



Das Besondere

Eine ganz normale Frittenbude also? Nicht ganz. Das Spezielle sind die Öffnungszeiten: Bereits um acht Uhr morgens kann man hier seine Pommes Schranke frühstücken – wer Currywurst zum Abendbrot möchte, muss sich allerdings sputen: Um 18 Uhr ist Schicht im Schacht – genauso wie am Wochenende. Die Zielgruppe sind offensichtlich Truckerfahrer und andere Menschen, die (zumindest offiziell) nur in der Woche arbeiten.

Wegbeschreibung

Vom Bahnhof aus vorbei an Döner- und Orientläden, McDonalds und China-Resteraunt in Richtung Stephan-Meier-Straße. Diese bis zur Tennenbacherstraße hochfahren, dann links abbiegen. Diese muss bis zur Friedhofstraße hochgefahren werden – dann rechts abbiegen und geradeaus. Der Imbiss am Güterbahnhof ist direkt gegenüber vom Pit Stop, den man früher oder später gar nicht übersehen kann.

Wer einen eklatanten Gegensatz zwischen Frittenfett und Frühsport sieht, kann auch mit der Bahn bis zum Rennweg fahren. Von dort weiter in Fahrtrichtung laufen, bis man den besagten Pit Stop sieht.

Mehr dazu:


Adresse

Imbiss am Güterbahnhof
Neunlindenstr. 2
79106 Freiburg im Breisgau
0761.8962323

Öffnungszeiten

Montag – Freitag: 08-18 Uhr