Uni-Theatergruppe Schall & Rauch spielt "Hanglage Meerblick"

Euch

Vier Immobilienmakler, ein Contest: Wer nicht genug verkauft, fliegt. In David Mamets Pulitzerpreis-gekröntem Drama "Hanglage Meerblick" wird intrigiert, gedroht, bestochen. Die studentische Theatergruppe Schall & Rauch inszeniert das Stück an den kommenden Wochenenden. Regisseurin Maria-Xenia Hardt erzählt, wie aus einer Idee eine Theaterproduktion wurde:



Ende Wintersemester


Nach der Premiere der Maniacts stehe ich mit Nina (Kommilitonin, Mitbewohnerin, partner in crime) am Rande der euphorisierten Schauspieler. Gut war's, sage ich. Richtig gut, sagt sie. Könnten wir auch mal machen, sage ich, so ein Theaterstück, als Regie. Mhhhh, sagt Nina.

Der nächste Morgen




Nina fragt, ob ich das nur so gesagt hätte, gestern. Na ja, sage ich, wär' ein Haufen Arbeit, wär' aber auch nicht ungeil. Nina war im Wintersemester Schauspielerin bei einer anderen Uni-Gruppe, Schall & Rauch. Da dort die Abstimmung über die nächste Regie kurz bevorstehe, sagt sie, müssten wir bald unser Konzept einreichen. Auf ein Stück einigen wir uns schnell: David Mamets „Glengarry Glen Ross“, deutscher Titel: "Hanglage Meerblick".

Das Stück




Im Immobilienbüro Mitch & Murray wurde ein Wettbewerb unter den Maklern ausgerufen. Wer die meisten Grundstücke im Sumpf Floridas verkauft, bekommt einen Cadillac, der zweite ein Messerset. Alle anderen werden gefeuert.



Die Makler schrecken vor nichts zurück, um nicht rauszufliegen: Sie drehen ahnungslosen Kunden das wenig attraktive Land an. Sie belauern und beleidigen sich gegenseitig, drohen, bestechen, intrigieren. In einer Welt voll Skrupellosigkeit, Betrug und Gier ist Triumph flüchtig und der Absturz brutal, sind Worte Waffen, ist alles erlaubt.

Mamets Stück und unser Konzept kommen an. Plötzlich: Regie.

Arbeit, Arbeit, Arbeit



Und dann geht es los: Aus Ermangelung einer guten deutschen Version übersetzen wir das Stück selbst aus dem Englischen, von den 80ern ins 21. Jahrhundert und von einem reinen Männerstück in eines für ein gemischtes Ensemble.

Die eigentliche Arbeit beginnt nach der Rollenvergabe. Proben ohne Ende, nebenher Bühnenbild, Kostüme, Plakate, Trailer drehen. Zehn Wochen, unzählige Stunden im Theatersaal, zwei Probewochenenden und literweise Schweiß später stehen wir kurz vor der Premiere.

Ende Sommersemester



Am Freitag starten wir in das erste von zwei Aufführungswochenenden. So wie es aussieht, ist es nicht nur Ninas und meine erste Produktion als Regie, sondern auch gleichzeitig unsere letzte im Theatersaal der Alten Uni, den wir nach dem Semester an das Literaturbüro abtreten müssen. Wo wir nächstes Semester Theater machen, weiß noch keiner – noch ein Grund mehr, zu kommen, zu achtzig furiosen Minuten Schall und Rauch.

Nach der Premiere werde ich dann mit Nina (Kommilitonin, Mitbewohnerin, partner in crime, Co-Regisseurin) inmitten euphorisierter Schauspieler stehen, und dann werden wir sagen: We've come a long way. Es hat sich gelohnt.

Mehr dazu:

Was: Schall & Rauch spielt "Hanglage Meerblick" nach David Mamet
Wann: 11./12./13./17./18./19. Juli, jeweils 20.30 Uhr
Wo: Theatersaal der Alten Universität, Bertoldstraße 17, 79098 Freiburg
Tickets: 5 Euro / 3 Euro, im Vorverkauf in der Buchhandlung Schwanhäuser (Bertoldstraße 23) und an der Abendkasse

Facebook Theatergruppe Schall & Rauch  

Fotos: Schall & Rauch

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