Und läuft, und läuft, und läuft ...

Marc Röhlig

fudder-Mitarbeiter Marc Röhlig hat nun fünf Tage Uni und insgesamt zehn Stunden Schlaf hinter sich. Und plötzlich beginnt der Körper, den Wach-Schlaf-Rhythmus zu akzeptieren. Genesis einer Mensch-Maschine?



Donnerstag I, 17.01 Uhr

Ich fühle mich ja gerade ein bisschen überragend: Der Tag lief einfach perfekt, ich war bisher kaum mehr müde. Ich funktioniere. Es klappen zwar noch immer nicht alle Schlafphasen perfekt, aber dafür verliert mein Körper die Grundschwere, in die er bisher eingewoben war. Es ist, als hat jemand endlich meine gefühlte Gangschaltung von "Leerlauf" in den ersten, zweiten, dritten Gang geschoben.

Für heute Abend ist viel geplant: Ich muss gleich zum Interview mit einem Arnold-Schwarzenegger-Forscher, der Text soll morgen fertig werden. Dann Tanzkurs mit Julia, der Discofox-Grundschritt muss perfektioniert werden. Schließlich daheim gemütlich DVD schauen, die Wachphasen müssen ausgenutzt werden. Aber ich traue meiner aktuellen Performance noch nicht so ganz. Uberman, hallo!? Das kann doch gar nicht, das darf doch gar nicht gut gehen. Endweder stelle ich beim Arnie-Gespräch nur dumme Fragen oder kippe beim Langsamen Walzer um oder schlafe beim Filmabend ein. Oder?

 

Freitag I, 15.08 Uhr

"Hey, hör jetzt mal auf, hier so rumzutrommeln, das macht mich nervös", grunzt mich eine Studentin in der Mensa an. Ihr fällt immer der Salat von der Gabel, weil ich nebenan aus meiner Sitzbank ein Schlagzeug mache. Meine Freunde feixen: Marc wandelt sich vom Schlafmangel-Zombie zum Duracell-Hasen. Funktioniere ich jetzt auf Akku? Ich selbst grinse nur noch blöd rum: Das Modell funktioniert tatsächlich.

Ich bin wach, ich schaffe was, mir geht's gut. Arabisch, eigentlich so ein garantierter Downer bei mir, lief bisher richtig gut. Und auch der Arnie-Artikel hatte sich die Nacht rasch runtergeschrieben. Habe mir danach gleich noch "Terminator" angeschaut, der ist ja auch so eine Mensch-Maschine.

Für heute Abend ist Party angesagt. Treffpunkt Augustiner, eine Stunde vor meiner 23-Uhr-Phase. I'll be back!

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