Urteil im Mordfall Mirjam gesprochen

Meike Riebau

Heute um 14 Uhr ist im Landgericht das Urteil über den 31-jährigen Täter gesprochen worden: Lebenslange Gefängnisstrafe wegen versuchter Vergewaltigung und Mordes. Das Gericht lehnte eine besondere Schwere der Tat ab, weil der Täter "ein unbeschriebenes Blatt sei, sowohl unbestraft als auch unauffällig". Außerdem wertete Richter Georg Royen die Tatsache positiv, dass der Täter direkt ein umfassendes Geständnis abgegeben hat. Im Publikum stieß das Urteil auf Unverständnis: "Zu milde" lautete die Meinung vieler Zuschauer.



Der Täter zeigte während der gesamten Urteilsverkündung keine Regung, er saß zusammengesunken neben seinem Verteidiger, vermied jeden Blickkontakt und schaute auf den Boden.


Der Gerichtssaal Nr.4 des Landgerichts war voll  besetzt, Journalisten und Zuschauer drängten sich auf der Tribune. Die Stimmung unter den Zuschauern schwankte zwischen Betroffenheit. Empörung, aber auch Ratlosigkeit -  warum  der sprichwörtliche "nette  junge Mann von nebenan", wie ihn  Richter Royen nannte, die Tat begangen hatte, kann sich immer noch niemand richtig erklären.
Der Richter betonte deshalb auch, dass das Motiv für die Tat in der Verhandlung nicht gefunden werden konnte. Eine frühere Entlassung aus der Haft könnte nur dann möglich sein, wenn der Täter in seiner Haftzeit eine Erklärung für seine Beweggründe finde, "möglicherweise kennt er die Gründe selbst nicht, aber eine frühzeitige Entlassung kann nur möglich sein, wenn er diese findet", so Richter Goyen.

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Der Verhandlungsbeginn im Mordfall Mirjam