Unterschriftenaktion und Facebookgruppe zum Erhalt der Sternwaldwiese

Miriam Jaeneke

Wie geht es weiter mit der Sternwaldwiese? Ex-Gemeinderat Sebastian Müller will mit einer Unterschriftenaktion und einer Facebookgruppe den Dialog zwischen Anwohnern und Wiesennutzern fördern - und den Erhalt des beliebten Treffpunkts in der Wiehre sichern. Worum es geht:



"Im Konflikt zwischen Anwohnern und Nutzern der Sternwaldwiese „braucht es mehr Gesprächskultur und Toleranz“, sagt Sebastian. „Und eine Lobby, die sich für die Interessen und Belange von Jugendlichen einsetzt.“


Deshalb hat er eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Sternwaldwiese mitsamt öffentlichen Grillplätzen gestartet. Um die 400 Unterschriften sind auf seine Initiative hin seit Ende Januar zusammengekommen. Unterschriften von PH-Professoren wie Thomas Fuhr und Josef Nerb, von Stadträten wie Gerhard Frey (Junges Freiburg/Die Grünen) und Nikolaus von Gayling (FDP/DVP). Von Mitgliedern der Grünen Jugend Freiburg, vor allem aber von Studierenden aller Hochschulen und „jungen Leuten, die die Wiese auch nutzen“, so Sebastian.

Er hat außerdem die Facebookgruppe Rettet die Sternwaldwiese gegründet. „Die Idee dahinter ist, dass man auch auf diese einfachere Weise unterschreiben kann, da muss man nichts extra ausdrucken.“ Rund 100 Leute sind der Gruppe bisher beigetreten. Zufrieden ist Sebastian Müller mit dieser Resonanz, auch wenn er hofft, dass es bis zur Übergabe der Unterschriften im Technischen Rathaus am 25. April 2012 noch einige mehr werden.

In einer Vollversammlung der PH Ende Januar wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, die Grillplätze auf der Sternwaldwiese zu erhalten. „Die Wiese lebt davon, dass man da auch spontan grillen darf, das geht nur an wenigen Plätzen in Freiburg“, sagt Sebastian. Und fügt hinzu: „Es scheint in der Stadt allgemein ein Problem mit Freiräumen für Jugendliche zu geben, wo diese sich in unkommerziellem Rahmen treffen können. Die Stadt ist immer dichter bebaut, und die Konflikte gibt es an immer mehr Stellen, so auch im Mooswald mit dem Skatepark.“ Gewisse Politiken hätten die unbeabsichtigte Nebenfolge, dass für Kinder und Jugendliche „Druck und Verdrängung größer werden“.

Von Anwohnerseite aus sei das Grillverbot noch die moderateste Forderung. „Da wird einem von nächtlichen Orgien mit bis zu 600 anwesenden Franzosen erzählt, die dort Zelte aufbauen würden und mit Schnapsflaschen um sich werfen, von Leuten, die extra von Waldshut und Karlsruhe herunterkommen.“

Tatsächlich jedoch sei die Sternwaldwiese ein „friedlicher Treffpunkt“ – im Unterschied beispielsweise zum „Bermudadreieck“ in der Innenstadt. Außerdem, so argumentiert Sebastian: „Wenn man in einer Großstadt wie Freiburg wohnt, dann muss man manches einfach in Kauf nehmen. Man genießt ja auch die Dinge, die eine Großstadt bietet: Kultur, Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze – da muss man auch in Kauf nehmen, dass man Belästigungen ausgesetzt wird.“

Vorschläge für eine Entlastung der Anwohner hat er auch: Man könne ja für die Verbrennung geeignetes trockenes Holz vor Ort auslegen oder Grillstellen einrichten, die größerer Rauchentwicklung vorbeugen. Generell sollten Sebastians Meinung nach mehr Treffpunkte wie die Sternwaldwiese geschaffen werden, damit sich der Andrang stärker verteilt.

Zunächst einmal hofft Sebastian aber als Reaktion auf die Unterschriftenübergabe auf ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Freiraums Sternwaldwiese. "Es gibt schon entsprechende Signale.“

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  [Foto: fudder-Archiv]