Verborgene Theken (47): Grüner Baum

Stephan Elsemann

Hervorragend speisen kann man im Grünen Baum in Merzhausen. Hans Riehle war vor über 20 Jahren Freiburgs Pionier des preiswerten Mittagstischs - gekocht auf hohem Niveau und mit frischen Produkten. Er ist ist sich treu geblieben.



Ambiente

Von außen sieht der Grüne Baum wie eine Villa aus, drinnen sieht man sich in eine Dorfgaststube versetzt. Der Service ist relaxt und freundlich, was daran liegen mag, dass nicht wenige Freunde und Familienmitglieder von Hans Riehle darin involviert sind. Das sorgt so ganz nebenbei für Gemütlichkeit.



Publikum

Zu Mittag ist das Restaurant gut besucht in überraschend bunter Zusammensstzung. Von – tatsächlich – und, wie der Wirt betont, nicht zufällig anwesenden Handwerkern im Blaumann bis hin zu bebrillten Büro- und Geschäftsleuten ist einiges vertreten. Viele kommen mehrfach die Woche zum Mittagstisch. Studenten allerdings eher abends.



Kaffeepreis

Espresso und Kaffee kosten 1,90 Euro. Tafelwasser 0,5 Liter für 1,90 Euro. Waldhaus und Jever Pils kosten 2,30 Euro. Ein Viertel Gutedel bekommmt man für 2,20 Euro. Auch offene Weine der Weingüter Heger und Heinemann stehen auf der Karte.



Auf der Speisekarte

Klassiker des Grünen Baums sind die täglich wechselnden Mittagsmenus mit Suppe und Salat. Zwei gibt es, eins mit Fisch, das andere mit Fleisch. Sie werden von Montag bis Freitag angeboten und kosten 9,80 Euro. Schnitzel bekommt man ab 11,50 Euro. Verschiedene Pfannkuchen, darunter auch vegetarische, für 11,50 Euro.

Hans Riehle verbrachte zwei Jahre als Koch in Mexiko in einem Fischerort namens Zuhuatanejo. Dem Trend zum schärferen Essen folgt er deshalb gerne. Und das Crossover in der Küche zwischen bodenständigen Schnitzeln und wilden Kokospfannkuchen mit Thai-Spinat etwa hat er immer schon praktziert.



Das Besondere

Der Grüne Baum in Merzhausen verdient besonderes Augenmerk. Hans Riehle war vor mehr als 20 Jahren der erste in Freiburg, der zu äußerst geringem Preis Mittagsgerichte mit frischen Zutaten in der Küche zauberte – in allerhöchster Qualität. In den hedonistischen 80er Jahren, als Edelessen breitenwirksam wurde, als die Sößchen "an" und das Steak "vom" aufkamen und Deko auf dem Teller Standard wurde, ging Riehle den Weg zum Einfachen, Klaren und Nachvollziehbaren.

Und ist auch dabei geblieben. Sein Fischragout heißt einfach nur Fischragout. Das ist schwer untertrieben. Denn Lachs, Zander, Butterfisch und Dorade tummeln sich auf dem Teller und sind geschmacklich großartig zwischen süß, salzig und scharf abgestimmt. What you get, is much more than what you see.

Der Quarkauflauf zum Fisch hätte auf jeder anderen Speisekarte mindestens als Geschäumtes vom Topfen firmiert. Aber: "mit Essen spielt man nicht!", hat dem kleinen Hans schon seine Mutter eingebläut. Daran hat er sich bis heute gehalten.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen mit der Straßenbahn Linie 3 Richtung Innsbrucker Straße bis zum Paula-Modersohn-Platz fahren. Von dort mit dem Bus Nr. 12 bis zum Schlossweg fahren. In etwa 20 Minuten ist man da. Schneller – in etwa 12 Minuten – geht's mit dem Fahrrad. Stadtauswärts auf der Merzhauser Straße fahren. Der Grüne Baum liegt in der Ortsmitte von Merzhausen auf der linken Seite, leicht erhöht. Parkplätze vor dem Haus. Auch fürs Auto.



Adresse

Gasthaus Grüner Baum
Hexentalstraße 35
79249 Merzhausen
0761-459400
Website

Öffnungszeiten

täglich 11.30 Uhr - 24 Uhr
warme Küche von 12 - 14 Uhr und 18 - 22 Uhr
nachmittags Vesperkarte
Nichtraucherlokal