VAG erklärt das neue Liniennetz

Adrian Hoffmann

Für den Straßenbahn-Nutzer ändert sich mit der Liniennetzumstellung der Freiburger Verkehrs AG so einiges. In einer Pressemitteilung hat die VAG das umfassend zusammengefasst. Was sich allein an der Haltestelle Bertoldsbrunnen verändert, lest ihr hier.Die neue Stadtbahn Vauban erschließt Gebiete, die vorher durch Buslinien angebunden waren. Ein neues Stück Schiene hat also stets auch Auswirkungen auf das Omnibusnetz. Bei der Stadtbahn Vauban handelt es sich nicht um die Verlängerung einer bestehenden Linie sondern um einen völlig neuen Linienast, durch den das VAG-Netz eine neue Endhaltestelle bekommt. Für weite Teile des Netzes entstehen Taktverbesserungen. Dies gilt vor allem für die Bereiche Universitätsklinikum, Hauptfriedhof und Günterstal.In monatelanger Arbeit und Tüftelei entstand eine Neuordnung der Linien, die für die Fahrgäste zu einigen Veränderungen führen und von vielen Fahrgästen erst gelernt und “erfahren” werden müssen. Vereinheitlichte TakteIm Straßenbahnbereich wird im Tagesverkehr allgemein ein 7,5 Minuten Betrieb eingeführt, der mit dem 15-Minuten-Takt der meisten Buslinien sehr gut harmoniert. Dies bringt eine Verbesserung der Anschlusssituationen mit sich, wie zum Beispiel an der Haltestelle Robert-Koch-Straße.Das neue StraßenbahnnetzDie einzige Stadtbahnlinie, die unverändert bestehen bleibt, ist die “rote” Linie 1 von der “Lassbergstraße” zum “Moosweiher” in Landwasser. Eine Verbesserung für den Bereich Freiburg Mooswald ist es, dass die Stadtbahnlinie 1 künftig in den Nachmittagsstunden von 15.30 bis gegen 19 Uhr im 5-Minuten-Takt verkehrt. ? “Zurück zu den Wurzeln” heißt es für die Günterstäler. Sie bekommen die “alte” grüne Linie 2 wieder, die beim Bertoldsbrunnen nicht mehr abbiegt, sondern ? wie schon zu den Anfängen der Straßenbahn in Freiburg im Jahr 1901 ? durch die Kaiser-Joseph-Straße Richtung Zähringen fährt. Mit der neuen Linienführung ist auch eine Taktverbesserung Richtung Günterstal verbunden: Die Linie 2 bietet künftig für weite Teile der Wiehre und insbesondere für den Bereich Günterstal verbesserte Taktfolgen und zwar an Montagen bis Freitagen vom bisherigen 10-Minuten-Betrieb auf den 7,5-Minuten-Betrieb und an Samstagvormittagen vom 12-Minuten- auf den 7,5-Minuten-Betrieb. Die “neue alte” Linie 2 fährt also nicht über den Hauptbahnhof. Durch eine Vertaktung mit anderen Linien und der Möglichkeit an der “Johanneskirche” ohne Fußwege umsteigen zu können, wird dies jedoch ausgeglichen. Fahrgäste aus Zähringen müssen am Bertoldsbrunnen die Fahrbahn überqueren und finden vor dem “dm-Markt” eine dichte Taktfolge Richtung Hauptbahnhof. ?Die Stadtbahn Vauban wird zur orangen Linie 3 und fährt vom Vauban durch die Merzhauser Straße und die Basler Straße zur Johanneskirche. Von dort geht es weiter über Bertoldsbrunnen, Hauptbahnhof ins Gewerbegebiet Haid. Die neue Stadtbahnlinie 3 bietet für den Bereich Weingarten und Haid die bisher gewohnten Taktfolgen. Für weite Teile der Unterwiehre und natürlich insbesondere für Vauban faktisch eine Taktverdoppelung gegenüber der noch wenige Tage gültigen Busandienung.?Die blaue Linie 5 fährt vom Rieselfeld durch Haslach über “Johanneskirche” zum Bertoldsbrunnen. Von dort aus geht die Fahrt weiter zum Hauptbahnhof. Beim Technischen Rathaus biegt die 5 Richtung “Robert-Koch-Straße” ab und fährt weiter über den Hauptfriedhof zur Hornusstraße. Für den Streckenabschnitt vom Technischen Rathaus bis zur Hornusstraße bedeutet dies eine Taktverbesserung vom ehemaligen 10- auf den den 7,5-Minuten Takt.