Verborgene Läden: Der Lakritz-Pirat auf dem Münstermarkt

Tanja Hofmann

Kaum ein Lebensmittel polarisiert mehr als Lakritze. Andreas Graf liebt die schwarze Süßigkeit - und verkauft sie auf dem Münstermarkt. Bei ihm schmeckt Lakritze nach Pfeffer, Chili, Kokos und Minze. Sogar einen Lakritz-Energy-Drink hat er im Angebot:



Der Wagenbesitzer

Andreas Graf kommt ursprünglich aus Hamburg und wohnt seit zwei Jahren in der Freiburger Umgebung. Durch einen Jobwechsel ist er in den Süden gekommen. „Eigentlich bin ich gelernter Augenoptiker“, sagt er, und hat über 14 Jahre in der optischen Industrie gearbeitet. Doch sein Wunsch selbstständig zu werden, wurde immer größer. Seine zwei Leidenschaften: Lakritz und Schokolade. Da es aber schon viele Schokoladen-Geschäfte in Freiburg gibt, hat er sich für Lakritz entschieden. Das Laute, das Umtriebige, der Kundenkontakt, das alles, sagt er, gefalle ihm sehr.



Die Produkte

Der Fix-Mix ist eine bunte Mischung, bei der Andreas Graf aus 80 Lakritz-Sorten verschiedene Kombinationen zusammenstellt: Die Salzgut-Mischung ist kräftig und salzig, der kleine Pirat schmeckt sehr mild und ist vor allem bei Kindern beliebt und die Meuterei-Mischung ist eine Überraschung. Aber man kann sich eine Mischung auch selbst zusammenstellen – "Mein Mix" heißt das dann. Dafür gibt es 30 verschiedene Sorten, die nach Pfeffer, Chili, Kokos, Minze oder Früchten schmecken.

Für Kinder gibt es auch Fruchtgummis. Im Lakritz-Pirat kann man aber auch Besonderheiten kaufen: Lakritzsirup und Lakritzpulver, die zum Kochen und Backen benutzt werden können, Lakritzlikör, Lakritz-Energy-Drinks, Lakritzpralinen und Lakritzkaugummi. „Die Salzgut-Mischung wird am meisten gekauft“, sagt der 40-jährige Besitzer. Das liegt vor allem am kräftigen Geschmack, der für die Kunden neu und ungewohnt ist. 330 Gramm kosten 5.90 Euro. Die Lakritz-Sorten bestellt er aus Schweden, den Niederlanden, Dänemark, Finnland, England, Italien und Deutschland.

Doch wie wird Lakritz überhaupt hergestellt? „Die Süßholzwurzel ist die Basis“, erklärt Andreas Graf. Sie wird ausgekocht, gepresst - es entsteht ein Saft. Dann fügt man – je nach Variation - Sirup, Zucker, Mehl, Gelatine, Anis oder Fenchel hinzu. Die für Lakritz typisch schwarze Farbe entsteht durch die natürlichen Farbstoffe der Wurzel.



Der Wagen

„Meine jüngste Stammkundin ist neun, meine älteste 82 Jahre alt“, sagt Andreas Graf. Die Hälfte der Käufer sind Freiburger, die andere Hälfte Touristen. Seit Januar 2015 verkauft der gebürtige Norddeutsche in seinem Schäferwagen in Freiburg alles, was das Lakritzherz begehrt. Den hölzernen Wagen hat er sich extra anfertigen lassen – er soll eine warme Atmosphäre ausstrahlen. „Ich wollte auf keinen Fall einen kühlen Blechwagen.“ Auf die Bullaugen und die maritimen Elemente ist er besonders stolz. Sein Wagen steht nicht nur auf dem Markt, sondern auch auf Stadtfesten und privaten Veranstaltungen.

Wo wird die Lakritze verkauft?

Im Geschäft Carlos Köstlichkeiten in der Wiehre findet man ein kleines Sortiment der Lakritz-Spezialitäten. Andreas Graf trifft man da aber nicht an. Er fährt mit seinem Wagen auf die Märkte – Münster-, Wochen-, Vauban- und Söldenmarkt. Einen Onlineshop möchte er ebenfalls nicht eröffnen. Ihm ist der persönliche Kontakt zu seinen Kunden wichtig. Es besteht aber die Möglichkeit eine Bestellung aufzugeben, die man bei ihm am Wagen dann abholen kann.  

Kontakt


Lakritz-Pirat Freiburg


Münstermarkt Freiburg (auf der Südseite nahe "Alte Wache")
Dienstag und Samstag von 8 bis 14 Uhr

Wochenmarkt im Vauban (Alfred-Döblin-Platz)
Mittwoch von 14 bis 18.30 Uhr

Wochenmarkt Sölden (direkt an der L122 in Sölden)
Jeden zweiten und vierten Dienstag 15 bis 18.30 Uhr

Carlos Köstlichkeiten

Günterstalstraße 7
Montag bis Samstag 9 bis 19 Uhr

Mehr dazu:


Fotogalerie: Tanja Hofmann


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