Veganer Brunch in Freiburg: Das Strandcafé im Grün

Lucas Dueck

Tomatenbutter statt Kuhmilch-Butter, Erdnusscreme statt Nutella: Im Strandcafé auf dem Grethergelände kann man einmal im Monat vegan brunchen - jenseits kapitalistischer Zwänge. Lucas Dueck war am Sonntag dort und hat sich durch Zimt- und Pestoschnecken probiert:



Speisen und Getränke

Das komplett vegane Buffet des Strandcafés teilt sich in süß und salzig. Die Auswahl ist dabei schon durch die vegane Zubereitung sehr besonders. Denn wenn viele potentielle Zutaten wegfallen, gilt es, kreativ zu sein. Also gibt es hier Tomatenbutter statt der aus Kuhmilch oder Erdnusscreme als Nutella-Ersatz. Das ist erstens mal was anderes und zweitens richtig lecker.

Die Salate sind ebenfalls speziell: Neben Couscous-, Linsen- und Bohnensalat gibt es auch Klassiker wie den Kartoffelsalat. Warme Speisen wie Blätterteig-Pizzen und Pestoschnecken machen den Brunch komplett. Eier und Speck vermisst man also kaum. Für Süßkram-Fans ein Fest: ein eigener kleiner Bereich mit Kuchen, Zimtschnecken und Fettgebackenem. Dazu passend gibt es verschiedene Kaffeevariationen, Tees oder Säfte, die einzeln an der Theke bestellt werden.

Kulinarische Spezialitäten

Eigentlich ist hier fast jedes Gericht eine Spezialität. Den (otto)normalen Brunch-Kram findet man nicht. Besonders zu empfehlen ist aber die Kombination von Dattel-Schoko-Brownie und Beignet. Da letzteres nicht zu süß und ungefüllt ist, passt es perfekt zum kraftvollen Brownie mit leckerer Dattelnote. Aber Vorsicht: Hier gibt es kein Einheitsbuffet! Also nicht böse sein, wenn die Brownies beim nächsten Mal fehlen. Dafür gibt es dann andere Köstlichkeiten zu entdecken.

Preise

Den Teller gibt es hier für sehr günstige 5 Euro und die verschiedenen Kaffees ab 1,70 Euro. Im selbstverwalteten Bewohner-Treff des Grethergeländes, in dem Gäste natürlich jederzeit willkommen sind, wird nicht gewinnorientiert gewirtschaftet. Wer also einen Solibeitrag leisten kann, um so zum Erhalt des Cafés beizutragen, ist dazu herzlich eingeladen. So können die Preise niedrig gehalten werden und sind für alle bezahlbar – auch für die, die in unserer Gesellschaft weniger Glück hatten als andere.

Öffnungszeiten

Der Brunch im Strandcafé findet einmal im Monat an einem Samstag statt. Welcher das jeweils ist, kann variieren, wird aber auf der Website des Strandcafés bekanntgegeben. Geöffnet ist das Buffet von 11-17 Uhr.

Ambiente

Das Ambiente ist eine Mischung aus urig und alternativ. Rustikale Möbel werden mit einer verspielten Einrichtung kombiniert und machen so den speziellen Charme des Strandcafés aus. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich und entspannt: Da sich das Strandcafé als ein Ort versteht, an dem sich jeder aufhalten und austauschen kann – auch ohne etwas zu konsumieren –, fühlt man sich weder gehetzt noch abgefertigt. Jenseits von kapitalistischer Logik rutscht man ganz selbstverständlich zusammen, schmaust und plaudert. Wer einen offenen und geselligen Umgang mag, ist hier also genau richtig.

Service

Eine Bedienung am Tisch gibt es nicht. Am Buffet gilt Selbstbedienung und Getränke werden an der Theke bestellt. Das Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern – die auch selbst kochen, backen und schnibbeln – ist freundlich, professionell und gibt jedem Gast das Gefühl, willkommen zu sein.

Publikum

Sakko tragende BWL-Studenten findet man hier eher nicht – aber auch keine militanten Veganer, die einen ob der Lederschuhe davon jagen. Das Publikum ist eine angenehmen Mischung aus Alternativen, Studenten und Normalos.

Familienfreundlichkeit

Kinder sind im Strandcafé herzlich willkommen und für Unterhaltung ist auch gesorgt: In einer Ecke des Cafés findet man eine Spielekiste mit allen Klassikern und ein Bücherregal, in dem nicht nur die Kleinen was zu Schmökern finden.

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