Verborgene Theken (19): Gerstenhalmstüble

Stephan Elsemann

Das Gerstenhalmstüble – hoch auf dem Berg zwischen St. Ulrich und Horben gelegen – ist mit einer phantastischen Sonnenterrasse gesegnet. Zu jeder Jahreszeit bewirten Doreen und Matthias Maier ihre Gäste auch draußen.





Ambiente

Wer vor lauter Sonne überhaupt noch etwas sehen kann und etwas Sinn für eigenwillige Stilmixe besitzt, kommt im Gerstenhalmstüble voll auf seine Kosten. Unbedingte Aufmerksamkeit verdient hat die Kombination der strengen Wandverkleidung der Terrasse mit dem effektsicher inszenierten Blumenschmuck. Das ist ein ganz erstaunliches Zusammenwirken von Minimalismus und Opulenz im Detail.



Publikum


Sonnensüchtige
jeder Art: Wanderer, Fahrradfahrer, Sonntagsausflügler.

Kaffeepreis

Kaffee für 1,60 Euro. Milchkaffee für 2 Euro. - Große Apfelschorle 2,80 Euro.



Auf der Speisekarte

Oft ist es so, dass man es gerade an den schönsten Plätzen mit Speis und Trank nicht so genau nimmt. Die Gäste kommen ja wegen der schönen Aussicht und sind bereit, auch mäßige Anstrengungen in der Küche zu tolerieren und sogar dafür den einen oder andern Euro mehr zu zahlen als sonst. Um so mehr ist zu würdigen, dass Doreen und Matthias Maier sich redlich Mühe geben, dieses Vorurteil zu entkräften. Die Kuchen werden selber gebacken und sind am späten Nachmittag oft weg. Auf der Vesperkarte findet man die deftigen Sachen, die man in einer Bergkneipe erwartet: Darunter Wurstsalat mit Brot (4,50 Euro), ein Erbseneintopf (4,50 Euro), der Salatteller (3,80 Euro) und Bratkartoffeln mit Quark (5,50 Euro). Die Portionen sind üppig und es schmeckt gar nicht mal schlecht. Vor allem, wenn man mit dem Fahrrad gekommen ist.



Das Besondere

Das Gerstenhalmstüble besitzt eine 1a-Sonnenterrasse für jede Jahreszeit. Ein grandioses Panorama tut sich auf. Der Blick geht über Belchen, Blauen ins Rheintal und zu den Vogesen hinüber. Im Sommer kann man sich vor der ganz großen Hitze (Für Samstag sind 34 Grad angekündigt!) dorthin flüchten. Doch auch im Januar sitzt man - windgeschützt unterhalb des Bergkamms - draußen auf der Terrasse und genießt die Sonne, wenn sie denn scheint - manchmal sogar im T-Shirt. Die rund 850 Meter Höhenlage ist dafür ideal. Es ist hoch genug, dass man sich dort mit großer Wahrscheinlichkeit einen Sonnenbrand holen kann, wenn in Freiburg bei herbstlichen und winterlichen Inversionswetterlagen alles vernebelt ist. Andererseits ist es nicht so hoch gelegen, dass man trotz Sonne frieren müsste - so wie es in den noch höheren Schwarzwaldlagen der Fall wäre.



Wegbeschreibung

Zum Gerstenhalm kommt man mit dem Fahrrad oder Auto. Aus der Innenstadt sind es rund 15 km. Stadtauswärts geht es über die Merzhauser Staße Richtung Bollschweil. Die Ortschaften Au, Biezighofen und Sölden hinter sich lassen, dann auf das Schild St. Ulrich achten und links abbiegen und auf der Straße bleiben. St. Ulrich passieren, auf der Hauptstraße bleiben und weiterfahren. Kurz bevor die Straße endet, kommt man am Gerstenhalmstüble vorbei und kann dort auch parken. Verfahren kann man sich nicht. Rund 25 Minuten Fahrtzeit sind es.
Mit dem Rad bedeutet es Sport und man braucht ungefähr eine Stunde je nach Kondition. Wer wandern will, kann auch zuerst nach Horben fahren und von dort zum Gerstenhalm laufen. Täglich gibt es eine Verbindung jede Stunde. Vom Bertoldsbrunnen mit der Straßenbahn Linie 2 nach Günterstal fahren. Von dort mit dem Bus Nr. 21 nach Horben fahren. Fahrtzeit 23 Minuten. In Fahrtrichtung weiter laufen. Auf dem Weg bleiben und bis zum Reeshof laufen und dann rechts abbiegen und bis zum Gerstenhalm weitergehen. In 45 Minuten sollte man da sein.
Doch mehrere Varianten sind möglich. Im Zweifelsfall Wanderer fragen. Diese Strecke hat den Vorteil, dass man nicht aufs Auto angewiesen ist oder sportlich sein muss.



Adresse

Gerstenhalmstüble
St Ulrich 28
79238 Bollschweil
07602-286



Öffnungszeiten

Freitag bis Montag geöffnet
Freitag, Samstag, Montag ab 12 Uhr
Sonntag ab 10 Uhr