Vegetarische Gummibären: Es geht auch ohne Gelatine

Bernhard Amelung

Sie leuchten rot, gelb und orange, sie schmecken nach Himbeer, Zitrone und Orange: Gummibär. Doch viele ihrer Art enthalten Gelatine. Nichts für Vegetarier. Dorothée Mader, Antonia Mußotter und Stefanie Schlegge, Schülerinnen des St. Ursula-Gymnasiums in Freiburg, mit welchen pflanzlichen Bindemitteln Gummibären fest und trotzdem geschmeidig werden.



Sie leuchten rot, gelb und orange, sie schmecken nach Himbeer, Zitrone und Orange: Gummibärchen. Es gibt sie in allen erdenklichen Farben, Geschmacksrichtungen und Größen. Die meisten Sorten bestehen aus Unmengen an Zucker. Ein Gummibär enthält fast so viel wie ein Stück handelsüblicher Würfelzucker. Dieser wiegt in Deutschland drei Gramm. Dazu kommen Farbstoffe, damit die Bären bunt werden, Aromastoffe für einen intensiven Geschmack sowie Gelatine. Das macht die Bärchen geschmeidig weich und trotzdem fest.




"Gelatine wird aus tierischen Produkten hergestellt. Das Ausgangsmaterial dafür sind Schweineschwarten, Rinderhaut, Knorpel, Sehnen und Knochen. Daraus wird eine Gelatinelösung gewonnen. Ich bin aber Vegetarierin und möchte überhaupt keine tierischen Produkte essen", sagt Dorothée Mader. Die siebzehnjährige Schülerin des St. Ursula-Gymnasiums in Freiburg hat sich mit ihren Kolleginnen Antonia Mußotter (17) und Stefanie Schlegge (16) daran gemacht, vegetarische Gummibärchen selbst herzustellen.

In einem ersten Schritt haben Dorothée und ihre Freundinnen bereits auf dem Markt erhältliche vegetarische Gummibärensorten auf ihre chemische Eigenschaften - Siede- und Schmelztemperatur, Verhalten zu Wasser, Konsistenz - hin untersucht. Im Vergleich zu herkömmlichen, gelatinehaltigen Gummibären haben sie festgestellt: vegetarische Gummibären haben eine geringere Elastizität und lassen sich bei Zerreißproben schneller trennen. Gelatine besteht nämlich als Kollagenderivat aus langen, spiralartigen Schnüren. Sie lösen sich beim Erwärmen auf. Deshalb schmelzen gelatinehaltige Gummibärchen auch im Mund und bleiben nicht an den Zähnen kleben, wie es stärkehaltige Gummibärchen tun.



Als nächstes haben die drei Jungforscherinnen unterschiedliche Gelatineersatzprodukte wie Agar-Agar und Pektin auf ihre chemische Eigenschaften untersucht. Größter Unterschied: während Gelatine nur in heißem Wasser aufgelöst nicht aber aufgekocht werden darf, muss Agar-Agar wenigstens ein bis zwei Minuten kochen, damit sich der Gelierprozess einstellt. Schließlich haben Dorothée, Antonia und Stefanie unterschiedliche Mischverhältnisse von Agar-Agar und Pektin ausprobiert. Dabei haben sie festgestellt: Überwiegt der Anteil von Agar-Agar, werden die Gummibären leicht spröde und reissen schnell durch. "Das beste Ergebnis erzielt man mit einer ausgewogenen Mischung von Agar-Agar und Pektin. Diese werden weder hart noch glibberig matschig", sagt Dorothée.



In die Produktion wollen die drei Gummibärenproduzentinnen jedoch nicht gehen. Schade eigentlich. Ein Markt für handgemachte Gummibären ohne Gelatine wäre bestimmt vorhanden.

Mehr dazu:


Disclosure

fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.

[Fotos: Bild 1: Fotolia © WK, Bild 2, 3, 4: Antonia Mußotter, Dorothée Mader]