Nordhälfte Baden-Württembergs

Unwetter verursachen Schäden und legen Autobahn 5 zeitweise lahm

dpa

Die Polizei berichtet von herabgestürzten Ästen, umgestürzten Bäumen und Überflutungen. Die A5 bei Karlsruhe war nachts etwa sechs Stunden gesperrt. Am Mittwoch kann es weitere Unwetter geben.

Unwetter haben in der Nacht zu Mittwoch vor allem in der Nordhälfte Baden-Württembergs Sachschäden angerichtet und den Verkehr beeinträchtigt. Die Polizeipräsidien in Mannheim, Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart und Aalen berichteten am Mittwochmorgen von zahlreichen herabgestürzten Ästen und umgestürzten Bäumen, vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen.


Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 81 bei Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) ist ein Mensch tödlich verletzt worden. Möglicherweise aufgrund von Aquaplaning sei das Auto von der Fahrbahn abgekommen und habe sich überschlagen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Laut Polizei wurde er beim Aufprall seines Kleinwagens gegen die Mittelleitplanken der Autobahn 81 durch die Windschutzscheibe seines Autos geschleudert. Er starb noch am Unfallort. Weitere Menschen saßen laut Polizei nicht im Fahrzeug.

Dachstuhlbrand in Teningen

In Teningen hat in der Nacht zum Mittwoch ein Dachstuhl gebrannt. Die Polizei geht "mit hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass ein Blitzeinschlag den Dachstuhl eines Wohnhauses in der Belchenstraße verursacht hat.

In Mannheim schätzt die Feuerwehr den Sachschaden auf rund 230 000 Euro

Die Feuerwehr in Mannheim rückte in der Nacht zu mehr als 100 Einsätzen aus. Viele Autos wurden in Mannheim beschädigt, die Polizei schätzt nach eigenen Angaben den Schaden auf rund 230 000 Euro.

In Ettlingen im Kreis Karlsruhe verursachte ein heruntergerissenes Blechdach einen Schaden von rund 150 000 Euro. Nach Angaben der Polizei flog das rund 150 Quadratmeter große Dach am späten Dienstagabend auf ein benachbartes Autohaus und beschädigte neben dem Gebäude zahlreiche Fahrzeuge. Ebenfalls in Ettllingen wurde nach Blitzen und Starkregen eine Musicalvorstellung im Hof des Schlosses abgebrochen. In Teilen des Gebäudes fiel der Strom aus.

Autobahn 5 war nachts für etwa sechs Stunden gesperrt

Wegen vieler abgerissener Äste war die Autobahn 5 bei Karlsruhe in der Nacht für rund sechs Stunden gesperrt. Der Verkehr staute sich vorübergehend über 8 Kilometer. Weil umgestürzte Bäume auf der Bundesstraße 3 die Weiterfahrt behinderten, mussten einzelne Autofahrer zwischen Ettlingen und Malsch am Abend ihre Fahrzeuge stehen lassen. Laut einem Sprecher der Polizei stand auch das Wasser auf der Strecke zwischendurch 30 Zentimeter hoch. Ein Auto kam wegen Aquaplaning von der Fahrbahn ab, der Fahrer blieb jedoch unverletzt.

Die Polizeipräsidien in Ludwigsburg und Aalen berichteten von insgesamt drei Autos, die in Gullischächten festhingen, nachdem die Gullideckel durch das Wasser hochgedrückt worden waren. Verletzt wurde dabei laut Polizei aber niemand.

Bei einem Badeunfall in der Nähe von Karlsruhe starb am Dienstagabend ein junger Mann

Auch über Pforzheim und dem Umland entluden sich starke Gewitter. Keller standen unter Wasser, Bäume knickten um und Strommasten wurden beschädigt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Retter rückten dort am Abend zu rund 120 Wetter-Einsätzen aus.

Bei einem Badeunfall in der Nähe von Karlsruhe starb am Abend ein junger Mann - das Unwetter erschwerte die Suche nach dem vermissten Schwimmer sehr. "An der Einsatzstelle angekommen, entschied sich die Einsatzleitung aufgrund des tobenden Unwetters zunächst, keine Boote einzusetzen", berichtete ein Sprecher. "Im weiteren Verlauf kamen diese jedoch trotzdem zum Einsatz." Nach etwa 45 Minuten fanden Taucher den leblosen Körper. Jede Hilfe kam aber zu spät.

Schwerverletzte in Rheinland-Pfalz

Die schweren Regenfälle führten in der Nähe von Koblenz in Rheinland-Pfalz zu mindestens zwei Unfällen auf der Autobahn. Es gab eine Schwerverletzte, wie die Polizei berichtete. Die Unfälle passierten auf der A48. Bei Weitersburg überschlug sich ein Auto mehrfach, eine Frau wurde schwer verletzt. Am Autobahnkreuz Koblenz raste ein Auto bei Starkregen in die Mittelleitplanke. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Der Wetterdienst Kachelmannwetter registrierte in Pforzheim 115 km/h Windgeschwindigkeit. In Tholey im Saarland wurden demnach 100 km/h gemessen. Gebannt ist Unwettergefahr damit noch nicht. Bis zum Mittwochabend bleibe es noch wechselhaft, teilte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit. Den Prognosen zufolge kann es immer wieder zu Schauern und teils zu Starkregen und auch Hagel kommen. Dazu müsse auch mit schweren Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern gerechnet werden, sagte der Meteorologe. "Das ganze wird sich in der Nacht rasch beruhigen." In der Nacht zum Donnerstag könnte es jedoch auch schon wieder ungemütlich werden.