Vauban-Besetzung: Jetzt soll die Stadtbau ran

Tobias Ilg

Die gute Nachricht für die Vaubanbesetzer: Der Bau des "Green Business Centers" ist gescheitert. Die schlechte: Nun hat die Stadt die Freiburger Stadtbau GmbH damit beauftragt, eine Immobilie in Passivhausbauweise auf dem M1-Gelände zu errichten. Trotzdem wollen die Besetzer das Areal nicht verlassen. Dies stößt im Quartier auf unterschiedliche Reaktionen.



Nachdem bekannt wurde, dass der Investor die ihm vom Gemeinderat gesetzte Frist verstreichen ließ, berichten einige Besetzer auf dem M1-Gelände von ihrem weiteren Vorhaben: „Bis ein anderer Wagenplatz für uns gefunden ist, werden wir weiter hier bleiben“, so ein Bewohner der improvisierten Bauten im Vauban. „Manche“, so sagt der 26-Jährige, „haben hier ein Zuhause gefunden und das soll auch nach dem Verstreichen der Frist nicht aufgegeben werden!"




Heimisch und gemütlich wollen sie es sich einrichten und somit auch einen öffentlichen Platz für Meinungsaustausch und Spaß schaffen: Gefundene und ersuchte Gegenstände wie Bauteile und Sofas sollen dazu beitragen.

Ein anderer, 28 Jahre alter und gelernter Handwerker fügt hinzu, dass man „aus diesem Areal durch Kunst und kreative Ideen viel mehr machen könnte."

Geschehen solle all dies mit den Bewohnern von Vauban: „Wer sich für uns interessiert oder einfach mal wissen will, was hier abläuft, kann gerne kommen. Wir freuen uns auf Gespräche mit den Anwohnern.“



Einige Anwohner finden die Besetzung des M1-Geländes allerdings nicht gut, wie unsere kleine Umfrage zeigt. Sie titulieren den besetzten Platz als „Schandfleck“ und „unordentliche Siedlung“. Doch auch Anwohner mit positiver Meinung waren anzutreffen: Zwei ältere Damen finden es beispielsweise toll, dass „die jungen Erwachsenen von heute etwas bewirken möchten und das gänzlich ohne Radikalität“. Ebenso die Jugendlichen. Unter ihnen Martin, 12 Jahre: „Ein Betonklotz wäre nichts für uns Kinder. Einen Skatepark dagegen fände ich toll.“

Indes wurde bekannt, dass die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) ein neues Konzept zur Bebauung des Grundstücks ausarbeiten soll. Oberbürgermeister Dieter Salomon sagte: "Die Stadtbau ist in der Lage, dort ein attraktives Projekt zu entwickeln und auch zügig umzusetzen.“



Sicher sei bereits jetzt, dass die Immobilie in Passivhausbauweise errichtet werden soll und "einen größeren Anteil an Wohnungen" haben wird. Stadtbau-Chef Ralf Klausmann sprach gar von einem "innovativen und pfiffigen Projekt."

Die Besetzer können sich vermutlich auf einen ruhigen Sommer einstellen, da die Freiburger Stadtbau und der Gemeinderat erst nach der Sommerpause über weitere Schritte entscheiden werden. Aber dann könnte es für die Unräumbaren pfiffig beziehungsweise stürmisch werden.

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