Verborgene Theken: Bruder Wolf im Bermuda-Dreieck

Marissa Müller

Tagsüber Bistro, abends Bar – im Bruder Wolf wird vor allem amerikanische Küche serviert: Pulled Pork, Pastrami Sandwiches und Baked Potatoes stehen auf der Karte. Hausgemachte Cocktails und Limos von Thomas Henry ergänzen das Angebot.

Ambiente

Dunkles Holz, ein Baumstamm und viele Pflanzen, die in großen Einmachgläsern oder Flaschen auf Regalen und Tischen stehen. Im Bruder Wolf betritt man "den Wald", Lebensraum des bösen Wolfs. Schummriges Licht kommt aus einfachen Glühbirnen, die an langen Kabeln von der Decke hängen. Eine Holztreppe führt runter in den Keller oder in "die Höhle", die am Wochenende für die feierwütigen Tiere da ist. Silberne Rohre und eine Wand aus Mauergewölbe vervollständigen den cleanen Industrie-Style. Es ist cool, modern aber trotzdem gemütlich.

Name und Konzept

Die drei Brüder Simon Gerriets, Leon Gerriets und Daniel Johari betreiben die Bistro-Bar seit etwa zwei Monaten. Daher kommt der Bruder im Name. "Bei der Ideensuche fanden wir das Konzept "Wald" cool", sagt Daniel Johari. "Und damit wir die Geschichte sozusagen fertig erzählen können, haben wir noch einen Sympathieträger gesucht". Damit war der Bruder Wolf geboren.

Mit dem Wolf wird auf die typische Märchengestalt aus dem Rotkäppchen-Märchen angespielt. "Das ist eine ambivalente Figur. Der Wolf ist nicht brav, sondern anrüchig und frech, aber man mag ihn trotzdem", sagt Johari. Diese Eigenschaften spiegeln sich auch in der Bar wider. "Hier geht es auch nicht immer so brav zu", sagt Simon Gerriets. Mit dem Bruder Wolf wollen sie etwas für junge Leute in ihrem Alter schaffen und ein neues Publikum im Bermuda-Dreieck ansprechen. "Wir wollten mit der Bar auch etwas machen, das wir selbst cool finden", sagt Daniel Johari.

Speise-und Getränkekarte

Cool und anders lautet das Motto der Speisekarte. "Wir wollten keine klassischen Burger und haben dann überlegt, was in New York gerade cool ist", sagt Daniel Johari. Heraus kam eine einfache Küche für junge Leute. Der Bruder Wolf bietet Pulled Pork, Pastrami Sandwiches, Baked Potatoes und eine vegetarische Teriyaki-Platte an. Dazu gibt es verschiedene Suppen und Salate.

"Wir wollten nichts, was wahnsinnig kompliziert und aufwendig ist", sagt Johari. Das Angebot ist bewusst klein gehalten, je nach Saison kann es aber Variationen geben. Demnächst soll die Karte noch erweitert werden. Es wird beispielsweise Pinchos (kleine Tapas) geben und auch ein Katerfrühstück am Wochenende ist angedacht. Dafür fehlen momentan aber noch ausreichend Küchenkräfte.

Auch bei den Getränken will der Bruder Wolf außergewöhnlich sein. In der Karte finden sich wenig klassische Cocktails. "Wenn jemand einen Klassiker möchte, bekommt er ihn natürlich", sagt Simon Gerriets. "Aber wir wollten einfach weg von Sex on the Beach und Long Island und so etwas". Eigene Kreationen, die teilweise zusammen mit dem Limonadenhersteller Thomas Henry entwickelt wurden, stehen auf der Karte. Empfehlung von Simon Gerriets ist "Evas Adamsapfel", ein Cocktail mit Gin, Limettensaft und Pink Grapefruit. "Der ist superlecker", sagt Gerriets. Wer keine Cocktails mag, der kann sich Craftbeer, Limos von Thomas Henry oder Säfte von Jung (die ein weiterer Bruder der Gerriets vertreibt) bestellen.

Preislich bewegt sich der Bruder Wolf im Mittelfeld. Ein Cocktail kostet zwischen 7 und 8,50 Euro. Die Preise der Speisen bewegen sich etwa im selben Rahmen. "Wir setzen auf regionale, coole und hochwertige Produkte", sagt Simon Gerriets. Zusammengearbeitet wird vor allem mit Freunden und der Familie.

Das Besondere

Auf der Karte steht: "esse Außergewöhnliches", "trinke Unbekanntes" und "feier ausgelassen". Im Bruder Wolf soll alles das möglich sein – das Besondere ist hier die Vielfalt. Tagsüber ist der Bruder Wolf eine Bistro-Bar, abends und am Wochenende kann es auch schon mal etwas wilder zugehen. In "der Höhle" können sich die Feiertiere dann austoben. Dabei stehe der Barbetrieb aber im Vordergrund.

Freitags läuft Elektro und samstags Old-School-Hip-Hop. "Wir wollten auf jeden Fall weg von den Charts", sagt Simon Gerriets. Einmal im Monat finden im Bruder Wolf auf beiden Etagen Partys statt. "Dann wird alles ausgeräumt, damit mehr Platz zum Tanzen ist", erklärt Daniel Johari. Der Freiburger DJ Jan Ehret hat zum Beispiel schon hier aufgelegt. Wer nicht so gerne feiert, kann sich im Keller auch die Fußball-Bundesliga anschauen und nebenbei Pulled Pork oder Pastrami genießen.

Die Betreiber

"Es war schon immer irgendwie ein Traum von uns Brüdern, was zusammen zu machen", sagt Simon Gerriets, der Geschäftsführer im Puzzles ist und damit Gastronomie-Erfahrung mitbringt. "Man entwickelt sich ja auch weiter und ich wollte gerne etwas Eigenes haben – eine Bar in die ich auch privat hingehen würde", sagt Gerriets.

Mit seinen Brüdern Leon Gerriets und Daniel Johari habe das dann einfach gepasst. Leon Gerriets ist Koch und war vorher im Freiburger Küchenchef, Daniel Johari kommt aus dem Marketing und kümmert sich unter anderem um das Konzept. Johari gehört außerdem zu den Gründern von Decker-Bier.

Adresse

Der außergewöhnliche Bruder Wolf
Niemensstraße 6
Tel.: 0176 32375321

Öffnungszeiten

Sonntag bis Donnerstag 11 - 3 Uhr
Freitag und Samstag 11 - 5 Uhr



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