Unser Star für Baku: Wie sehen Familie, Freunde und Promis Ornellas Chancen?

Ralf Burgmaier

Ornella de Santis aus Offenburg steht heute Abend im Finale der Castingshow "Unser Star für Baku". Was sagen ihr Vater, die Oberbürgermeisterin, ihr Gesangslehrer, der Bühnenpartner und Offenburgs bekanntester Graffitikünstler dazu?

[Ornella de Santis könnte Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten – wenn sie das finale Casting gewinnt]

Der Gesangslehrer



Dominik Jaeckel ist Sänger, Musikproduzent und Gesangslehrer an der Musikschule Offenburg/Ortenau, wo er auch schon Kandidaten für Deutschland sucht den Superstar trainiert hat:

"Ich habe die letzten drei Shows verfolgt und muss sagen, es ist phänomenal, wie Ornella de Santis sich dort präsentiert hat. Sie ist immer top vorbereitet und hat eine tolle Songauswahl. Es sind genau die richtigen Songs für sie. Vom Können her ist sie deutlich weiter als alle anderen Kandidaten. Möglicherweise hat ihre Stimme nicht den allergrößten Wiedererkennungswert. Aber für meine Schüler ist sie deshalb ein tolles Vorbild, weil sie im Vergleich zu anderen Casting-Showteilnehmern erst ihre Stimme ausgebildet und Bühnenerfahrung gesammelt hat, bevor sie an so etwas teilnimmt. Außerdem schreibt sie eigene Songs. Ihr Song mit dem portugiesischen Text, den sie im Halbfinale gesungen hat, war der beste, den ich bisher im Wettbewerb gehört habe. Mal abgesehen vom Mut, den an dieser entscheidenden Stelle des Wettbewerbs zu bringen, ist das musikalisch eine absolut reife Leistung. Im Finale ist es wie im Fußball. Auch wenn sie vielleicht als Underdog antritt, stehen ihre Chancen 50 zu 50. Aber wenn sie wie bisher den Kopf frei hat, dann schafft sie das. Jedenfalls steht die ganze Region hinter ihr. Das merke ich bei meinen Schülern und hier an der Musikschule."

Der Bühnenpartner



Claudio Esposito, Sänger, Rapper, Breakdancer und Bühnenpartner von Ornella de Santis:

"Ja, es stimmt, ich selbst habe mich mal in den 90ern bei der Miniplayback-Show von Linda de Mol beworben, aber das ist in dem Zusammenhang eigentlich nicht der Rede wert. Ornella kenne ich, seit sie lebt. Unsere Eltern sind befreundet. Sie und meine Schwester sind die dicksten Freundinnen. Mit ihrem Bruder Davide de Santis habe ich sehr erfolgreich in der Breakdance-Gruppe Rockin’ til Death zusammengearbeitet. Mein Vater hat mit ihrem Vater in der Band Formula Tre zusammengespielt. In dieser Band hat sie mit fünf oder sechs ihre ersten Schritte auf der Bühne gemacht. Dort sang sie damals Titel wie "Er gehört zu mir" von Marianne Rosenberg, den "Lambada" oder Stücke von Laura Pausini. Sie hat eigentlich ihr ganzes Leben schon gebadet in Musik. Vor fünf Jahren haben wir angefangen auf der Bühne oder für meine Alben mit Rapperkollegen aus Offenburg und Düsseldorf zusammenzuarbeiten. Ihre Kenntnisse der südamerikanischen Musik haben wir bei einer Salsanummer verwendet. Am Donnerstag werde ich wieder beim Public Viewing im Forum-Kino sein. Die Chancen sind gleich verteilt, die Karten neu gemischt."

Der Vater



Adriano de Santis, Musiker und Vater von Ornella de Santis, war bisher jedes Mal live in Köln bei den Sendungen dabei:

"Wir waren bisher immer sehr aufgeregt. Aber seit dem Halbfinale sind meine Frau und ich ganz gelassen. Als Ornella da kurz vor Schluss auf dem dritten Platz stand und damit ausgeschieden gewesen wäre, sagte mir eine innere Stimme: Sie schafft das. Deshalb glaube ich jetzt auch, dass sie das Finale gewinnen wird. Wir packen das. Der Europa-Park, wo Ornella sonst arbeitet, hat auf Facebook seine 300.000 Freunde aufgerufen für Ornella zu stimmen. Außerdem interessieren sich die Italiener in Deutschland plötzlich für den Wettbewerb, möglicherweise auch die Serben und Portugiesen. Wir sind jetzt schon sehr, sehr stolz auf Ornella. Das hat sie sehr gut gemacht."

Die Oberbürgermeisterin



Edith Schreiner, Stadtoberhaupt von Offenburg:

" Ornella de Santis kenne ich schon lange über ihren Vater, der ja auch im Integrationsbeirat mitgearbeitet hat, und über die Musik, die er und sie auf unseren Stadtfesten gemacht haben. Ich habe die Sendungen nicht von Anfang an verfolgt. Zuletzt habe ich mich aber über das Internet informiert oder den Schluss der Sendungen geschaut, wenn ich abends nach Hause gekommen bin – vor allem seit wir uns im Rathaus mit Ornella beschäftigen und mit der Frage, wie wir auf ihren tollen Erfolg, den sie schon jetzt mit der Finalteilnahme erreicht hat, reagieren. Auf jeden Fall bewundere ich die hohe Professionalität wie sie mit dem Druck umgeht. Wir freuen uns über ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt: Sie hat Offenburg und das schöne Badenerland ja jedes Mal in der Sendung erwähnt. Sie ist ein ganz großes Vorbild für junge Leute. Egal wie es am Donnerstag ausgeht, wollen wir ihr auch einen Empfang bei der Stadt anbieten, sobald sie zurück ist. Ich drücke ihr jetzt die Daumen, dass sie das Finale auch gewinnt. "

Der Edelfan



Stefan Strumbel, international anerkannter Streetart-Künstler aus Offenburg:

"Ich habe mit Ornellas Bruder Davide meine Jugend verbracht. Wir gingen in dieselbe Grundschulklasse der Georg-Monsch-Schule. Später wurde er einer der besten Breakdancer der Welt, und ich habe mit dem Sprühen angefangen. Bei ihm zu Hause, in dieser sehr musikalischen Familie, war Ornella, seine Schwester, die von ihrem Daddy einfach jede Menge Musik mitbekommen hat. Da hat sie unglaublich starke Wurzeln. Ich habe sie immer wieder großartig auf der Bühne erlebt mit Claudio Esposito und P-Verse. "Unser Star für Baku" habe ich oft geschaut und meine Handyrechnung strapaziert. Ich stehe voll hinter Ornella. Sie ist die Richtige, um das Land zu vertreten. Die Jury hat es das letzte Mal gesagt: Sie hat internationales Niveau. Dass sie ihren eigenen Song auf portugiesisch gesungen hat, fand ich super mutig. Aber das macht den Künstler aus, dass er sich was traut. Das war mega."

Mehr dazu:

Die ARD überträgt das Finale von "Unser Star für Baku" mit Ornella de Santis und Roman Lob heute Abend um 20.15 Uhr.
[Bild 1: dpa; Bild 2: Promo; Bild 3: Privat; Bild 4: Badische Zeitung; Bild 5: Wilfried Beege; Bild 6: Berthold Baumeister]