USC-NBBL-Team revanchiert sich mit Niederlage

Dirk Philippi

Beim heutigen Heimspiel gegen das Team vom BIS Speyer hat sich Freiburgs jüngste Bundesliga-Mannschaft zwar erneut geschlagen geben müssen (74:86), konnte sich aber für die derbe 57-Punkte-Hinspiel-Klatsche revanchieren. fudder mit einem kurzen Spielbericht (inkl. Video) und Wünschen fürs neue Jahr.



Dass das Leben in der neu geschaffenen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga für den USC kein Leichtes werden würde, war allen Beteiligten schon klar, als man sich im Sommer um die Teilnahme im Konzert der alt bekannten Basketball-Internate bewarb. Als reines Vereinsteam haben die Jungs von Coach Aleksandar Bozic schon so manche Sparsau voll Lehrgeld bezahlen müssen und erst einen Saisonsieg auf dem Konto. Und so war der USC auch heute morgen gegen den Tabellendritten aus Speyer klarer Außenseiter, wenngleich diese ersatzgeschwächt im Breisgau anreisten.


Was die Freiburger dann aber im ersten Viertel in der Unisporthalle machten, ließ Böses ahnen: Fünf Turnover und 29% Prozent Wurfquote, dazu eine katastrophale Teamleistung in der Defensive sorgten für einen frühen 11:31-Rückstand. Erst als Freiburgs bester Schütze, Ruben Lürken, mehr Spielzeit bekam, wurde es zumindest in der Offensive etwas besser, doch ein ums andere Mal ließ der USC den Gegner vollkommen frei zum Schuss kommen, was dieser zur 55:30-Halbzeitführung ausnützte.

In der Pause muss Bozic die richtigen Worte gefunden haben, was auch Freiburgs Mr. Basketball und Team-Manager Sigi Eckert gefreut haben dürfte. Dieser stand zur Halbzeit nämlich angefressen vor der Halle und wunderte sich neben all den verständlichen Schwierigkeiten für das Unternehmen NBBL in Freiburg auch schon über so manch männliche Zicke im USC-Kader. Lässt die Bundesliga-Attitüde einige trotz Niederlagenserie die Nase im Wind tragen? In Halbzeit zwei waren die Jungs jedenfalls bemüht das tolle Publikum und Eckert vom Gegenteil zu beweisen:

Mit einer deutlich verbesserten Defense und einigen schönen Spielzügen kam der USC noch einmal auf 13 Punkte heran, als Bozic zur Verwunderung aller in Lürken plötzlich seinen stärksten Offensiv-Mann vom Feld nahm: "Der Wechsel war bescheiden!", übte er sich später in Selbstkritik. Speyer zog wieder auf 20 Punkte davon und erst sieben Minuten vor Ende der Partie bekamen die Freiburger ihr zweites Momentum. Doch es sollte nicht reichen. Mit akzeptablen zwölf Punkten verlor man das Spiel und konnte sich zumindest darin bestätigt sehen, dass das Team stetig dazulernt und sich verbessert! Das Publikum spendete anerkennenden Beifall.

Für das kommende Jahr, bleibt zu hoffen, dass sich der USC in punkto männlicher Jugend strukturell als auch sportlich weiterentwickeln wird. So gibt es Verbesserungspotenzial in verschiedenen Gebieten:

Strukturell

  • Ein zweiter hauptamtlicher Trainer (eventuell in Personalunion mit dem Posten des Jugendleiters) scheint angesichts der großen Anzahl an Basketball spielenden Jugendlichen unausweichlich.
  • Das Karrieremanagement der Spieler, die teils in zwei bis vier USC-Teams agieren, muss besser organisiert werden.
  • Herren-I-Trainer Juric muss seine Bundesliga-Mannschaft deutlich mehr für Spieler aus dem Nachwuchsbereich öffnen - sei es zunächst auch nur zum gemeinsamen Trainingsbetrieb.
  • Der USC sollte darüber nachdenken, seine Sponsoringsuche für Nachwuchs und 1. Mannschaft zu bündeln.
  • Für ein weiteres Jahr NBBL muss die Kadergröße (18 (!) Spieler) neu überdacht werden.

Sportlich

  • Mit Trainer Aleksandar Bozic hat der USC einen jungen Enthusiasten an Board, der eine höchst engagierte und gute Arbeit leistet, sich selbst aber noch in einem Lernprozess befindet und diesen weiter vorantreiben muss. Die Spieler sind dagegen gut daran beraten, sich weiter mit höchster Intensität den Traingseinheiten zu widmen, will man den Platz in der Nachwuchs-Bundesliga auch in Zukunft rechtfertigen. Auch ohne Zukäufe wie in Internats-Standorten ist genügend Konkurrenzsituation vorhanden, um eigentlich jedem Anflug von überheblicher Zufriedenheit vorzubeugen. Im Spiel muss die mannschaftliche Geschlossenheit weiter wachsen, um sowohl das spielerische Potenzial konstanter abrufen zu können als auch mehr eigene Unterstzüng in der Verteidigung wie auch dem Angriff zu leisten.
Fazit:

Die Entscheidung, eine Mannschaft in der NBBL zu melden war für die Nachwuchsspieler goldrichtig. Jetzt gilt es, längst überfällige Verbesserungen an der Struktur vorzunehmen, um zu beweisen, was die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit schon belegen: Freiburg ist neben anderem auch eine Basketball-Stadt!

Video-Ausschnitte vom NBBL-Spiel
USC FREIBURG - BIS SPEYER: