Verborgene Theken: Café im Alten Wiehrebahnhof

Stephan Elsemann

Das Café im Alten Wiehrebahnhof ist ein netter Hang-Out mit Tradition in der Alternativkultur. Ein Besuch empfiehlt sich nach dem Marktbesuch, vor und nach dem Kinobesuch - oder einfach so. Willkommen im Wohnzimmer der Boulespieler!





Ambiente:

Der Bahnhof mit dem Café ist das gefühlte Zentrum des Stadtteils Wiehre - vor allem seitdem drum herum der Wochenmarkt mittwochs und samstags abgehalten wird. Dass es den Markt überhaupt an dieser Stelle gibt, ist zuallererst der Bahn zu verdanken, denn da, wo früher mal Gleise waren, ist heute genug Platz dafür. Platz auch für einen netten Flohmarkt alle vier Wochen - und nicht zuletzt für die Boulespieler, die französische Lebensart meinen, aber doch wohl eher badische Gemächlichkeit zelebrieren.



Dass hier auch ein Kino untergebracht ist - und zwar dasjenige, das in Freiburg mit mehr als 300 Filmen pro Jahr das umfangreichste Programm hat, bekommen viele Neu-Freiburger oft erst nach einigen Jahren mit. Seit 1981 schon ist das Gebäude Heimat des Kommunalen Kinos. Vor einigen Jahren zog auch das Literaturbüro Freiburg ein. Seither finden einige Male im Monat im Galerieraum des Cafés auch Lesungen und Werkstattgespräche statt.

Publikum:

Gedacht als Treffpunkt für Kinoenthusiasten und deshalb im Volksmund auch Koki-Café genannt, wurde es vor allem ein Treffpunkt für die Marktbesucher mittwochs nachmittags und samstags vormittags und am Abend ein Wohnzimmer für Boulespieler und andere Wiehrebewohner.

Kaffeepreis:

Kaffee für 1,50 Euro, Cappuccino 1,80 Euro. Der große Milchkaffee kostet 2,40 Euro. Fürstenberg Bier bekommt man in der Halbliterflasche für 2,40 Euro. Und ganz stolz ist Daniel Heinrich (unten), Urgestein des Cafés und des Kokis auf das Riegeler Landbier - für Biertrinker, die das herbe Fürstenberg nicht mögen. Gleichfalls für 2,40 Euro. - Ein Viertel Gutedel kostet 2,80 Euro, der leckere Calixte Crémant 3 Euro das Glas.



Auf der Speisekarte:

Kuchen stammen von der äußerst beliebten Bäckerei Bühler in der Brombergstraße und kosten 2 Euro. Abends, wenn der Kuchen alle ist, muss man sich mit kleinen Chipstüten, Erdnüssen und Schokostangen behelfen.

Das Besondere:

Die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Cafés hat eine lange Tradition. Das merkt man heute noch an der Autonomie des Personals bei der Auswahl der Musik. Zwischen House, Klassik, Rock und Balkan-Pop-Klängen, die der mOsten-DJ Bogdan Sobokar in seiner Zweitbeschäftigung als Theker im Café zu Gehör bringt, ist hier alles drin. Die berühmt berüchtigte Launenhaftigkeit einzelner Mitarbeiter soll hingegen gewichen sei - Altersmilde womöglich.

Wegbeschreibung:

Zum Alten Wiehrebahnhof fährt kein Zug mehr, mit dem man anreisen könnte. Deshalb nimmt man das Fahrrad oder geht zu Fuß. Vom Bertoldsbrunnen geht's zum Schwabentor, dann rechts herum der Straßenbahn folgen, weiter geradeaus in die Hildastraße fahren, die Talstraße überqueren und weiter geradeaus in höchstens acht Minuten steht man davor. Oder man fährt mit der Linie 2 in Richtung Günterstal bis zur Haltestelle Lorettostraße und läuft dann links die Urachstraße herunter bis zum Bahnhof.

Adresse:

Café im Alten Wiehrebahnhof
Urachstraße 40
79102 Freiburg
0761-7059657
Web: Alter Wiehrebahnhof (KoKi)

Öffnungszeiten:

Di, Do, Fr 15 - 1 Uhr, Mo 18 - 1 Uhr, Mi 13.30 - 1 Uhr,
Sa 8.30 - 1 Uhr, So 14.00 - 1 Uhr

Frühere Folgen: