Uni-Wahlen: Was die Hochschulgruppen wollen

Manuel Lorenz

Am Dienstag, 5. Juli 2011, sind Uni-Wahlen. Und weil nicht jeder weiß, wofür welche der fünf Listen steht, haben wir sie gebeten, zu einschlägigen Uni-Themen Stellung zu nehmen. Drei Hochschulgruppen haben das getan:

 

Juso Hochschulgruppe Freiburg



Das größte Problem für Freiburger Studierende ist ...


... die ungenügenden sozialen Rahmenbedingungen der Universität und der Stadt. Hierbei sind insbesondere der überteuerte Freiburger Wohnungsmarkt und das in seiner Reichweite zu begrenzte Semesterticket zu nennen. Zudem benachteiligt der Mangel an Kitaplätzen Studierende mit Kind. Dazu kommen natürlich noch die Probleme, die alle Studierenden in Ba-Wü haben: Studiengebühren, keine „Verfasste Studierendenschaft“, eine schlechte finanzielle Situation der Hochschulen und die Angst um einen Masterplatz.

In der Mensa ...

... essen Kinder jetzt umsonst. Das ist eine der von uns durchgesetzten Verbesserungen. In der Zukunft wünschen wir uns mehr vegetarisches Essen. Auch VeganerInnen sollen Angebote erhalten. Schön wäre es, wenn mehr Bio-Produkte angeboten würden. Weiter brauchen wir dringend eine vollwertige Mensa mit eigener Küche an der technischen Fakultät am Flugplatz. Das Wichtigste ist dabei, dass die Preise nicht steigen. Eine Mensa muss sozial sein.



Vom Studentenwerk wünschen wir uns ...

... dass es endlich seinem Auftrag nachkommt und mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende schafft sowie ein besseres Semesterticket aushandelt. Dafür könnte es überflüssige Aktivitäten wie das Unicatering oder die ProfessorInnenmensa „Haus zur Lieben Hand“ ganz sein lassen. Des Weiteren sollte es darauf achten, dass die Uni nicht immer mehr in die Hände von Privaten fällt. Ein Fall wie der der FAZ-Lounge darf sich nicht wiederholen.

Das Rektorat sollte dringend ...

... aktiv für die Gleichstellung an der Uni eintreten. Wir brauchen eine echte gleichstellungsorientierte Berufungspraxis, Metoringprogramme und die Möglichkeit, flexibler zu studieren und zu arbeiten. Nur so kann die Vereinbarkeit von Studium/Beruf und Familie und dadurch ein höherer Frauenanteil in der Wissenschaft erreicht werden.

Auch dazu muss das Rektorat endlich beginnen, die StudierendenvertreterInnen ernst zu nehmen. Die Zusammenarbeit muss auf Augenhöhe erfolgen.

Die Verfasste Studierendenschaft soll folgendermaßen gestaltet werden:

Demokratisch, transparent und effektiv. Wie genau das geht, können und wollen wir nicht vorschreiben. Darum haben wir uns in einen intensiven Dialog mit allen interessierten Studierenden begeben, um zusammen mit ihnen an einem Modell zu arbeiten, das diese Ansprüche erfüllt.

buf (Bündnis für u-asta und u-Fachschaften) a und b



Das größte Problem für Freiburger Studierende ist ...

... dass sie sich über den AStA zu ihren Problemen noch immer nicht offen politisch äußern dürfen und deshalb Themen wie Studiengebühren, Wohnungsnot oder Studienreform auf diese Weise nicht kritisieren können. Daher wird am 5. Juli in erster Linie darüber abgestimmt, wie eine parallele politische Vertretung organisiert sein soll. Leider suggerieren die Plakate anderer Listen, dass von Frauenförderung über Mensaessen bis Nahverkehr jedes beliebige politische Thema im AStA entschieden wird, und täuschen so die Wählerschaft.

In der Mensa ...

... konnten viele unserer u-asta-Aktiven Verbesserungen bewirken, die von den Studierenden gewünscht wurden. Die Grüne Jugend, die unser für alle offenes und basisdemokratisches u-Modell unterstützt, hat den semesterweise stattfindenden „Veggie-Day“ vorangebracht. Unser Umwelt-Referat hat ermöglicht, dass in den Cafeterien Thermobecher angeboten werden. Auch sammelt unser Arbeitskreis Mensa ständig Feedback, um die Ergebnisse mit den Betreibern zu diskutieren.

Vom Studentenwerk wünschen wir uns ...

... vieles, aber statt einmal jährlich einzig Forderungen auf bunte Plakate zu schreiben, arbeiten wir vor allen Dingen außerhalb des Wahlkampfs gemäß den aktuellen Wünschen der Studierenden. In unserem u-Modell können sich alle einbringen und auch mitarbeiten. Von den vielen aktiven Studierenden in unseren Arbeitskreisen haben einige nun in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk barrierefreie Wohnheime mit entsprechenden Zimmern durchgesetzt. Wir freuen uns über weitere Mitarbeit!



Das Rektorat sollte dringend ...

... offener und transparenter arbeiten, um einen besseren Austausch mit der Basis der Studierenden zu ermöglichen. In unserem u-Modell können sich alle Studierenden über Vollversammlung und Fachschaften jederzeit mit ihren Anliegen und Vorschlägen einbringen, sowie durchgängig mitentscheiden. Die so gefassten Positionen kommen ohne „wenn und aber“ in das monatliche Treffen mit dem Rektorat. Daher erfährt die Uni-Leitung über den u-asta sofort, was sie laut der Studierenden „dringend tun sollte“.

Die Verfasste Studierendenschaft soll folgendermaßen ausgestaltet werden:

So, wie es sich die Studierenden wünschen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der VS-Einführung ein offener und vielseitiger Ideenaustausch vorhergeht, den möglichst viele Studierende mitgestalten. Daher haben wir mit den anderen Wahllisten vereinbart, zuallererst einen breiten Informations- und Diskussionsprozess zur Ausgestaltung der VS anzustoßen und sich nicht im frühzeitigen Werben um bestimmte Modelle zu verlieren. Der zugehörige Arbeitskreis trifft sich am 6. Juli wieder im u-asta.

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