Albert-Ludwigs-Universität

Uni Freiburg will mehr Freiräume fürs Lernen und Forschen schaffen

Fabian Vögtle

Die Universität Freiburg steht vor einem gewissen Kulturwandel: In seiner Neujahrsrede kündigte Rektor Schiewer Open Spaces im Zuge der anstehenden Sanierung an.

Wenn es nach Rektor Hans-Jochen Schiewer geht, sollen an der Uni künftig Open Spaces zur Verfügung stehen. "Wir müssen den Studierenden und Mitarbeitern ganz andere Räume anbieten als bisher", sagte Schiewer bei seiner Neujahrsrede am Dienstagabend in der Aula.


Freiräume als "Denkzellen" der Hochschule

Wie bereits in vielen Unternehmen üblich, sollen in mehreren Uni-Gebäuden offene Sitzgruppen und Arbeitsplätze für gemeinsames Lernen errichtet werden. Er lobte in diesem Zusammenhang das Parlatorium in der Universitätsbibliothek. Mit solchen Open Spaces, die er auch als "Denkzellen" bezeichnet, will Schiewer auch ein besseres Umfeld für Spitzenforschung schaffen. Denkbar sei – neben beschreibbaren Flur-Wänden – auch ein Containerdorf, zum Beispiel auf dem Karl-Rahner-Platz hinter dem Kollegiengebäude IV.

Bereits erfolgreiche Beispiele dafür habe sich Kanzler Matthias Schenek bereits in den Niederlanden angeschaut. Derzeit befasse sich eine Gruppe von Studierenden damit, was gute Lehrräume sind. Schiewer will künftig das Konzept der Denk- und Ideenwerkstatt an der Uni fördern.

Eine bessere digitale Infrastruktur

Hinzu komme der Ausbau der digitalen Infrastruktur, bis hin zu mehr Virtual Reality. Der Rektor möchte an der gesamten Uni einen Kulturwandel erreichen, der auch optisch heraussticht. "Ich will, dass die fürchterliche Brandschutzarchitektur verschwindet", sagte er beim Empfang der drei Fördervereinigungen der Uni.

Schiewers in dieser Form öffentlich erstmals vorgestellten Pläne sind Teil eines Katalogs der in den kommenden Jahren anstehenden Sanierungs- und Baumaßnahmen im Unizentrum. Dabei geht es vor allem um die Sanierung der Kollegiengebäude I bis IV sowie um den den Neubau des Kollegiengebäudes V.

Dabei habe laut Unisprecher Nicolas Scherger zunächst Priorität, dass während der Sanierung ausreichend Ausweichflächen zur Verfügung stehen. Langfristig wolle man, bestätigt Scherger, durch die baulichen Veränderungen aber auf alle Fälle die Chance ergreifen auch architektonisch und strukturell Einiges zu verändern. So ist zum Beispiel vorgesehen, einige Fakultäten, die bisher auf mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilt sind, räumlich deutlich stärker zusammenzuführen.

Der Maßnahmenkatalog ist bisher noch ein Vorschlag, den die Universität Freiburg mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg in diesem Jahr abstimmen wird.