Interview

Uni-Referat bietet mehrere Vorträge gegen Antisemitismus an

Anika Maldacker

Das Referat gegen Antisemitismus der Uni hat Vorträge zum Thema Antisemitismus organisiert. Die Themen reichen vom Platz der Alten Synagoge bis zum islamischen Antisemitismus. Anton Stauder vom Referat gibt Einblicke.

Warum ist es gerade jetzt wichtig, diese Vorträge zu abzuhalten?

Stauder: Generell sind solche Vorträge immer wichtig, weil Antisemitismus ein wichtiges Thema ist. Das ist vielen Leute nicht bewusst, wie man in der Debatte über den Antisemitismus auf deutschen Schulhöfen, zu dem unser Referat auch Vorträge organisiert hatte, gesehen hat. Uns ist auch ganz wichtig, mit den Vorträgen zu zeigen, dass sich hinter Israelkritik oft auch versteckter Antisemitismus verbirgt. Israel steht als Land unverhältnismäßig oft im Fokus der Kritik. Beispielsweise hat der UN-Menschenrechtsrat seit seiner Entstehung 2006 fast mehr Resolutionen gegen Israel ausgesprochen als gegen den Rest der Welt zusammen. Dass das Thema derzeit aktuell ist, zeigt auch, dass die Bundesregierung nun einen Antisemitismus-Beauftragten eingesetzt hat.

Welche Veranstaltung ist für Dich das Highlight der Reihe?

Besonders wichtig ist die Podiumsdiskussion am 31. Oktober mit den zwei israelitischen Gemeinden zum Umgang mit dem Platz der Alten Synagoge und dem Gedenkbrunnen und darüber, dass die jüdischen Gemeinden beim Entstehen des Platzes so wenig einbezogen wurden.

Welche Veranstaltung empfiehlst du jemandem, der sich mit dem Thema nicht auskennt?

Die Veranstaltung mit Alex Feuerherdt am 19. November zur unheimlichen Popularität der Israelkritik ist ein guter Einstieg. Ich denke, dass vielen der Zusammenhang von Israelkritik und Antisemitismus nicht bewusst ist.
Vorträge auf einen Blick

  • 25. Oktober: Prof. Evyatar Friesel: Theodor Herzl und der europäische Antisemitismus. Eine aktuelle Perspektive, 20 Uhr, HS 1009, KG 1.
  • 31. Oktober: Podiumsdiskussion mit den jüdischen Gemeinden: Der Platz der alten Synagoge & der Antisemitismus in Freiburg, 20 Uhr, HS 3044, KG 3.
  • 6. November: Prof. Gideon Greif: Die "Reichskristallnacht". Ein Wendepunkt in der Geschichte der Shoah und des Deutschen Judentums, 20 Uhr, HS 1009, KG 1.
  • 19. November: Alex Feuerherdt: Die unheimliche Popularität der Israelkritik, 20 Uhr, HS 1009, KG 1.
  • 29. November: Lesung mit Vojin Sasa Vukadinovic und Janina Marte: Freiheit ist keine Metapher, 20 Uhr, Vorderhaus, Habsburgerstraße 9.
  • 5. Dezember: Dr. Matthias Küntzel: Islamischer Antisemitismus. Was ihn ausmacht und wie er entstand, 20 Uhr, HS 1009, KG 1.
  • 16. Dezember: Klaus Bittermann: Eike Geisel. Die Wiedergutwerdung der Deutschen, 20 Uhr, HS 1009, KG 1.

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