Verborgene Theken: Café Mohrentopf auf dem alten Schmitz-Katze-Areal

Franziska Brandsch

Süße Leckerbissen und herzhafte Waffeln stehen im Café Mohrentopf auf der Speisekarte. Einflüsse aus der französischen Karibik, der Schweiz, wie auch Asien lassen sich bei den Patisserie-Kreationen sowie der Deko wiederfinden.

Ambiente

Die Einrichtung des Cafés ist ein gemütlicher Mix aus modern und alt: Das Geschirr ist größtenteils gebraucht gekauft, die Lampen alle neu. Teilweise stammen die Sessel von Alexandras Großeltern oder vom Flohmarkt – bei ihren vielen Reisen haben sich die Inhaber Alexandra und Aldo Inspiration für die Deko geholt. Die Papierrollen, auf denen die Speisen und Getränke stehen, sind beispielsweise eine Idee aus Bali. "Ich mag es auch sehr grün", erzählt Alexandra und deutet auf die vielen Blumen und Pflanzen im Laden. "Man soll sich zu Hause fühlen", sagt sie.

Seit drei Jahren sind sie schon in der Haslacher Straße. Angefangen hat alles mit einem Fenster-Verkauf im Innenhof. Seit Anfang des Jahres haben sie einen großen Innenraum mit rund 30 Plätzen und sowohl im Hinter- als auch im Vorhof Stühle und Tische für etwa 60 Gäste.

Die Betreiber

Alexandra Elatré (32) und Aldo Russo (43) betreiben gemeinsam das Café Mohrentopf. Kennengelernt haben sich die beiden über Alexandras Schwester und sind bereits seit über zehn Jahren ein Paar. Gleich zu Beginn der Beziehung gingen sie auf Weltreise und da hat sich gezeigt: Dicht auf dicht für mehrere Monate hat so gut funktioniert, dass auch nichts dagegen gesprochen hat, gemeinsam zu arbeiten.

Mit 17 machte Alexandra ursprünglich eine Lehre zur Arzthelferin, doch schon von klein auf war das Thema Kochen und Backen in ihrer Familie sehr präsent. Anfangs hat sie zu Hause gebacken und ihre Kuchenkreationen an Cafés geliefert. Mit dem Café kann sie nun gemeinsam mit Aldo ihrer Leidenschaft fürs Backen nachgehen.

Alexandra

Der Name

Mehrere Cafés tragen die Namen Mohrenkopf oder Mohrenköpfle und auch Alexandra wollte einen ähnlichen Namen, dennoch nicht den selben. Das Wortspiel mit Topf hat ihr gut gefallen. "Ich bin der Mohr und Aldo der Topf, das kann salzig wie süß sein", sagt sie und lacht. Der Begriff Mohr stammt ursprünglich von der historischen Bezeichnung der Mauren aus Afrika, welche vorwiegend Nomaden waren. Auch Alexandra und Aldo sind viel unterwegs und daher passe das gut, erklärt Alexandra.

Auf dem Mohrentopf-Logo sieht man eine Regenbogen-Buttercreme-Torte, die sie für die gleichgeschlechtliche Hochzeit von Aldos Neffe gebacken hatte. Sie symbolisiert Offenheit und Toleranz, wozu auch das Café Mohrentopf animieren möchte.

Das Konzept

Ein wirkliches Konzept für das Café gab es zu Anfang nicht, erklärt Alexandra. Es ist alles nach und nach dazu gekommen und soll einfach glücklich machen. Die Einrichtung ist zusammengewürfelt und soll die Wärme eines Zuhauses ausstrahlen. Genauso leitet sich auch die Speisekarte her: Süße Tartes, die Glücksgefühle wecken und Altbekanntes von Daheim wie Milchreis und Waffeln.

Waffel

Das Besondere

Das eingespielte Team aus Alexandra und Aldo bietet den Besuchern das Beste aus beiden Welten: Süß und Salzig. Mit Detailverliebtheit zaubern sie handgemachte Leckereien, die sich auch gut kombinieren lassen. Jeder Kunde, der den Laden betritt, wird mit viel Freundlichkeit empfangen. Das Essensangebot wird immer neu konzipiert und ist von den verschiedensten Ländern inspiriert.

Auf der Speisekarte: Süßes

"Süße Schweinereien findet ihr in der Vitrine". So steht es auf der Speisekarte und allein der Anblick lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Angebot wechselt je nach Jahreszeiten und so gibt es im Moment viel mit den winterlichen Zutaten Äpfel, Birnen, Nüssen und Granatapfel. Im Herbst natürlich viel mit Zwetschgen. Genauso, wie Alexandra aufgewachsen ist, erklärt sie.

