Uniklinik setzt Expertenkommission ein

Carolin Buchheim

Die Uniklinik Freiburg hat heute bei einer Pressekonferenz die Mitglieder der unabhängigen Untersuchungskommission vorgestellt, die die Doping-Vorwürfe gegen zwei Ärzte der Freiburger Sportmedizin aufklären sollen.

Die Mitglieder der Expertenkommission sind:

  • Der Jurist Dr. Hans Joachim Schäfer; Er hat den Vorsitz der Kommission. Schäfer war von 1980 bis 2001 Präsident des Sozialgerichts Reutlingen und während dieser Zeit Vorsitzender der Kammer für Kassenarztrecht mit Zuständigkeit für Disziplinarverfahren, Entziehung der Kassenzulassung und Arzneimittelrecht.
  • Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Schänzer. Er ist der Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln und Mitglied der Arbeitsgruppe Medizin & Analytik der Nationalen Antidoping Agentur in Bonn.
  • Prof. Dr. Ulrich Schwabe, emeritierter Leiter des Pharmakologischen Instituts der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
 

Eingesetzt wurde die Kommission vom Vorstand der Uniklinik in Absprache mit dem Rektor der Universität, Prof. Dr. Wolfgang Jäger, und dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Christoph Peters. Sie kann um beratende Mitglieder erweitert werden.

Die Expertenkommission soll die Fakten im Zusammenhang mit den Doping-Vorwürfen gegen die Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich ermitteln und deren Auswirkungen auf die Patientenversorgung und Forschung an der Uniklinik zu bewerten.

Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Matthias Brandis, distanzierte sich gleich zu Beginn der Pressekonferenz von der Praxis des Dopings im Sport: "Gerade der Beruf des Arztes verbietet es, Machenschaften, die sich gegen die Gesundheit eines Menschen und die Fairness im Sport richten, zu unterstützen." Gleichzeitig stellte Brandis sich  hinter die beiden Freiburger Sportmediziner: "Solange keine Belege für die Anschuldigungen vorliegen, gilt für die Klinikleitung die Unschuldsvermutung."

Auch der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, Prof. Dr. Wolfgang Jäger, stand den Fragen der Journalisten zur Verfügung. Prof. Brandis und Prof. Jäger zeigten Schulterschluss: "Wir werden alles dafür tun, damit die Anschuldigungen möglichst rasch und vollständig aufgeklärt werden", so Rektor Jäger. Prof. Brandis sagte den Mitgliedern der Kommission Zugang zu allen existierenden Unterlagen zu und kündigte an, ihnen den Kontakt zu allen Personen zu ermöglichen, die zur Aufklärung der Anschuldigungen beitragen können.

Der Belgier Jef D'hont, ein ehemaliger Mitarbeiter des Teams Telekom (jetzt T-Mobile) hatte in seinem in Belgien erschienen Buch "Erinnerungen eines Radfahrer-Pflegers" schwere Vorwürfe gegenüber die Freiburger Teamärzte erhoben. Sie sollen unter anderem die Radsportler Olaf Ludwig, Bjarne Riis und Jan Ullrich Mitte der Neunziger Jahre mit dem Mittel EPO (Erythropoetin) versorgt haben. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte Ende April Auszüge aus D'honts Buch abdruckt.

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