Änderungen im Omnibusnetz?Die Linie 10 verkehrt künftig ausschließlich noch im Westast zwischen Paduaallee ? Elsässer Straße und der Endhaltestelle Siegesdenkmal. Im Tagesverkehr ist an der Haltestelle Robert-Koch-Straße planmäßig eine Umsteigeverbindung auf die Stadtbahnlinie 5 Richtung Stadtmitte und umgekehrt vorgesehen. Die Omnibuslinie 10 wird künftig nach einer verstärkten Frühspitze im Tagesverkehr - wie heute - im 15-Minuten-Betrieb fahren. Da die Stadtbahnlinie 5 in einer 7,5-Minuten-Wagenfolge angeboten wird, ist es möglich an der Haltestelle Robert-Koch-Straße die Stadtbahn mit der Omnibuslinie 10 besser abzustimmen und im Tagesverkehr einen direkten Umstieg anzubieten. ?Die Andienung von Merzhausen übernimmt die neue Omnibuslinie 12 von der Haltestelle Paula-Modersohn-Platz bis zur Haltestelle Merzhausen-Schule. Mit einzelnen Fahrten, insbesondere im Schüler- und im Abendverkehr, fährt die Omnibuslinie 12 bis nach Au. ?Die Omnibuslinie 11 fährt nicht mehr durch den Werder-/Rotteckring sondern durch die Bismarckallee am Hauptbahnhof vorbei. Den St. Georgener Bürgerinnen und Bürger wird ein “Doppel-Stadtbahnanschluss” angeboten. Sie können wählen, ob sie mit dem 11er Bus zur Munzinger Straße oder zur Innsbrucker Straße fahren. Im Tagesverkehr fahren die Busse alle 15 Minuten zwischen der Endhaltestelle Munzinger Straße und der Innsbrucker Straße, jedes zweite Fahrzeug fährt darüber hinaus über das Gewerbegebiet Süd zum Hauptbahnhof und weiter bis zur Messe Freiburg und zu IKEA. Aus fahrplantechnischen Gründen wird im Abendverkehr die Endhaltestelle Munzinger Straße nicht mehr angefahren. Die Fahrt endet dann an der Haltestelle “Obergasse”?Die Omnibuslinie 14 endet künftig nicht mehr in Herdern, sondern bereits am Siegesdenkmal. Gleichzeitig übernimmt die Omnibuslinie 14 auch die Andienung der unteren Ferdinand-Weiß-Straße/ Fehrenbachallee mit den Haltestellen Drais- und Vogesenstraße. Im Tagesverkehr entsteht somit in diesem Bereich ein 30-Minuten-Takt. Dieser gleiche Takt wird künftig im Bereich der Laufener Straße angeboten. Auch für die Haltestellen Drais- und Vogesenstraße ergeben sich Andienungen zu neuen Betriebszeiten. Im Abendverkehr sind beide Haltestellen aus der Innenstadt bis gegen 23.00 Uhr erreichbar. ?Die Omnibuslinie 27 bleibt im Bereich der Wiehre unverändert. Nach Erreichen der Haltestelle Weddigenstraße wird über die Kronenstraße - Stadttheater zum Siegesdenkmal gefahren und von dort bis zur Endhaltestelle Richard-Strauß-Straße in Herdern. Planungsziel war es, künftig den Einsatz von Gelenkomnibussen in Herdern zu vermeiden, da die Verkehrsverhältnisse dort nicht ganz einfach sind.An den Haupthaltestellen Siegesdenkmal und Stadttheater werden mit dieser Linienführung sämtliche Stadtbahnlinien erreicht, so dass von Herdern aus aller Ziele im Stadtbahnnetz mit höchstens einmal Umsteigen erreichbar sind. ?Die Omnibuslinie 26 wird mit dem Fahrplanwechsel eingestellt, die Nachfrage zwischen Pressehaus und der Eschholzstraße war derart gering, dass eine Aufrechterhaltung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zu verantworten ist.Verkehrsbeziehung HauptbahnhofAuf dem Abschnitt zwischen Johanneskirche bis Bertoldsbrunnen verkehren künftig neben der Linie 2 auch die Linien 3 (aus Vauban) und 5 (aus Haslach/Rieselfeld). Da jede dieser Linien im 7,5-Minuten-Takt fahren wird, können sie so verschachtelt werden, dass an der Johanneskirche etwa alle 2,5 Minuten eine Straßenbahn fährt. Fahrgäste der Linie 2, die zum Hauptbahnhof wollen, haben hier dann die Möglichkeit direkt auf die Linien 3 oder 5 umzusteigen. Mit dem Umstieg an der Johanneskirche sind weitere Vorteile verbunden: Gegenüber dem Umstieg an der Haltestelle Bertoldsbrunnen werden die Fußwege praktisch auf Null verringert. Außerdem ist die Haltestellen an der “Johanneskirche” mit einem Hochbahnsteig versehen, was insbesondere Kundinnen und Kunden, die in der Gehfähigkeit behindert sind, erhebliche Vorteile bringt.Direkte Anschlüsse in SchwachlastzeitenDer altbewährte “direkte Anschluss” in der Innenstadt bleibt in den Schwachlastzeiten erhalten. Dies gilt für die Zeiten von Betriebsbeginn bis gegen 6.35 Uhr sowie nach 20 Uhr bis Betriebsschluss. Ähnliches gilt auch an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen.