Verborgene Theke: Das italienische Feinkostgeschäft Via Vai N°1 in der Universitätsstraße

Laura Maria Drzymalla

Prosciutto, Vitello Tonnato, Tiramisu: In der Universitätsstraße hat das italienische Feinkostgeschäft Via Vai N°1 aufgemacht. Bestens geegnet für hüftgoldige Mittagspausen, schreibt fudder-Autorin Laura Maria Drzymalla:



Das Ambiente

Stell Dir vor: Süditalien, es hat 35 Grad im Schatten und die Sonne scheint auf die nackten Füße, mit denen Du gerade von Deiner cremefarbenen Vespa steigst. Du nimmst Deinen Helm ab, betrittst den kühlen Fliesenboden von Via Vai N°1 und ein euphorisches „Buongiooorno“ schallt Dir durch den kleinen Feinkostladen entgegen. Umringt von Olivenölen, Pasta, Biscotti und getrockneten Tomaten riecht es auf den knapp 18 Quadratmetern wie bei der italienischen Mama, die Du nie hattest.

Selbstgebackenes Ciabatta in einem hellen Weidekorb, Salami und Prosciutto räkeln sich in großen Stücken hinter dem Thekenglas neben marinierten Champignons, Thunfischsalat und in Kräutersoße eingelegten gebackenen Putenbrustscheiben – that´s Amore!

Ein rustikales Holzfass ist hier der Ort der Begegnung. Es thront mitten im Laden und trägt neben etwas Platz für einen Antipasti-Teller auch einige Flaschen Rotwein im Sonderangebot auf sich.
Gegenüber der Eingangstür kann das Auge alkoholisches Genusswandern gehen – die Wand bildet eine einzige Front an über 30 Sorten Vino, Limoncino und Grappa. Angelo Pellegrini importiert sie wie sämtliche angebotene Produkte direkt aus Bella Italia, alle Winzer kennt er persönlich.

Der Name „Via Vai“ bedeutet so viel wie „Kommen und Gehen“, die Lage zwischen Currywurstbude und Unicafé bringt ein vielfältiges Publikum in den Antipasti-Laden. „Wir versuchen dem Ort hier langfristig ein Gesicht zu geben“, sagt Pellegrini. „Mit dem Currywurstverkäufer nebenan verstehen wir uns super gut – Wurstbude und Trüffelbude passt doch perfekt zusammen“.

Der Besitzer

Angelo Pellegrini,  ist seit 1999 Inhaber der Trattoria Tizio am Rotteckring, zehn Jahre lang war er Besitzer der Osteria D.O.C in der Gerberau. Der gelernte Restaurantfachmann ist 1982 nach Freiburg gezogen, um sein Deutsch zu verbessern. Sein damaliger Wunsch, Stewart zu werden, erforderte es, drei Sprachen fließend zu sprechen. Seine Deutschlehrerin in der Bundeswehr lebte in Offenburg,  erzählte regelmäßig vom wunderbaren Schwarzwald und so kam der 55-Jährige nach Baden.

Nicht als Stewart, aber dafür als Feinkostliebhaber und Trüffelexperte. „Ich bin übrigens auch Schlagzeuger. Ich meinen Adern fließt Rock und Blues“, bekennt Angelo grinsend, der jetzt mit dem neuen Feinkostladen das geliebte Instrument im Keller verstauben lassen muss.
Hinter der Theke steht Anton „Toni“ Rosella, ehemaliger Serviceleiter im Tizio, die beiden kennen sich seit über einem Jahrzehnt und arbeiten mit dem Via Vai N°1 nun wiederholt miteinander.

Das Besondere

In der Tat herrscht hier ein anderes Lebensgefühl, die Uhren laufen gefühlt langsamer, man verliert etwas die Alltagshektik. Lieber lässt man den Blick nochmal über die Biscotti-Packungen schweifen und probiert vom Bohnensalat mit Speck, bevor man wieder in die Arbeit hetzt. Lieber lässt man sich bei der Weinauswahl lange und ausführlich beraten, um dem original italienischen Akzent der beiden zu  lauschen.

Lieber bestellt man ein bisschen unbeholfen mit seinen knappen Italienischkenntnissen seinen Antipasti-Teller und guckt besonnen zu, wie in Ruhe der Teller angerichtet wird.  „Noch ein kleines Stück Tiramisu?“ fragt Toni, bevor Angelo das Geschäft für die zweistündige typisch italienische Mittagspause schließt. Si, con piacere – mit Vergnügen!

Auf der Speisekarte

Zur Auswahl stehen mehrere Antipasti-Teller zum Mitnehmen und dort essen. „Via Vai“ mit Prosciutto, Mozarella und Kräuterpesto für 3,95 Euro, Antipasti „Misti“ mit Aubergine, getrockneter Tomate, Bohnen, Thunfisch, Vitello Tonnato, Prosciutto, Salami und Mozarella für 7,60 Euro. Selbstgemachte Pastasoßen heißen hier zum Beispiel „Nonna pomodoro“.

Kleine Platten für 10 bis 15 Personen können die beiden zubereiten, der Hauptaspekt liegt allerdings auf Antipasti-Tellern to go und den Feinkostprodukten. „Das Wichtigste ist für mich ein gutes Preisleistungsverhältnis“, sagt Angelo. „Haja“, sagen wir da – und lassen uns Tiramisu für 1,50 Euro einpacken. Im Winter beginnt die Trüffelsaison, jeden Samstag kann man sich ab Mitte Oktober bei Angelo und Toni dekadent mit frischen weißen und schwarzen Trüffeln eindecken,

Angelos Gefallen an die Studenten verspricht schöne, hüftgoldige Mittagspausen:  Das „Accademico“-Paket - Vorspeisenteller für 2 Personen, ein Ciabattabrot, ein Pfund Pasta mit zwei frischgemachten Soßen, eine Flasche Rot- oder Weißwein, Tiramisu und Pannacotta für 16,45 Euro.

Auf der Getränkekarte

Vino, Baby!
Angelo empfiehlt den Rotwein Colle Ticchio Cesanese für 8,90 Euro.

Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen in Richtung der Buchhandlung Rombach laufen, links in die Universitätsstraße abbiegen und gegenüber vom Unicafé ein bisschen Italienkurzurlaub machen.

Adresse:

Universitätsstraße 13
79098 Freiburg
Tel: 0761.20579971
Webseite

Öffnungszeiten:

Montags geschlossen
Di – Fr. 9.30 – 14.30 Uhr, 16.30 – 19.00 Uhr
Sa 10 – 19 Uhr
Mittagspause von 14.30 – 16.30 Uhr

Mehr dazu:

 

Fotos: Laura Maria Drzymalla

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