Verborgene Läden: Der Teeladen "Teapot" in der Humboldstraße

Marie Neumann

Teeliebhaber und Experimentierfreudige finden im Teapot, einem kleinen Teeladen beim Martinstor, von Chai bis Eistee alles,was das Herz begehrt – und können ihren eigenen Tee mischen.

Das Ambiente

Vor dem Geschäft fallen kleine Holzkisten gefüllt mit klassisch-schönen Teetassen auf. Im Laden richtet sich der Blick als erstes auf riesige goldene Gefäße, die sich in dunklen Schränken bis unter die Decke stapeln. In jedem lagert eine andere Teesorte.

Links vom Tresen stehen alt anmutende, schwarze asiatische Teekannen, aber auch bunte orientalische Teegläser und mit traditionellem Blümchenmuster versehene englische Teetassen. Auf der rechten Seite sind eine kleine Sitzecke, noch mehr goldene Teegefäße und eine Probiertheke.

Direkt davor befindet sich das Highlight: Auf einem kleinen Tischchen sind mehrere Sorten Tee in Glasgefäßen aufgebaut, aus denen man sich selbst für 4,50 Euro seinen eigenen Tee kreieren kann. Die Tees können beschnuppert und in ihrem goldenen Gefäß bestaunt werden.

Vielleicht liegt es an den vielen goldenen Töpfen, dem Duft von Tee, dem bunten und doch nicht kitschigen Krimskrams oder einfach nur an den warmen Brauntönen: wenn man den Teapot betritt, hat man das Gefühl, in einer überdimensionalen Schatzkiste gelandet zu sein.

Der Laden

Verfehlen oder Übersehen kann man den Laden nicht, da einem schon von weitem ein großes rot-goldenes Schild mit der Aufschrift "Tee" ins Auge fällt. Die Ladenfassade passt zum opulenten Inneren, da sich das Geschäft in einem schmucken Altbau befindet.

Die Auswahl ist groß. Die richtige Teesorte für den richtigen Geschmack findet man, wenn Jonathan Kimme, der Sohn des Inhabers, hinter dem Tresen steht. Er weiß, welche Inhaltsstoffe wo drin sind und oft sogar, wer den Tee wo angebaut hat. Ein Grüntee kommt zum Beispiel vom Ehepaar Morimoto, das seit den 70ern eine ökologische Teeplantage in der Präfektur Miyazaki in Japan betreibt.

Der Ladenbesitzer

Der eigentliche Ladenbesitzer des Teapot ist Uwe Kimme, Jonathans Vater. Der betreibt allerdings auch den Teapot in Mutlangen bei Stuttgart und ist selten in Freiburg. Jonathan Kimme arbeitet Vollzeit im Freiburger Teapot und kann wenn schon nicht als Besitzer dann doch als das Herz des Freiburger Teapots bezeichnet werden.

Mit dem Teegeschäft und der Liebe zu Tee sei er von klein auf durch seinen Vater infiziert worden. Er ist gelernter Winzer, habe aber schnell gemerkt, dass ihm die Arbeit in den Weinbergen nicht halb so viel Spaß mache wie die Arbeit im Teapot. Zwar fielen im Laden auch mal trockene Angelegenheiten wie die Buchhaltung an, aber dafür geht Jonathan einmal im Jahr auf Plantagenexkursion, so wie dieses Jahr nach Ceylon in Sri Lanka. Und nächstes Jahr? Hoffentlich Japan, lacht er.

Spezialitäten

Auf den ersten Blick scheint jeder einzelne Tee des Ladens eine Spezialität für sich zu sein. Empfehlenswert ist der Grüntee Minami Sayaki, von allen angebotenen Grünteesorten der Günstigste, aber trotzdem wie die anderen aus garantiert nachhaltigem, ökologischem Anbau.

Für die heißen Sommertage ist der Eistee "Lime & Lemon" genau richtig, schon allein, weil er so lecker riecht, dass die ganze Küche nach einem Obstgarten in der Sonne duftet. Die vielen schönen Tassen und Teegläser eignen sich als Geschenk.

Für Teeexperten und solche, die es werden möchten, gibt es ein Kochbuch zu kaufen, in dem Rezeptvorschläge zu finden sind, mit denen man jeden Tee zu einem Highlight machen kann, auch mit Schuss.
  • Was: Teapot
  • Wo: Humboldstraße 2
  • Öffnungszeiten: Mo-Fr 9.30-19 Uhr, Sa 9-18 Uhr
  • Telefon: 0761/382729