Umfrage

"Und, was machst Du diesen Sommer?"

Endlich Sommer! Und was macht man jetzt mit den besten Wochen im Jahr? Wir haben Leute aus Südbaden gefragt, wie ihre Pläne aussehen – und möchten jetzt selbst schnellstens in den Urlaub.

Auf Weltreise gehen

  • Lea Schmalz, 23, aus Lahr, macht eine Ausbildung als Gestalterin für visuelles Marketing in einem Kaufhaus in Freiburg.


"Dieser Sommer wird für mich was ganz Besonderes, da ich mit meinem Freund in eine 14-monatige Weltreise starte, auf die ich mich schon lange freue. Ich werde meine Ausbildung Ende Juli beenden und was nach der Weltreise passiert, will ich mir noch offen lassen. Da unsere Route nur grob geplant ist, kann sich noch alles ändern. Bis zum Jahresende werden wir in Südostasien unterwegs sein.

Auf so eine Reise muss man sich gut vorbereiten. Teilweise sind es auch Sachen, an die man gar nicht denkt. Neben den üblichen Vorbereitungen wie Impfungen und Auslandskrankenversicherung haben wir beispielsweise auch Handyverträge gekündigt und unsere Autos abgemeldet, um Kosten während der Reise zu sparen. Der Großteil unserer Familie und Freunde befürwortet unser Vorhaben und bereut es teilweise, so etwas in der Jugend nicht gemacht zu haben.

Bevor ich meine Ausbildung angefangen habe, war ich schon einmal mit meinem Freund auf einer dreimonatigen Reise. Wir wollen noch mehr von der Welt sehen, deswegen haben wir damals schon beschlossen, nochmal für ein komplettes Jahr wegzugehen."

Den Akku aufladen

  • Ferdinand Klamt, 32, ist Keyboarder der Freiburger Band Fatcat und gibt Klavierunterricht.


"Meine Band Fatcat und ich sind schon mittendrin in der Festivalsaison und seit mehr als drei Monaten auf Tour. Zuletzt waren wir in Norddeutschland unterwegs und es war super, aber auch anstrengend. Ende Juli und im August kommen noch ein paar Gigs – wir spielen zum Beispiel in Sindelfingen beim Kulturfest und beim Lott-Festival in Raversbeuren – ich werde aber endlich auch wieder Zeit haben, mein nahestehendes Umfeld in Freiburg zu treffen. Das habe ich in der letzten Zeit nämlich vernachlässigt.

Ein perfekter Freiburger Sommertag beginnt für mich um 10 Uhr mit einem Kaffee und einem Zigarettchen auf dem Balkon, danach fahre ich an den Opfinger und schwimme eine Bahn durch den See. Im Brasil gönne ich mir den Mittagstisch, schlafe danach ein Stündchen und gehe abends in mein zweites Wohnzimmer, die Beat Bar. Natürlich werde ich auch Musik machen, mit Fatcat, aber vielleicht auch mit meinem Nebenprojekt "Rudi & Clint". Außerdem fahre ich noch eine Woche ins Elsass, um zu angeln und meinen Akku aufzuladen – es ist mein erster Urlaub seit über einem Jahr."

Auf dem Platz schwitzen

  • Luca Waldschmidt ist Profifußballer. Der 22-Jährige ist zur Saison 2018/19 vom Hamburger SV zum SC Freiburg gewechselt.


"Zu Beginn der Sommerpause war der Abstieg mit dem Hamburger SV noch sehr präsent. Die Zeit war für mich nicht so einfach. Mittlerweile ist das aber verkraftet. Erst war ich kurz bei meiner Familie, danach mit einem Kumpel in Miami und New York. Das Abschalten hat ganz gut geklappt. Es war schön, mal etwas anderes zu sehen als den Rasen und auch raus aus Deutschland zu kommen.

