Uni Freiburg will Abschreiber exmatrikulieren

Gina Kutkat

Studenten, die ihre Haus-, Bachelor- oder Doktorarbeiten abschreiben und dabei auffliegen, können in Baden-Württemberg voraussichtlich ab März von ihrer Universität exmatrikuliert werden. Das Wissenschaftsministerium hat eine Verschärfung des Hochschulgesetzes vorgeschlagen. Die Universität Freiburg begrüßt diese Maßnahme.



"Es war schon lange an der Zeit, dass den Abschreibern auch die Exmatrikulation droht", sagt Eva Opitz, Sprecherin der Uni Freiburg. "Die Uni Freiburg unterstützt die geplante Verschärfung des Gesetzes, denn man muss den Fälschern Einhalt gebieten."


Die Neuerung ist in dem Gesetz über die Umsetzung der Föderalismusreform im Hochschulbereich enthalten, welches vor kurzem vom Ministerium für Wissenschaft Baden-Württemberg im Landtag vorgestellt wurde.

Besonders durch das Internet sei es immer häufiger dazu gekommen, dass Studenten ihre Arbeiten aus dem Internet kopierten, so Opitz. "Die Plagiate an der Uni Freiburg werden immer zahlreicher. Aus fast jeder Fakultät hören wir, dass Studenten kopieren und abschreiben. Es gab sogar den Fall, dass eine ganze Doktorarbeit abgeschrieben wurde."

Bislang hatte das Anfertigen eines Plagiats für die Studenten keine schlimmen Folgen. Ihnen wurde lediglich ihre Arbeit aberkannt, denn ein Plagiat galt nicht als eigenständiger Grund für einen Rausschmiss. Mit dem neuen, föderalistischen Entwurf des Hochschulgesetzes könnten die Universitäten ab März selbst entscheiden, ob sie einen Studenten exmatrikulieren oder nicht.

Die Leitung der Uni Freiburg wird dabei sicherlich kein Auge zudrücken. "Dreiste Plagiate sollen bestraft werden, so dass keiner mehr auf die Idee kommt, abzuschreiben", sagt Eva Opitz. Die Reaktionen auf den neuen Gesetzesentwurf seien durchweg positiv gewesen. "Denn endlich haben wir die rechtliche Grundlage, um mit Abschreibern härter umzugehen."

Wer fälscht, wird in Zukunft also nicht mehr verschont bleiben. Es sei denn, er wird nicht entdeckt. Was eher unwahrscheinlich sei, vermutet Opitz. "Besonders jüngere Mitarbeiter der Universität können gut mit dem Internet umgehen und wissen, wie man Plagiate ausfindig macht."