Verborgene Theken: Die Warsteiner Galerie

Christine Duttlinger

Na gut, verborgen ist die Warsteiner Galerie natürlich nicht. Aber neue Betreiber hat sie - und seit Neuem ganztags geöffnet! Zeit für einen Besuch im Wohnzimmer der Freiburger Kulturszene:



Die Galerie

Will man die Urgesteine der Freiburger Kneipenszene auflisten, kommt man an der Warsteiner Galerie nicht vorbei. Unzählige Generationen von Studenten haben hier schon abends Bier getrunken und Tortilla gegessen. Aber jetzt gibt's Neuigkeiten an der spanisch-deutschen Front: seit dem Betreiberwechsel im Februar hat die Warsteiner Galerie auch tagsüber geöffnet. Und außer Tapas gibt’s hier jetzt auch einen wechselnden Mittagstisch, Kuchen und Kaffee.  

Das Besondere

Albondigas, russischer Salat und frische Oliven - die Warsteiner Galerie ist berühmt für ihre Tapas. Und diese Tapas ziehen ein Genießerpublikum an: Jazzmusiker trinken hier mit klausurenschiebenden Studenten Wein und am Tisch nebendran genießen Doktoranden wie Auszubildende Brot mit Aioli. Im Hintergrund knistert der Ofen, Zigarettenrauch schwirrt zwischen den hitzig diskutierenden Köpfen umher und die vielen alten Fotografien verleihen der bohèmen Atmosphäre einen antiken Charme.



Seit der Neueröffnung hat die Warsteiner Galerie tagsüber geöffnet und es gibt einen Mittagstisch. "Alles ist frisch und selbst gemacht", erklärt Betriebsleiterin Yvonne Schindler. Und neben den beliebten Tapas gibt es jetzt auch noch richtige Hausmannskost: Wirsinghackeintopf, Blumenkohlsuppe mit Räucherlachs und Gulascheintopf. Das Mittagsangebot wechselt täglich, wird aber stets mit Salat, den man selbst zusammenstellen kann, serviert.

"Manchmal haben wir auch Exotisches", so Yvonne Schindler, "letztens gab es zum Beispiel Pastinakensuppe mit Erdnussbutter." Wer lieber Süßes mag, dem empfiehlt Schindler den selbstgemachten Käsekuchen. Und natürlich gibt es Kaffee und Espresso. Und auch die Nichtraucher können sich freuen: Rauchen darf man erst abends.

Der neue (alte) Betreiber

"Weinschorle, wie immer?" Betriebsleiterin Yvonne Schindler weiß, was ihre Stammgäste gerne trinken. Fast jeden Abend läuft sie flott mit dem Tablett zwischen den Tischen umher, ab und zu hält sie auch mal ein Schwätzchen. "Ich habe noch nie ein Laden erlebt, in dem so viel Herz war", sagt Schindler. "Ich würde nirgendwo anders arbeiten wollen."

Und dieser Enthusiasmus hat auch Besitzer Christian Höhne gefallen: Seit er den Laden wieder selbst führt, ist Yvonne Schindler Betriebsleiterin. Christian Höhne hat die Warsteiner Galerie persönlich vor fast vierzig (!) Jahren eröffnet. Vor acht Jahren hatte er sie an ein anderes Unternehmen verpachtet, weil er eigentlich in Rente wollte. Aber dann konnte er's doch nicht lassen: seit Februar ist er wieder selbst der Chef in der Warsteiner Galerie. Unterstützung bekommt er nicht nur von Yvonne Schindler, sondern auch von seiner Familie: seine Frau bereitet alle Speisen selbst zu und in zwei Jahren wird seine Tochter die Warsteiner Galerie übernehmen.

Die Getränke- und Speisekarte

Neuigkeiten gibt's auch auf der Bierkarte: neben Warsteiner, San Miguel und Bier vom Fass kann man jetzt auch Waldhaus schlürfen. Ansonsten hat die Warsteiner Galerie alles was man samstagabends gerne trinkt: Rot- und Weißwein, Sekt, Aperitifs, Liköre, Wodka und Gin. Außerdem gibt’s eine kleine Cocktailkarte.

Suppen, Eintöpfe und Auflauf - die vegetarische Mittagstischvariante kostet 4,50 Euro, mit Fleisch macht’s 5,50 Euro. Wer wissen will, was es gibt, kann auf der Homepage die wechselnde Speisekarte anschauen.



Hinter der verglasten Theke thronen die Tapas: warme Albondigas stapeln sich neben Chorizo und Serranoschinken. Die großen weißen Schüsseln sind gefüllt mit Patatas aioli, Hähnchen in Mandelweinsause und russischem Salat. "Also die Tortilla, die muss man einfach mal gegessen haben", so Yvonne Schindler, "genauso wie unsere Ailoi."

Ambiente

Die Warsteiner Galerie ist ein kleiner Fleck Idylle, der es sich gegenüber des schwarzen Bibliotheksriesen und zwischen den größeren Hausfassaden gemütlich gemacht hat. Der Laden ist einstöckig, ein Teil der vorderen Seite ist verglast und es gibt einen winzig kleinen Innenhof mit Stühlen. Die Theke innen drin sieht ein bisschen aus wie eine antike Filmkulisse: rote Blechdosen residieren neben einer alten Kaffeemühle und auch die Reihenfolge der Schnapsflaschen erscheint farblich passend.

Außerdem gibt es sowohl einen Raucher- und einen Nichtraucherraum. Die Wände sind voll von Schwarzweiß-Fotografien. "Teilweise sind es Fotografien von der Belegschaft der Warsteiner Brauerei" so Yvonne Schindler, "aber es verstecken sich auch private Familienbilder von Christian Höhne darunter." Die Bilder gibt es in den unterschiedlichsten Größen, alle sind jedoch feinsäuberlich eingerahmt.

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag: durchgehend 10 Uhr vormittags bis Ende
Sonn- und Feiertags:
geschlossen

Adresse

Milchstraße 7
79098 Freiburg im Breisgau
Telefon: 0761 25611