Vauban: Rotes Rail für die Skateboarder

Sophie Guggenberger

Beim Alfred-Döblin-Platz auf dem Vauban-Gelände stand es auf einmal da, ein leuchtend rotes Rail (Treppengeländer) – perfekt zum Rutschen für die Kinder und zum Sliden für die Skateboarder. Von heute auf morgen war es über Nacht vor der Solargarage errichtet worden. Von wem? Das ist eine gute Frage. Die Vauban-Bewohner haben sicher nicht schlecht gestaunt, jedoch ist es gar nicht mal so sinnlos an der Stelle, wo es jetzt steht – für die Kinder wie auch für die Rollbrettkünstler.



Gerüchte kursieren, wer wohl verantwortlich ist für diese eigenmächtige Tat. Zwei stille Helfer und einige lokale Skateboarder solllen dieses neue rote Rutschrohr errichtet haben. Ein Projekt, geboren aus der Not, verursacht durch knauserige Stadträte, die den Blick für die Bedürfnisse der Jugendlichen  verloren haben. Den Betroffenen bleibt da wohl nichts anderes übrig, als in Eigeninitiative die vorhandenen rollbaren Flächen zu erweitern und zu optimieren.

Die einzige Möglichkeit, ihrer Skate-Leidenschaft nachkommen zu können, sehen die Rollbrettfahrer darin, den lange ersehnten Skateboard-Park kurzerhand selbst zu bauen – wenn auch in weitaus bescheidenerem Umfang. Dafür integriert er sich hervorragend in den urbanen Alltag. So zauberten Rollbrettartisten aus Freiburg und dem Umland am roten Rail in der Vauban bereits einige Kracher aus ihrer Trickkiste: Smith Grinds, Bluntslides, Boardslides, Lipslides, Tailslides und klassische Feebles gab's zu bestaunen.

Fakt ist, dass viele Örtlichkeiten, die zum Skateboardfahren ermutigen, in den vergangenen Jahren verschwunden sind. Dieser Entwicklung entgegenzuwirken, scheint die Motivation einer stetig wachsenden Gruppe engagierter junger Menschen in Freiburg zu sein. Es soll sich wieder lohnen, die Stadt auf vier Rollen zu erobern. An jeder Ecke soll eine neue Herausforderung auf denjenigen warten, der sich ihr stellt. Der Grundstein ist gelegt, die erste Mission erfüllt. Ob weitere folgen werden?