Effektiv Urlaub hatte ich zwei Wochen, danach habe ich wieder angefangen mit dem Laufen und seit Anfang Juli trainiere ich fest mit meinen Kollegen beim SC. Ende der Woche geht’s ins Trainingslager nach Schruns. Das wird sicher nochmal intensiv – von den Einheiten und den Inhalten her. Aber: Bei schönem Wetter auf dem Fußballplatz zu stehen ist definitiv nicht verkehrt. Und abseits des Platzes? Da bin ich gerade noch dabei, meine Wohnung einzurichten."

In Italien wwoofen

  • Olivia Schmidt-Thomee, 25, studiert in Freiburg Kunstgeschichte im Master.


"Ich bleibe erst einmal entspannt in Freiburg, schließlich ist’s im Sommer hier am schönsten. Aber dann geht’s für mich nach Italien zum Wwoofen. Ich studiere seit zwei Semestern im Master Kunstgeschichte und starte im November in Italien in ein Praktikum – jetzt kommt der Praxistest für mein Italienisch.

Wwoof ist ein weltweites Netzwerk aus freiwilligen Helfern und ökologisch bewirtschafteten Höfen. Die Planung verläuft über verschiedene Anbieter-Portale. Und es werden nicht nur Helfer für den klassischen Farmstay gesucht: Betreiber von Hostels und kleinen Pensionen inserieren hier genauso wie Leute, die Hilfe im eigenen Haushalt, mit den Kindern oder im Garten benötigen. Man muss also nicht zwangsläufig aufs Land.

Allen Jobs gemein ist, dass man sich für fünf Stunden am Tag und fünf Tage pro Woche zum Verrichten kleinerer Arbeiten zur Verfügung stellt und im Gegenzug dazu Kost und Logis erhält. Ich freue mich darauf, nach getaner Arbeit und wohlverdienter Siesta den restlichen Tag zu vertrödeln und dabei Land und Leute im ganz normalen Alltag, abseits des Massentourismus, kennenzulernen. Ich hoffe, danach nicht nur furchtloser auf Italienisch loszuquatschen, sondern auch mit ein paar neuen praktischen Skills und einer gesunden Bräune zurückzukommen."

Unterwegs arbeiten

  • Yalun Meng, 24, wohnt in Freiburg und arbeitet als Trainee bei einem Medienunternehmen.


"Diesen Sommer bin ich mit drei anderen Jungs beruflich in ganz Europa unterwegs. Mit einem Camper fahren wir von Freiburg aus über Skandinavien, die iberische Halbinsel, Südeuropa und den Ostblockstaaten bis zum Baltikum. Die Reise wird komplett filmisch begleitet – daraus soll am Ende eine Dokumentarfilm-Serie entstehen, die zeigen soll, wie die verschiedenen Gründer- und Startup-Ökosysteme bei unseren europäischen Nachbarn funktionieren.

Ich freue mich besonders auf die Sonne und das Meer in Portugal und Spanien – das wird auf jeden Fall ein Highlight der Tour. Und natürlich das Essen! Leckere Tapas, atemberaubende Strände und gutes Wetter – was will man mehr? Meine Freunde sagen mir andauernd: ’Wie geil, du machst drei Monate Urlaub und wirst auch noch dafür bezahlt!’ Es fühlt sich aber gar nicht nach Urlaub an – es ist echt nicht ohne, täglich 500 km zu fahren und unterwegs die nächsten Treffen zu organisieren. Danach will ich auf ein paar Tage die Sonne in Freiburg genießen und dann Urlaub machen."

Ein Praktikum in Brüssel

  • Yannick Müller ist 22 Jahre alt und in Bad Krozingen und Grenzach-Wyhlen zur Schule gegangen. Jetzt studiert er Politikwissenschaft an der Universität Leipzig.


"Über den Sommer mache ich ein dreimonatiges Praktikum in Brüssel und zwar in der Abteilung Governmental Affairs eines Chemiekonzerns. Mich hat es dahin verschlagen, weil ich meinen allerersten Ferienjob bei der gleichen Firma in Grenzach gemacht habe. Jetzt bin ich fast fertig mit meinem Politikstudium und interessiere mich sehr dafür, wie sich politische Gesetzgebung auf die Praxis deutscher Unternehmen auswirkt. Das möchte ich mal an vorderster Front kennenlernen.

