Uni-Zeitschriften-Test (4): Focus Campus

Gina Kutkat

Pünktlich zum Semesterstart bewertet Gina die Uni-Zeitschriften, die sich auf ihrem Schreibtisch stapeln. Seitdem Studienangebote mannigfaltiger werden und das Studiensystem undurchsichtiger, versuchen die Magazinmacher, Studenten in allen Lebenslagen zu beraten. Eine Analyse. Teil 4: Focus Campus



Name der Zeitschrift

Focus Campus

Herausgeber

Uli Baur, Stephan Paetow

Erscheint:

jeden Donnerstag



Format

Focus Campus erscheint als interaktives PDF, das man nach einmaliger Registrierung selbstständig herunterladen kann. Praktischste Variante: jeden Donnerstag wird der Link für das PDF kostenlos zugemailt.

Preis

Anmeldung und Registrierung erforderlich, keine Kosten

Abo-Preis

Mit einer Anmeldung sichert man sich die wöchentliche digitale Zustellung von Focus Campus. Das entspricht einem Abonnement, ist jedoch kostenlos.



Rubriken

Sechs Haupt-Kategorien: 1) Start, 2) Agenda, 3) Thema, 4) Uni&Karriere, 5) Leben und 6) Finale.

1) Hier gibt es das Inhaltsverzeichnis, ein Editorial mit der Forderung der Woche und der wöchentliche Rundruf. Studenten geben ihre Meinung Kund - in diesem Rundruf geht es um die BAföG-Erhöhung. Auf den nächsten Seiten findet sich unter anderem ein Aufruf zum Blog-und Bilderwettbewerb und ein kleines Portrait über den Künstler Norbert Bisky - diese Rubrik nennt sich "Guck'an!". Unter dem Titel "Einer von uns" stellen Studenten spannende Kommilitonen vor, die etwas zu erzählen haben.

2) Die Agenda: "Dein Schnelldurchlauf für Uni, Karriere und Leben". Großes Thema ist hier der Asta-Personalmangel, der aufgrund von Nebenjobs und straffem Bachelor-Master-Studium seitens der Studenten immer größere Züge annimmt. Alles, das  "Gut zu wissen" ist, findet sich auch hier. Schon gewusst, dass in Wuppertal Anfang 2008 die Hip-Hop-Academy eröffnet wird? Hier erfährst du es. Auf der Kulturseite stehen Kino-, Theater-, Lesungs- und Filmtipps.

3) Start der neuen Focus-Campus-Serie rund um das Thema Werbung. Teil 1: "Wege in den Job - junge Wilde - Sebastian Turner". Wie gut stehen die Berufschancen für Studenten, welche Jobs gibt es in der Werbebranche, welche Köpfe stecken hinter den besten Kreativstätten Deutschlands und wie sehen ihre Entwürfe aus? Hier gibt es Aufschluss. Einer der besten Werber Deutschlands, Sebastian Turner, verrät als Focus-Campus-Tutor, worauf es bei guter Werbung ankommt.



4) Die Themen in dieser Rubrik: Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner plant eine neue Forschungs-Universität in Berlin, auch "Super-Uni" genannt. Ein Interview und eine Übersicht über die Pläne. In der Rubrik "Auf einen Blick" gibt der Studi-Steuernberater 2007 gute Tipps für Jobber: über Lohnsteuer und Versicherungen bis zu Jobbeispielen. Die "Zwischenprüfung" ist bei Focus Campus harmloser als in der Realität: kuriose Rätselfragen können per Email beantwortet werden. Zum Beispiel: "Truthähne können Selbstmord begehen. Auf welche Weise?" Das Focus Campus Rathaus auf den folgenden Seiten hat an allen Tagen 24 Stunden geöffnet. Hier können Studenten Fragen stellen und Rat einholen.

5) Mit einem ausführlichen Bericht über Uni-Radios in ganz Deutschland startet diese Kategorie. Hier erfahrt ihr alles über Finanzierung, Qualität, Mitarbeiter und die Campus-Charts. Im "Shopping-" Bereich geht es diesmal - passend zur Jahreszeit - um das Thema Erkältung.

6) Endspurt ins Finale: Lob, Kritik und Anregungen sind unter "Resonanz" aufgelistet. "Was ich noch zu sagen hätte" bietet den Focus-Campus-Redakteuren eine Plattform für ihre Gedanken. So schreibt Redakteurin Katja Bachert einen Nachruf auf Evelyn Hamann.



Titelthema in diesem Heft

Schlachtfeld Werbung! Ich bin doch nicht blöd - ich werde Werbefuzzi! Start der neuen Focus-Campus-Serie über die kreativste und lauteste Branche der Welt.

Design/Layout

Ein sehr cooles und junges Design. Gute Fotos und witzige Grafiken, die man intelligent eingesetzt hat.

Übersichtlichkeit

Focus-Campus erscheint als PDF-Datei und wird deshalb größtenteils direkt am Computer gelesen. Der Übersichtlichkeit schadet dies aber nicht. Durch Klicken oder Scrollen lässt es sich ganz einfach Blättern und durch die Unterteilung der verschiedenen Kategorien kommt man ziemlich schnell zurecht. Eine Seite entspricht genau dem Bildschirmausschnitt -  das Hoch-und Runterscrollen beim Lesen fällt also weg.

Lieblings-Rubrik

Obwohl viele einfallsreiche Rubriken dabei sind, entscheide ich mich für das "Rathaus". Die Fragen der Leser sind sorgfältig ausgewählt und interessieren wohl jeden Studenten. Die Redaktion recherchiert sorgfältig, um kompetente Antworten geben zu können.



Extras

Ein Extra ist die Focus-Campus-Community, an der jedes Mitglied teilhaben kann. Durch ein eigenes Profil kann man sich mit anderen austauschen, chatten, flirten und Kommilitonen von der eigenen Uni finden. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Online-Tagebuch, einen soganannten "Blog", zu verfassen und andere Beiträge zu kommentieren.

Ein weiteres Extra ist die Focus-Campus-Spielhölle. Hier kann man einiges gewinnen: Reisen, Geld, Laptops und so weiter.

Jedes Mitglied in der Community hat seinen persönlichen Aktions-Code. Das geschieht, wenn man Focus-Campus weiterempfiehlt: Sobald sich ein neuer User mit dieser Nummer registriert, erhalten er und der Inhaber des Aktions-Codes jeweils 2.000 Focus-Campus Credits. Mit diesen Credits kann man zum Beispiel an Gewinnspielen teilnehmen.

Seitenzahl

60

Davon Werbung

ca. zwei Seiten. Die Werbung ist so spärlich angesiedelt, dass sie kaum auffällt.

Minuspunkt

Focus-Campus ist virtuell und nicht zum Anfassen. Seiten rausreißen, unterstreichen oder Kaffee drüberschütten geht also nicht. Im Angesicht des neuen digitalen Zeitalters sollte man sich jedoch mit dem Fortschritt auseinandersetzen und neue Varianten ausprobieren.

Fazit

Mit ein bisschen Skepsis habe ich mich registriert und mir das PDF heruntergeladen. Um so überraschter war ich dann beim Lesen: Es ist mehr als praktisch und birgt gegenüber Zeitschriften keine Nachteile. Die Artikel sind interessant, informativ und sehr ansprechend. Focus-Campus erscheint im Gegensatz zu anderen Uni-Zeitschriften jede Woche Donnerstag und ist kostenlos.

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