Verborgene Theken: Gasthaus Blume in Opfingen

Stephan Elsemann

Die Blume in Opfingen dürfte sich zu einem Renner entwickeln. Sascha Halweg hat das Haus im Januar übernommen und viele neue Ideen vor allem in die Küche eingebracht. Der Gasthof liegt inmitten von Weinbergen und Badeseen und ist dabei nah genug an Freiburg für einen spontanen Fahrradausflug.



Das Besondere

Aufsehen erregen wird die Blume vor allem mit ihrer Küche. Das fängt bei den vermeintlichen Nebensächlichkeiten an: beim Brot, einem Dinkelbrot. Das wird hier persönlich vom Chef gebacken, Es schmeckt noch am zweiten oder dritten Tag  so gut, dass Sascha Halweg – von seinen Gästen gedrängelt – seit einiger Zeit einen kleinen Außer-Haus-Verkauf gestartet hat.
Sascha Halweg hat sich mit der Blume einen Traum erfüllt. Nach sechs Jahren als Geschäftsführer in Webers Weinstube, Ganter Brauereiausschank und anderen Lokalen von Toni Schlegel wollte er andere Wege gehen. Das heißt vor allem, das Haus zusammen mit seiner Frau Susanne als Familienbetrieb zu führen. Susanne Halweg stammt aus Opfingen und ihr Bruder Martin Frey versorgt die Blume zur Zeit mit Bio-Spargel von seinem Bauernhof.



Auch alle anderen Produkte stammen aus der Region. Mit Gerd Steiner hat die Blume einen gebürtigen Österreicher als Koch gewonnen, und prompt finden Strudelteig und frische Nudeln auf phantasievolle Weise ihren Platz auf der Karte. Koriandernudeln etwa. Das flüchtige Aroma der frischen Korianderblätter wird erst kurz vor dem Kochen hinzugefügt, und so bleibt es gut im Teig konserviert. Hierzu wird der Nudelteig gut ausgerollt, mit dem Korianderblätten belegt, zusammengeklappt und wieder ausgewalzt. Beim Sieden in Salzwasser kann er sich dann entfalten. Sehr delikat. Solche Experimente kann man mittwochs am Nudeltag miterleben.



Immer bestellen kann man "Probierele", eine einheimische Version von Tapas. Marinierte Champignons oder Rindfleischsalat mit Brot oder gefüllte Weinblätter, die mit Hirse gefüllt werden oder marinierten Lachstatar und vieles andere mehr. Insgesamt zehn verschiedene Gerichte kann man kombinieren. Auch sie werden mit großer Raffinesse zubereitet.

Auf der Speisekarte

Die Probiererle bekommt man ab 3,60 Euro, als "flotten Dreier" für 11 Euro. Die Karte führt Klassisches wie Wurstsalat (5,80 Eur) und natürlich auch ein Schnitzel, das hier statt der Brägele mit einem sensationell leckeren Kartoffel-Sellerie-Stampf serviert wird (11,50 Euro). Vegetarier finden Gemüseküchle mit Limettensalsa (8,80 Euro) oder ein Kartoffelgratin mit Ziegenkäse (10,80 Euro) auf der Karte. Vegetarisches findet sich auch auf der Wochenkarte, die für saisonale und aufwändigere Gerichte reserviert ist, wie eine Lammkrone zum Beispiel (20 Euro).



Die Lammkrone kennen die hiesigen Metzger eher unter der französischen Bezeichnung Lammcarré. Es ist ein besonderer Zuschnitte des Rückens. Vereinfacht beschrieben sind es Koteletts, die noch aneinander hängen. Angebraten wird also auf dieser Fettschicht, langsam, bei moderater Temperatur von allen Seiten. Ganz wunderbar duftet das Lamm, wenn es aus dem Ofen kommt. Zur Zeit stehen auf der Wochenkarte natürlich Spargelgerichte, wie überall.

Einen Mittagstisch bekommt man in der Blume auch – ein fleischfreies Gericht (6,90 Euro) und eines mit Fisch oder Fleisch (7,90 Euro), serviert mit Suppe oder Salat.

Getränke

Susanne Halweg war vor Jahren einmal badische Weinprinzessin. Für die Opfingerin ist es klar, dass bis auf einen Gutedel-Fasswein ausschließlich Gewächse vom Tuniberg auf der Weinkarte stehen dürfen. Ihr "badisches Herz" würde bluten, käme es anders. Ein Viertel Fasswein kostet 3,10 Euro, ein Weißburgunder 3,80 Euro. Einen Spätburgunder bekommt man für 4,50 Euro. Ein Pils von Waldhaus kostet 2,40 Euro (0,3l). Ein große Flasche Mineralwasser bekommt man für 3,90 Euro, eine hausgemachte Limonade für 2,80 Euro (0,3l). Der Kaffee – es ist ein äthiopischer Waldkaffee – stammt von den Elephant Beans. Espresso und Kaffee kosten zwei Euro.



Wo?

Das Gasthaus Blume mitten in Opfingen ist auch für Sonntagsradler in 45 Minuten zu erreichen. Links und rechts des Weges liegen verschiedene kleine Attraktionen: der Mundenhof, das Maisfeld, der Wald selbst und natürlich der Opfinger Baggersee. Der große Opfinger See gehört zu den Badeseen, deren Wasserqualität behördlicherseits alljährlich stets für ausgezeichnet erklärt wurde, was den See aber nie daran hinderte, sich nach zwei Wochen Sommer in eine trübe Brühe zu verwandeln.

Doch das ist vorbei. Seit einiger Zeit sind Luftsprudler am Werk, die die Wasserqualität auch über die ganze Badesaison sichern. Immer schon eine ausgezeichnete Wasserqualität (ganz ohne künstliche Beatmung) hat dagegen der Rimsinger See hinterm Tuniberg. Für entschlossene Radler ist er über Opfingen aber in gut einer Stunde von Freiburg aus zu erreichen. Baden macht hungrig und das leckere Vesper in der Blume mag auf dem Rückweg ein Anreiz und eine schöne Belohnung sein für die erneute erfolgreiche Überwindung des Tunibergs.




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Adresse


Gasthaus Blume

Unterdorf 2
79112 Freiburg-Opfingen
07664-6123889
info@blume-freiburg.de
Web: Gasthaus Blume

Öffnungszeiten


Montag bis Freitag

11.30 bis 14 Uhr und 17 bis 24 Uhr

Samstag und Sonntag
10 bis 23 Uhr – an den Pfingsttagen geöffnet

Mehr dazu:


Foto-Galerie: Stephan Elsemann