Verborgene Theken (11): Afghan-Eck

Stephan Elsemann

Das Afghan-Eck liegt, gut versteckt, in einem Innenhof in der Nähe des Siegesdenkmals. Deshalb ist das Restaurant auch zwanzig Jahre nach seiner Eröffnung immer noch ein Geheimtipp. Wer die Küche und die familiäre Atmosphäre kennengelernt hat, wird allerdings unweigerlich zum Stammgast.



Ambiente


Schon beim ersten Besuch fühlt man sich wie bei Freunden zum Essen eingeladen: Shahla und Mir Azizullah Hares begrüßen alle ihre Stammgäste- und das sind viele - mit Namen und kennen auch deren Vorlieben. "Scharf?" oder "Nicht so scharf?" "Mit Knoblauchsauce oder ohne?" Das sind Fragen, die eigentlich nur den Neuankömmlingen gestellt werden müssen.

Seit 1986 betreiben die Hares ihr 'Afghan-Eck' schon, und auch die fünf Kinder helfen mit. Der Name ist eine starke Untertreibung, denn der Steh-Imbiss wurde vor sechs Jahren zu einem richtigen Restaurant mit freundlichem Gastraum erweitert.



Publikum

Unter den Gästen der Familie Hares sind viele Studenten und - wer hätte das gedacht - auch viele Polizisten. Die sind Shahla Hares als Gäste besonders lieb, weil sie vor ihnen anders als in Afghanistan früher keine Angst haben muss.



Auf der Speisekarte

Das Afghan-Eck ist die perfekte Wahl für den großen Hunger. Die Portionen sind groß, und weil es so gut schmeckt, isst man den Teller äußerrst gerne leer. Das Nationalgericht Kabuli Palau, eine Art Gulasch mit Reis und Gemüsen kostet je nach 'Ausstattung' zwischen 5,50 und 7,40 Euro. Die beliebten Bolani, eine Art gefüllte Pfannkuchen, kosten zwischen 4 und 5,40 Euro. Alle Gerichte gibt es auch ohne Fleisch.



Das Besondere

Die Gerichte werden frisch zubereitet. Schon morgens um sieben Uhr stehen Herr und Frau Hares in der Küche und bereiten sich auf den Ansturm der Gäste gegen Mittag vor. Wie man den überaus lockeren und aromatischen Reis zubereitet ist ein Küchengeheimnis, das gerne verraten wird: Lange wässern, in Öl anbraten & mit Gewürzen, darunter auch Safran in Brühe garziehen lassen ist die grob vereinfachte Version des Rezeptes.

Das Afghan-Eck ist auch ein Lebensmittelgeschäft. Man bekommt dort die meisten Zutaten für häusliche Versuche in afghanischer Küche zu kaufen:
Verschiedene Sorten Basmati-Reis, Hülsenfrüchte, Konserven und nicht zuletzt den ausgezeichneten Safran kann man hier erstehen.

Kaffeepreis

Hier gibt es keinen Kaffee! – Stattdessen wird afghanischer Tee, mit Kardamom gewürzt, gratis zum Essen dazu.



Wegbeschreibung

Das Afghan-Eck ist wirklich eine verborgene Theke, denn es befindet sich stadtnah und doch gut versteckt im Innenhof des Schunck-Hauses an der Habsburger Straße. Das Schunck-Haus ist das erste Gebäude stadtauswärts rechts an der Habsburgerstraße, Ecke Leopoldring direkt hinter der Kreuzung am Siegesdenkmal. – Vom Bertoldsbrunnen sind es fünf Minuten zu Fuß.

Adresse


Afghan-Eck
Habsburger Str. 133a
79104 Freiburg

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 11:30 - 20:00 Uhr