Uni-Wahl 2012: Was die Hochschulgruppen wollen

Manuel Lorenz

Am Dienstag, 3. Juli sind Uni-Wahlen! Und weil nicht jeder weiß, wofür welche der fünf Listen steht, haben wir sie gebeten, zu einschlägigen Uni-Themen Stellung zu nehmen. Vier Hochschullisten haben das getan:



Juso Hochschulgruppe Freiburg



1. Das größte Problem für Freiburger Studierende ist …

… das Fehlen günstigen und lebenswerten Wohnraums.

2. Die Exzellenzinitiative …
… ist gescheitert und ohne Breitenförderung verfehlt.

3. Vom Studentenwerk wünschen wir uns …
… ein stärkeres Engagement für günstigen Wohnraum und ÖPNV bei Nacht.

4. Das Rektorat sollte dringend …
… für Verbesserungen der Lehr- und Lernsituation in Freiburg sorgen.

5. Die verfasste Studierendenschaft soll folgendermaßen gestaltet werden:
In einem gemischten Modell mit Fachschaften UND politischen Hochschulgruppen, damit alle Studierenden gehört und mitgenommen werden können.

buf (Bündnis für u-asta und u-Fachschaften) a und b



1. Das größte Problem für Freiburger Studierende ist …
… dass sie noch immer keine offiziell anerkannte, mündige Vertretung an ihrer Hochschule haben. Der AStA darf sich nicht hochschulpolitisch äußern und ist auch sonst in seiner Arbeit stark eingeschränkt. Daher brauchen wir - bis zu Wiedereinführung der VS - den u-asta, um eine Vertretung zu haben, die den Namen auch verdient.

2. Die Exzellenzinitiative …
… sehen wir kritisch. Die Finanzierungsprobleme im deutschen Bildungssystem sind struktureller Natur, da können ein paar prestigeträchtige Eliteprojekte keine Abhilfe schaffen. Statt eines von vorne bis hinten nicht gut durchdachten pseudo-eltären Programms - das im Übrigen die Unterfinanzierung von Lehre, Verwaltung etc. unberührt lässt - sollte man nachhaltige Finanzierungsmechanismen schaffen, die das wirkliche Problem angehen: die strukturelle Unterfinanzierung der Hochschulen.

3. Vom Studentenwerk wünschen wir uns …
… dass es sein oft gutes Engagement fortführt, mancherorts aber nachbessert. So sollte das Essen in den Mensen besser gekennzeichnet sein und es sollte mehr veganes und vegetarisches Essen geben. Außerdem sollte das Studentenwerk weiter zusätzliche Wohnheimplätze schaffen, die aber auch bezahlbar sein müssen.

4. Das Rektorat sollte dringend …
… uns Studierende besser einbinden. Alle Statusgruppen sollten von Anfang an in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Aktuell werden wir oft sehr spät einbezogen, in der Entwicklungsphase von Konzepten ist die Mitbestimmung oft mangelhaft. Des Weiteren sollten unsere Vorschläge nicht nur angehört werden, sondern auch tatsächliche Berücksichtigung finden.

5. Die Verfasste Studierendenschaft soll folgendermaßen gestaltet werden:
Wir haben noch keine Position dazu entwickelt, wie genau eine VS aussehen soll. Allerdings sollte das Modell möglichst viel Mitbestimmung ermöglichen. Das könnte z.B. über offene Fachschaften passieren, wie es seit Jahren erfolgreich im u-Modell praktiziert wird. Ein weiter Prüfstein für ein gutes VS-Modell ist Transparenz. Im u-asta tagen alle Gremien öffentlich und alle Protokolle sind über die Website zugänglich. Das sollte auch in der VS Standard sein.

Liberale Hochschulgruppe Freiburg



1. Das größte Problem für Freiburger Studierende ist …

… die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen, Tutoraten, Seminaren und Übungen. Sie engt die Studierenden unnötig in der Semesterplanung ein und ist daher komplett abzuschaffen. Von einem mündigen Studierenden kann man Eigenverantwortung erwarten.

2. Die Exzellenzinitiative
… ist leider gescheitert. Dies ist ein harter Schlag für den Forschungsstandort Freiburg. Nun betrachten wir mit Sorge, dass die fehlenden finanziellen Mittel für die Exzellenzprojekte aus Mitteln für die Lehre kommen sollen. Dies ist mit uns nicht zu machen.  

3. Vom Studentenwerk wünschen wir uns …
… eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Mit der Einführung der VS fallen viele Aufgaben, die früher dem Studentenwerk zugeordnet waren, uns zu. Diese Aufgaben per se dem Studentenwerk wegzunehmen, halten wir für falsch. Bei studentischen Beratungen können wir sicher viele Dinge verbessern, jedoch in Bereichen Hochschulsport oder Mensa macht das Studentenwerk eine gute Arbeit, so dass wir keine Veranlassung sehen ihnen diese Aufgaben wegzunehmen, nur weil wir es können.

4. Das Rektorat sollte dringend
… den Exzellenzschock überwinden und weiter für die Verbesserung von Forschung und Lehre an der Uni arbeiten.

5. Die Verfasste Studierendenschaft soll folgendermaßen gestaltet werden:
Ein Rätesystem oder die Legalisierung des U-Asta-Modells lehnen wir kategorisch ab. Wir stehen für ein Stupa, das auf demokratischen Wahlen, klaren Zuständigkeiten und transparenten Entscheidungen aufgebaut ist. Zwangsbeitrage lehnen wir ab. Fachschaften erhalten Satzungsautonomie und sind, sofern es sich um Angelegenheiten handelt, die nur den Fachbereich betreffen, völlig unabhängig vom Stupa. Wir maßen uns nicht an, zu wissen, was das Beste für jeden einzelnen Fachbereich ist.

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