Uni: Kristalle im All

Carolin Buchheim

An Bord der unbemannten russischen Weltraumkapsel Foton M3 kreisen zur Zeit Experimente Freiburger Wissenschaftler um die Erde: In einem speziell auf Weltraumexperimente Ofen werden unterschiedliche Halbleiterkristalle gezüchtet.



Betreut und koordiniert werden die vier Experimente von
Professor Dr. Arne Cröll vom Kristallographischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität und Privatdozent Dr. Michael Fiederle vom Freiburger Materialforschungszentrum.


Die Freiburger Forscher erhoffen sich von den Versuchen im Orbit, die am Montagabend gestartet wurden, neue Erkenntnisse über die Vorgänge bei der Kristallzüchtung. Die Erkenntnisse aus den Experimenten sollen die Methoden zur industriellen Kristallzüchtung verbessern.

Die Weltraummission startete vergangenen Freitag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur und wird noch bis zum 26. September dauern. Insgesamt 40 Versuchsreihen unterschiedlicher Disziplinen hat die Foton M3 an Bord. Zusammen wiegen die Experimente aus den Bereichen Strömungslehre, Biologie, Strahlungsforschung und Exobiologie rund 400 Kilogramm. Alle Versuche werden unter Schwerelosigkeit durchgeführt, manche sogar unter den extremen Umweltbedingungen des Weltraums.

Nach Ablauf der Experimente soll die Kapsel wieder in die Erdatmosphäre eintreten und nahe der russisch-kasachischen Grenze landen.

Das Kristallographische Institut der Universität Freiburg nimmt bereits seit 24 Jahren an Experimenten unter Schwerelosigkeit teil. Die Planung und Auswertung der Versuche erfolgt in Zusammenarbeit mit russischen, italienischen, spanischen und französischen Kollegen.

Mehr dazu:

  • Kristallographisches Institut der Uni Freiburg: Website