Uniwahl-Check: Junge Liberale Hochschulgruppe

Christian Deker

Wenn sich am 3. Juli bei der Uniwahl die Wahllokale öffnen, haben die Freiburger Studenten die Qual der Wahl. Sechs Gruppen kandidieren für die Sitze im Senat und im ASta. fudder stellt ab heute die Spitzenkandidaten und ihr Wahlprogramm anhand von zehn Fragen vor. Den Anfang macht Robert Huber von der Jungen Liberalen Hochschulgruppe.

 



Wer bist Du? Bitte stell Dich doch kurz vor!

Mein Name ist Robert Huber, 24 Jahre jung und studiere VWL im achten Semester. Neben meinem Engagement bei der Liberalen Hochschulgruppe spiele ich gerne Tennis oder mache mit meinen Freunden die Freiburger Altstadt unsicher.

Warum sollte man gerade Euch wählen?

Wir fordern mehr Autonomie für Hochschulen, die letztendlich über mehr Leistung eine bessere Bildung ermöglichen sollen. Wichtige Entscheidungen sollten aber nie ohne die Studenten getroffen werden können – denn letztendlich sind sie die Universität.

Was unterscheidet Euch von den anderen?

Im Gegensatz zum „buf“ haben wir über andere liberale Gruppen (nicht zuletzt die FDP) die Möglichkeit, auch außerhalb der Uni Einfluss auf die Politik zu nehmen. Einen Aktionismus, der durch seine Aufmerksamkeit allenfalls ein schlechtes Bild auf die Studierenden wirft, die dann kaum noch jemand ernst nimmt, lehnen wir ab. Gerade was die verfasste Studierendenschaft und Studiengebühren betrifft kann da eine starke Liberale Hochschulgruppe nicht schaden.

Die Gewissensfrage: u-Modell. Ja? Nein? Vielleicht?

Jain: u-modell schon, aber nicht das Modell des u-asta.

Warum?

Die Erfahrung mit dem u-asta hat gezeigt, dass sich letztendlich eine relativ kleine Gruppe bildet, die die studentische Hochschulpolitik unter sich auskungelt. Wir fordern stattdessen ein unabhängiges Studierendenparlament, in dem die einzelnen Gruppen wirklich repräsentativ vertreten sind. So lässt sich eine viel ausgewogenere, vielseitigere und wirklich demokratische Studierendenpolitik gestalten.



Wie steht Ihr zum Thema Studiengebühren?

Prinzipiell sind wir für Studiengebühren. Allerdings müssen sie sozial ausgewogen gestaltet sein (etwa durch ein nachgelagertes Gebührenmodell). Die aktuelle Ausgestaltung in Baden-Württemberg entspricht diesen Anforderungen nicht. Außerdem muss das Geld da ankommen, wo es hingehört: in die Lehre. Die Uni Freiburg nutzt das Geld aktuell zum Stopfen von Haushaltslöchern und steckt einen beträchtlichen Teil in die Forschung. Dafür sind Studiengebühren nicht gedacht.

Wenn nächstes Jahr der amtierende Rektor Jäger in den Ruhestand geht, hinterlässt er so einiges: unter anderem ein großes Unijubiläum und vielleicht auch eine Elite-Uni. Wie seht Ihr Euer Verhältnis zum Rektorat?

Wir freuen uns, dass Freiburg Teil der Exzellenzinitiative ist. Trotzdem darf auch Herr Jägers Nachfolger nicht abheben und muss erkennen, dass es weiterhin viel zu tun gibt. Unser Verhältnis mit dem Rektorat ist positiv.

Wo seht Ihr an der Uni Freiburg den größten Handlungsbedarf? Was sind Themen, die den Studenten und Euch unter den Nägeln brennen?

Für die Studenten sind das Herz der Universität die Fakultäten und die Lehre. Die wichtigsten Investitionen (nicht nur durch Studiengebühren) müssen in Zukunft auf diesem Feld gemacht werden. Wir brauchen immer noch bessere Betreuungsverhältnisse, dadurch individuelle Förderung und eine Verbesserung der Einrichtungen – beispielsweise sehen wir nicht ein, warum eine Uni-Bibliothek nicht auch sonntags geöffnet sein sollte. Gerade am Wochenende haben Studierende Zeit, den Stoff der Woche nachzuarbeiten.

Viele haben gegen die ASta-Wahlen das Vorurteil, dass sich hier Studenten nur als „Jung-Politiker“ profilieren wollen. Was sagt Ihr dazu?

Ob das Selbstverständnis als Jungpolitiker durchweg negativ ist, wagen wir zu bezweifeln. Wir sind jung und engagieren uns politisch – so gesehen sind wir Jungpolitiker. Das heißt aber nicht, dass man die negativen Verhaltensweisen einiger „Altpolitiker“ imitieren sollte. Gerade politische Grabenkämpfe halten wir auf allen Ebenen für unnötig und wollen sie an unserer Uni weitgehend vermeiden. Im AStA wollen wir daher konstruktiv mit anderen Gruppen zusammenarbeiten und möglichst nah am Studierenden agieren.

Sonst noch was?

Wer LHG wählt, wählt eine Alternative zum u-asta-Modell – und entscheidet sich somit dafür, in Zukunft wirklich repräsentiert zu werden. Daher: Am 3. Juli liberal wählen!

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