Ich erhoffe mir, das europäische Denken und den europäischen Geist kennenzulernen und ein Gefühl für Europapolitik zu entwickeln. Es ist eine tolle Gelegenheit, die Inhalte, die man aus der Theorie im Studium kennt, in der Praxis zu sehen.

Es macht mir nichts aus, den ganzen Sommer zu arbeiten. Wenn man neue Leute kennenlernt und man Spaß an dem hat, was man macht, kommt einem das auch gar nicht wie arbeiten vor."

Ukulele lernen

  • Lena Aspernig, 29, ist Doktorandin am Lehrstuhl für Bioinformatik und Molekulargenetik der Uni Freiburg.


"Im Sommer besuche ich einen einwöchigen Ukulele-Kurs im Schwarzwald, das ist mein Highlight! Seit etwa drei Jahren habe ich Ukulele-Unterricht und mein Lehrer bietet diese Sommerkurse an – und ich bin zum vierten Mal dabei. Das ist immer ein großer Spaß mit Lagerfeuer, Schwimmen gehen und so weiter. Aber natürlich geht es auch darum, seine Ukulele-Techniken zu verfeinern. Dieses Jahr geht es unter anderem um Jazz, das funktioniert auch auf der Ukulele ganz gut.

Ansonsten will ich noch ein wissenschaftliches Paper veröffentlichen, denn meine Doktorarbeit nähert sich so langsam dem Ende und vorher sollte da schon was erscheinen. Ich forsche zur Autophagie, einem zellulären Recyclingprozess. Also verbringe ich meine Tage im Labor – das ist aber zum Glück klimatisiert."

Zuhause genießen

  • Constanze Wössner, 22, beendet im Juli ihren Master in International Business Management.


"Ich werde meinen Sommer in meiner Heimatstadt Lahr verbringen. Ich beende gerade mein Masterstudium und weiß noch nicht genau, wo ich danach arbeiten will. Weil das Wetter im Sommer in Deutschland super ist, gerade hier bei uns in der Region Freiburg, muss man nicht weit wegfahren oder fliegen. Man kann den Sommer auch sehr gut hier genießen.
Ich habe mir verschiedene Sachen vorgenommen, aber nichts großes oder konkretes bis jetzt geplant. Ich möchte zum Beispiel zu ein paar Musikfestivals und Open-Air Konzerten. Und auf jeden Fall viele Picknicks machen und am See mit Lagerfeuer chillen und grillen. Außerdem liebe ich es auch im Sommer erfrischende Getränke oder leichte Snacks zuzubereiten, wie Wassermelone, selbstgemachten Holunderblütensirup oder Gerichte mit frischen Sommerbeeren. Außerdem plane ich viele Tagesausflüge in den Schwarzwald oder ins Elsass zu unternehmen. Und ich habe mir fest vorgenommen, diesen Sommer neue Sportarten zu lernen – Skaten, Tennis und Basketball."

Auf die große Reise sparen

  • Linda Wehrle ist 18 Jahre alt und hat gerade ihr Abitur am Kreisgymnasium Bad Krozingen gemacht.


"Ich gehe mit vielen meiner Freunde eine Woche nach Amsterdam, als Abschluss unserer Schulzeit bevor sich die Wege von allen trennen. Dann fahre ich mit der Familie meines Freundes noch eine Woche an den Gardasee. Um mir die Urlaube zu finanzieren arbeite ich in einem Thermalbad und an einem Weinbrunnen. Damit will ich aber hauptsächlich auch meine große Reise nach Cuba und Kolumbien im November bezahlen. Für die Reise ist soweit alles organisiert. Ansonsten besuche ich noch auf die ganzen Weinfeste in der Region und bin viel am Baggersee. Ich will einfach noch die Zeit mit meinen Freunden genießen, bevor jeder seiner Wege geht."