Verborgene Theken: Badischer Heldt in Wittnau

Stephan Elsemann

Das Vereinslokal in Wittnau ist ein prima Ausflugsziel für Sommertage und zum Fußballgucken. Und für einfache badische Gerichte, wie sie Simon Heldt in seinem neuen Restaurant kocht.



Ambiente

Hier haben sich Wirt und Wirkungsstätte gefunden. Simon Heldt ist dem Sportverein Wittnau (siehe auch: Kleinststadtgeheimtipps Wittnau) seit Kindertagen verbunden, und der Fußball ist ein wichtiger Teil seines Lebens. Die Kochlehre dagegen beim Sternekoch Alfred Klink im Colombi-Hotel war für ihn "Hardcore". Mit noch nicht einmal sechzehn Jahren, das sagt er heute, war er wohl zu jung für diesen Job. Und wenn er eine Erkenntnis mitgenommen hat, so ist es diese: Nie wieder Sterneküche, schon gar nicht in seinem Restaurant.

Und so arbeitete er viele Jahre als Koch im Catering beim Merzhauser Metzger Lehmann. "Ein Freund", sagt er – und ein Job, den er niemals aufgegeben hätte, außer für den "Burgblick". "Burgblick" hieß das Restaurant viele Jahre. Doch von dem Blick hat man vor allem im Winter etwas, wenn die dicke Kastanie, die im Weg steht, ihre Blätter verloren hat. Deshalb ist der neue Name "Badischer Heldt" passender, denn Simon Heldt ist natürlich immer präsent in seinem Laden.



Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Sarah Maatouk hat er die Gaststätte modernisiert, auch sie ist Köchin, die bei Hans Riehle im Grünen Baum ihr Handwerk gelernt hat. Viel Geld wurde in Küchentechnik investiert und auch ins Mobiliar auf der Terrasse.
Platz gibt es hier reichlich und frische Luft, was allem an warmen Sommertagen für reichlich Zulauf sorgen sollte, wenn in Freiburg der Höllentäler nicht mehr reicht und nur noch Höhenmeter die rettende Abkühlung versprechen. Für Zulauf sorgen auch die vielen Fußballübertragungen und nicht nur bei den Vereinsmitgliedern. Denn schon jetzt konnte der badische Heldt Reservierungen für die EM entgegennehmen – von Freiburgern, die sich von der ausgelassenen Stimmung bei den Fußballspielen haben anstecken lassen.



Auf der Speisekarte

Einfach soll die Küche hier sein – und bezahlbar. Und so wurde die Kücheneinrichtung den Bedürfnissen angepasst, das heißt, sie wurde vor allem für einen hohen Durchsatz optimiert: Bratensauce, Rahmsauce und Pilzrahmsauce stehen bereit, ein großer Behälter mit Paniermehl wartet auf die vielen Schnitzel und eine gut platzierte Friteuse auf die vielen Pommes. Simon Heldt kennt sein Publikum. Doch bei allen Rationalisierungen: Simon Heldt kann seine Küche mit gutem  Gewissen präsentieren. Das Fleisch etwa stammt vom Metzger Lehmann, seinem Freund und ehemaligen Arbeitgeber. Da weiß er, was er bekommt.

Fleisch ist des Heldts Gemüse, und so tummelt sich auf der Speisekarte Kurzgebratenes von der Pute, vom Schwein, vom Kalb und vom Rind. Das Schweineschnitzel bekommt man hier für faire 7,90 Euro. Es iist ein Schnitzel ‘Wiener Art‘, das heißt es wird sehr dünn geklopft. Das klassische echte Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch, bekommt man ebenfalls. Es kostet 13,50 Euro.

Ein Tipp fürs Schnitzelbraten zu Hause: Immer vor dem Panieren salzen und pfeffern, sonst kommt der Pfeffer beim Schnitzel nicht mehr an. Neben den vertrauten Schnitzelvarianten "Zigeuner" und "Cordon Bleu" bekommen wir hier auch ein Rumpsteak (16,90 Euro), Schweinefilets (9,90 Euro), Geschnetzeltes und ein Hacksteak. Dazu kann man zwischen Pommes, Kroketten, Kartoffelgratin oder Butterspätzle wählen. Salat geht extra.



Der ist bei den vegetarischen Gerichten schon dabei. Auch hier geht es im vertrauten Rahmen weiter: Mit Nudelpfanne (6,90 Euro) und Pfannkuchen (7,90 Euro), den unverzichtbaren Käsespätzle (7,90) Euro. Eine Sportlerkarte, eine Salatkarte und eine Kinderkarte ergänzen das Programm. Auf der Kinderkarte firmiert mit 0,00 Euro "Paul's Piraten Räubermenu" als Preisbrecher des Hauses. Ein extra Mittagstisch ist nicht in Planung, doch Tagesangebote schon. Dienstags wird Leberletag und am Samstag wird es immer Suppenfleisch mit Meerrettichsauce geben.

Getränke

Sportler und Sportfans sind stets durstig und trinken besonders gern Bier. So bekommt man das Ganter-Pils im großen Glas für freundliche 2,50 Euro (0,4l), das kleine für 2,20 Euro (0,3l). Ein Weizen vom Fass kostet 3 Euro (0,5l). Ein Viertel Gutedel bekommt man für 3,40 Euro, ein Viertel Spätburgunder für 4 Euro und Schorle für 2,20 Euro. Flaschenweine gibt es ab 12 Euro. Mineralwasser kostet 2,20 in der Halbliterflasche. Softdrinks bekommt man für 2,20 (0,3l). Ein Espresso kostet 1,80 Euro, ein Milchkaffee 2,60 Euro.



Wo?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Wittnau gut zu erreichen. Vom Hauptbahnhof fährt alle halbe Stunde ein Bus in 23 Minuten nach Wittnau. Und auch nach dem Abendessen kommt man nach Freiburg zurück. Der letzte Bus fährt gegen Mitternacht. Allerdings muss man umsteigen und die Fahrt dauert etwas länger.


Größere Kartenansicht

Adresse

Badischer Heldt
Kirchweg 10
79299 Wittnau
0761-403797
info@badischer-heldt.de
Web: Badischer Heldt

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
11 bis 14 Uhr und 17.30 bis Mitternacht – oder länger

Samstag und Sonntag
11 bis 24 Uhr – oder länger

Mehr dazu:


Foto-Galerie: Stephan Elsemann