Albert-Ludwigs-Universität

Uni lässt Stadiontribüne vergammeln – weil der Abriss zu teuer ist

Jelka Louisa Beule

Seit Jahren ist die Tribüne am Uni-Stadion samt drunterliegenden Parkplätzen gesperrt. 2018 sollte sie abgerissen werden – doch das würde mehrere hunderttausend Euro kosten.

Am Unisportgelände im Stadtteil Waldsee rotten ein Parkdeck und die sich darüber befindliche Tribüne eines Sportplatzes weiter vor sich hin. Eigentlich sollte die marode Anlage bereits Anfang 2018 abgerissen werden – doch das ist nicht geschehen.


"Wir haben andere Prioritäten." Karl-Heinz Bühler, Leiter des Freiburger Amts der Landesbehörde "Vermögen und Bau"
Grund seien die hohen Kosten, sagt der Leiter des Freiburger Amts der Landesbehörde "Vermögen und Bau" (ehemals Unibauamt), Karl-Heinz Bühler: "Wir haben andere Prioritäten."

Die Uni muss aktuell zahlreiche Bau- und Sanierungsprojekte stemmen

Mehrere hunderttausend Euro würde der Abriss des Betonbauwerks kosten, sagt Karl-Heinz Bühler – viel Geld angesichts zahlreicher Bau- und Sanierungsprojekte, die die Universität stemmen müsse. Deshalb seien Parkdeck und Sportplatz-Tribüne am Unisportgelände immer wieder nach hinten verschoben worden. Dabei gibt es an der Anlage bereits seit fast zehn Jahren massive Schäden: Der Beton bröckelt, zudem tropft rosthaltiges Wasser herunter. Die Tribüne kann seither gar nicht mehr benutzt werden, von den ursprünglich 210 Parkplätzen auf zwei Ebenen – eine oberirdisch unter der Tribünenschräge, eine als Tiefgarage – sind nur noch rund 30 übrig geblieben. Ein Großteil der unteren Parkfläche ist seit 2016 mit Holzpfosten abgestützt. Einsturzgefährdet sei die Anlage aber nach wie vor nicht, betont Bühler. Nicht betroffen von der Sperrung ist der dazugehörige Sportplatz, das Uni-Stadion: Er kann – ohne die Tribüne – genutzt werden.

Vor einigen Jahren hatte die Universität die Idee, Parkdeck und Tribüne durch eine neue Sporthalle zu ersetzen. Diese Pläne wurden jedoch ebenfalls aus finanziellen Gründen wieder gestrichen. Zuletzt stand nur noch der Abriss der Anlage im Raum, die verbleibende Fläche sollte sich in einen Parkplatz verwandeln. Inzwischen gebe es jedoch Überlegungen, so sagt Bühler, eventuell mit Hilfe einer Betonsanierung die Anlage oder Teile davon doch erhalten zu können:

"Wir haben verschiedene Varianten geprüft." Spruchreif sei aber gar nichts: Er könne nicht sagen, wann das Projekt umgesetzt werde – dies hänge von der Haushaltslage ab. Aktuell läuft am Unisportgelände die Sanierung der Sporthalle, die parallel zur Dreisam liegt. Dafür hatte das Amt "Vermögen und Bau" 2017 Kosten von 3,7 Millionen Euro anberaumt. Dabei werde es angesichts der allgemein steigenden Baupreise aber nicht bleiben, sagt Bühler.

Der Bürgerverein würde den Abriss begrüßen

Dass es nach wie vor keine Lösung für das Parkdeck und die Sportplatz-Tribüne gibt, findet der Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee äußerst unbefriedigend. Die weggefallenen Parkplätze seien kein Problem, sagt der Vorsitzende Hans Lehmann auf BZ-Anfrage. "Aber das Ganze sieht total vergammelt aus." Aus optischen Gründen würde es der Bürgervereinsvorsitzende sehr begrüßen, wenn die Anlage abgerissen oder saniert würde.