An diesem Tag in der Kuchenvitrine: Apfeltaschen, Zitronen-Cake, Sauerkirsch-Streusel, Maracuja-Schoko-Tarte, Apfel-Mandel-Cranberry, Paris-Brest-Nougatine, Schoko-Praline 75%, Bananen-Haselnuss-Caramel-Tarte, Nuss-Torte und eine Zitronen-Surprise mit Baiserhaube.

Die meisten der Tartes im Mohrentopf sind sehr aufwendig gefertigt. Wie lange es genau dauert eine herzustellen, kann Alexandra nicht sagen, weil alles nebenher über mehrere Tage gemacht wird. Das ist aber auch das Praktische, sagt sie: "Ich fange nicht um 5 Uhr morgens an, denn ich bin absolut kein Frühaufsteher. Vorbereiten ist alles. Vieles muss ruhen, bevor man es verarbeiten kann."

Waffeln gibt es von klassisch mit Puderzucker oder Apfelmus, über Nutella und Sauerkirschen, bis hin zu gebratener Banane und Eis. On top natürlich Sahne wer mag. Das Waffelrezept stammt von Alexandras Großmutter aus der Schweiz. "Waffeln sind so banal, machen aber jeden glücklich". Am Wochenende gibt es zusätzlich Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Vanillesauce.

Hochzeits- und Motivtorten backt Alexandra besonders gerne – allerdings ohne Fondant (also diese meist weiße Zuckermasse um den Kuchen). Den findet sie nämlich spießig und gegessen wird er sowieso nicht. Recht hat sie. Deshalb hat sie sich auf Buttercreme-Torten spezialisiert. Meistens fallen ihre Kreationen sehr hoch aus und sind passend zum Thema dekoriert. Kunterbunt mit Süßigkeiten für Baby-Partys und Kindergeburtstage sowie klassisch mit Rosen und Goldverzierungen für Hochzeiten.



Speisekarte: Salziges

Für alles Herzhafte ist Aldo zuständig. Neben altbekannten Klassikern wie Flammkuchen und Pizza, gibt es hier auch außergewöhnliche Waffeln der deftigen Art. Die Popeye-Waffel ist mit Spinat und Feta, die mediterrane Waffel hat Tomaten, Oliven, Zucchini und Käse drauf und die Bacalão-Waffel ist mit Stockfisch und Käse. Die Waffel des Tages war passend zum Winter mit Birne, Gorgonzola und Walnüssen. Auch hier wechseln die Sorten immer mal wieder. So gibt es beispielsweise auch manchmal "schwarze Waffeln", die mit Sepia von Tintenfischen gefärbt sind.



Frühstück

Im Sommer gibt es bunt gemischte Bowls, wie man sie in Bali bekommt und im Winter dafür heiße Pancakes. Die Pfannkuchen im amerikanischen Stil gibt es entweder mit Ahornsirup und karamellisierten Mandeln und dazu Apfel, Birne oder gebratene Banane.

Für alle die den Tag lieber deftig beginnen gibt es natürlich ebenso Ausgefallenes: Mit einem weichgekochten Ei gefüllte Avocado im Speckmantel, Rührei auf Brot mit Ruccola und Tomaten, dazu Bacon oder Lachs, sowie den Waffel Sloppy Hot Dog, ein Würstchen in der Waffel mit Rinder-Hack und Cheddar-Käse.

Wer eher von der Sorte "morgens ein Butterbrot" ist, kann den Brioche mit Butter probieren. Den gibt es wahlweise mit Marmelade, Bacon oder Lachs.

Auf der Getränkekarte

Die bekannten Fritz- und Now-Softdrinks, Orangina und verschiedene Bier- beziehungsweise Weinsorten befinden sich im kalten Getränkeangebot. Neben Klassikern wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato gibt es heiße Schokolade, wahlweise in hell und dunkel sowie mit Marshmallow. Matcha Tee und Chai Latte sowie heißer Holunder sind ebenfalls mit dabei. Zudem gibt es frisch gepressten Orangensaft – den sogar heiß oder kalt.

Adresse

Haslacher Straße 41, 79115 Freiburg (auf dem alten Schmitz Katze Areal)

Öffnungszeiten

Mittwochs und donnerstags hat das Café von 11.30 bis 18 Uhr geöffnet sowie Freitag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Am ersten Sonntag im Monat wird ein Brunch veranstaltet, für den man im Vorfeld allerdings reservieren sollte, da die Plätze begehrt sind. Auch als Cateringservice kann das Café Mohrentopf gebucht werden – für deftige sowie süße Speisen.

Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, wird es als Highlight traditionelle französische Galettes geben. Diese bestehen aus Blätterteig mit einer Mandelfüllung. Wie in Frankreich üblich befindet sich darin eine Porzellanfigur versteckt. Alexandra wird 30 Galettes, mit drei versteckten Figuren backen und wer eine Figur in seinem Stück findet, wird King oder Queen of the Day. Auch am Valentinstag wird es wieder spezielle Angebote geben, verrät Aldo.

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