Verborgene Theke (60): Zur Eiche

Stephan Elsemann

Die Eiche ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in Haslach. Vor vier Jahren haben Franziska und Sarah Schwer das Lokal übernommen und eine moderne wie gemütliche Kneipe für alle daraus gemacht.



Ambiente

Es war eine Schnapsidee von Mutter und Tochter Schwer und dem Koch Bernd Rasmus: Lasst uns doch eine Kneipe aufmachen! Aus der Schnapsidee wurde in vier Jahren eine gut etablierte Gastwirtschaft - mit Gästen, die gerne wieder kommen. Das alte, kleine Haslacher Häuschen wirkt per se schon einladend. Franziska und Sarah Schwer haben dafür gesorgt, dass es auch drinnen so weitergeht. Haben entrümpelt und mit Augenmass neu gestaltet. So ist auch der kleine Nebenraum, der in so vielen Kneipen Aschenputtel ist, schön geworden.



Publikum

Als Franziska Schwer und ihre Tochter Sarah die Eiche vor vier Jahren übernahmen, war die Eiche auch eine Heimstatt für harte Haslacher Zecher. Es bedurfte einiger Klimmzüge, damit das gemütliche Lokal zu dem wurde, das es jetzt ist. Von der alten Eiche ist wohl nur der SPD-Ortsverein geblieben, der hier seit Jahrzehnten seinen Stammtisch abhält.

So kam es wohl auch, dass Gernot Erler vor kurzem einen Tag in der Eiche kellnerte. Der Staatsminister im Außenministerium ist eben auch Freiburger SPD-Mitglied und Bundestagsabgeordneter. Er machte das nicht ganz unbemerkt, sondern für eine Fernsehendung, die Jobtausch heißt. Seinen Job in Berlin übernahm Sarah Schwer für einen Tag. Die Eiche und Gernot Erlers Kellnerkünste darin und davor darf man noch einmal bewundern - passend am 1. Mai - um 18.30 Uhr auf SWR3.

Kaffeepreis

Espresso kostet 1,70 Euro. In der Eiche kommt das beliebte, süßliche Rothaus-Bier zum Ausschank. Ein kleines Pils kostet 2,20 Euro, ein Null-Vierer 2,80 Euro. Ein großes Mineralwasser (0,4l) kostet 2,20 Euro. Ganz prima waren die Weine, besonders der Spätburgunder von Fritz Waßmer für 4,50 (0,25l). Ein Gutedel kostet 3,20 Euro

Auf der Speisekarte

In der Eiche gibt es einen Mittagstisch - einmal vegetarisch für 5,20 Euro und mit Fleisch für 6,20 Euro. Die permanente Karte verzeichnet kleine und günstig kalkulierte Gerichte wie Elsässer Wurstsalat mit Brägele (7,40 Euro) zum Beispiel, aber auch ein üppiges Schnitzel für 8,80 Euro, das man widerum auch als kleine Portion für 2/3 des Preises ordern kann.



Abends sind die Ambitionen höher. Da werden vier bis fünf Gerichte auf die Schiefertafel geschrieben. Spaghetti mit dem zur Zeit unvermeidlichen Bärlauch (7,80 Euro), aber auch ein Iberico-Schweinefilet mit Kartoffeln, Bärlauchbutter und Salat ist dabei (18,80 Euro).



Und ein Kaninchen-Filet in Bärlauch-Flädleteig mit grünem Spargel (14.80 Euro), das auch der einzige Ausreißer war. Das Filet war so zäh und knochentrocken, dass man sich nicht wundert, dass sich in dem sehr leckeren Bärlauchpfannkuchen verstecken musste. Sonst war alles sehr ansprechend gekocht.

Der Spargel hatte Biss und war trotzdem nicht halbroh, auch das Schnitzel war sehr zart und kam einmal ohne die sonst in dieser Preisklasse üblichen, unter der Panade versteckten Knorpel- und Sehnenapplikationen aus. Lob auch dem Salat, der mal nicht eiskalt war.

Eine kleine Sensation ist das Iberico-Schwein. Das ist eine Schweinerasse, die sich von Eicheln ernährt. Das Fleisch sieht nicht nach Schwein aus und schmeckt auch nicht so, sondern kräftiger, aber auch nicht so wie ein deutsches Wildschwein.



Das Besondere

Man darf den Schwers und Bernd Rasmus nur Glückwünsche aussprechen. Als  unternehmerische Neulinge im wechselhaften gastronomischen Eldorado haben sie es geschafft, in dem Haslacher Hutzel-Häuschen eine schöne und persönliche Atmosphäre zu schaffen, die vielen gefällt, die bereits da waren und sicher noch vielen anderen gefallen wird, die noch kommen werden.



Adresse

Zur Eiche
Markgrafenstraße 67
79115 Freiburg
0761.4567955

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 12 bis 14 Uhr und 18 bis 24Uhr
Sonntag 18 bis 23 Uhr
Küche bis eine Stunde vor Schluss
Samstag Ruhetag